accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Wasserverhältnisse auf der Barre von Rio Grande do Sul. 
ü 
Die Barre-Behörde äufsert sich hinsichtlich des Tiefgangs der diesen Hafen 
anlaufenden Schiffe, dafs derselbe 4,8 m nicht übersteigen sollte, was die mittlere 
Tiefe der Barre sei; bei nordöstlichem und nordwestlichem Wind sei der Wasser- 
stand niedriger, bei südöstlichem bis Westwind höher als 4,8 m, wobei gemeinsam 
(simultaneamente) noch die Mondphasen, Jahreszeiten und Regengüsse mitwirkten, 
welche die Wassermengen der Binnenseen aufstauen, die sich durch die Rio 
Grande-Barre in den Ozean ergießsen. Da also der Wasserstand auf der Barre 
sehr veränderlich bleibt, so ist nicht genauer anzugeben, mit welchem Tiefgang 
die Barre unbedingt ohne Zeitverlust passirbar ist. Sie ist überhaupt nur bei 
Tageslicht zu passiren. 
Mit 3,5 m "Tiefgang soll dies stets möglich sein, ausgenommen bei sehr 
starkem Sturm, der die See aufwühlt und die Barre unzugänglich macht, 
Mehrfach haben in der letzten Zeit (Juni bis September 1900) Dampfer 
mit 4,5 m Tiefgang tagelang vor der Barre auf genügenden Wasserstand zum 
Passiren derselben warten ınüssen, angeblich nur wegen besonderer Umstände, 
wie Trockenheit, anormale Witterung mit lang anhaltendem Nordost- oder Nord- 
westwind: eine dauernde Verschlechterung der Barre ist daraus amtlich bis jetzt 
noch nicht gefolgert worden. Indessen ist von der früher in Aussicht gestellten 
Besserung oder Vertiefung der Barre jetzt nichts bemerkbar. 
Die Witterung zu Tsingtau im Juli, August und September 1900. 
Nach den Aufzeichnungen der Kaiserlichen meteorologisch-astronomischen Station zu "Tsingtau. 
Die folgende Tabelle, welche die meteorologischen Angaben für die ein- 
zelnen Monatsdrittel und die ganzen Monate enthält, ist in der gleichen Weise 
wie für die vorangehenden Vierteljahre aufgestellt. Zur Berechnung der „All- 
gemeinen Luftbewegung“, welche anf ganze Striche und halbe Grade der Beaufort- 
Skala abgerundet wurde, dienten wieder die Windbeobachtungen an den drei 
täglichen Terminen (vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1900, Seite 63). 
Die mittlere Tagestemperatur berechnet sich zwar für den Juli 1900 um 1° 
niedriger als für den gleichen Monat des Jahres 1899, doch sinkt das T’hermo- 
meter während des letzten Juli nicht so tief, und auch das Maximumthermometer 
weist für keinen Tag so niedrige Temperaturen auf, wie dies an einigen Tagen 
des vorletzten Juli der Fall war. Die Bewölkung ist im Juli 1900 etwas grölser 
als im gleichen Monat 1899, bleibt jedoch noch erheblich gegen die des Juli 
1898 zurück. Die Niederschläge weichen in den letzten beiden Julimonaten in 
Bezug auf Ergiebigkeit und Häufigkeit nicht wesentlich von einander ab, Gewitter 
werden im Juli 1900 verzeichnet für den 5., 9., 25., 30. und 31., auflserdem 
Donner für den 13., 14. und 27., ferner Wetterleuchten für den 21., 24, 28. 
und 29. Was den letztjährigen Monat Juli von dem des Jahres 1899 aber be- 
sonders unterscheidet, ist das nur äufserst vereinzelte Vorkommen von Winden 
aus den beiden nördlichen Quadranten der Windrose, und das aufserordentliche 
Ueberwiegen der Winde aus dem Südostquadranten. Die Winde aus den Rich- 
tungen 0SO, SO und SSO treten an zwei Dritteln der Beobachtungstermine auf. 
Dementsprechend ergiebt sich auch eine „Allgemeine Lufltbewegung“ aus S0OzS 
in Stärke 2 der Beaufort-Skala, während dieselbe im Juli 1899 nicht einmal an- 
nähernd !/a Grad der Beaufort-Skala hatte. Starke Winde wehten zu den Beob- 
achtungsterminen nur am 23. SSW 6 und am 27. OSO 6. 
Im August 1900 ist die mittlere Tagestemperatur der Luft nahezu gleich 
der in den Monaten August 1899 und 1898; sowohl das Maximumthermometer 
als das Minimumthermometer zeigen aber nicht so niedrige Stände, wie an ein- 
zeinen Tagen des August 1899. Die mittlere Bewölkung und die Monatssumme 
der Niederschläge für den August 1900 stehen zwischen den Werthen für die 
gleichen Monate der Jahre 1890 und 1898. Gewitter wurden verzeichnet am 
3., 4., 15. und 31., Wetterleuchten am 5., 12., und 30. August. Wie in diesem 
Juli, so herrschen auch in diesem August die Winde aus UsSO, SO, SSO, wenn 
auch nicht in ganz so hohem Maße, vor. Die „Allgemeine Luftbewegung“ ist 
mit 0SO östlicher als. die im August 1899. Aufser dem stürmischen 0SO am 
28, August traten von stärkeren Winden nur auf am 27. O6, am 29. SSO 6.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.