Notizen.
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Notizen.
il. Chafieral (Chanaral).. Ueber diesen an der chilenischen Küste auf
etwa 26° 20‘ S-Br gelegenen Hafenort berichtet Kapt. H. Nissen von der
deutschen Bark „Emin Pascha“, der sich daselbst von Ende Oktober bis Anfang
Dezember 1900 aufhielt, das Folgende:
Chaneral ist nur ein kleiner Ort, wo zwei Schmelzwerke sind. Alle Ge-
schäfte müssen jedoch in Caldera oder Valparaiso gemacht werden; der Ort
gehört zum Konsulatsbezirk des Kaiserlichen Konsulats in Valparaiso, Eine
gute Ansteuerungsmarke bildet die nördlich davon gelegene 180m hohe Zucker-
hut - Insel, die schon aus bedeutender Entfernung gut ausgemacht werden
kann. Leuchtfeuer, Lootsen und Schleppdampfer sind nicht vorhanden,
Leichter bis zu 15t Tragfähigkeit in geringer Anzahl. Das Löschen geht
nur langsam, weil an der Landungsbrücke nur zwei Leichter gleichzeitig
Platz finden und dieselben nur langsam wieder an Bord zurückkommen können.
Am Tage herrscht gewöhnlich frische Seebriese, daher waren wir gezwungen,
die Leichter fast ganz von der Brücke mit Leinen nach dem Schiffe zu holen,
wodurch viel Zeit verloren ging. Wir gebrauchten daher 27 Tage Zeit, um
1948 t Kohlen zu löschen. Ballast ist zum Preise von 3,50 $ für die Tonne zu
haben, doch mufßs man die Leichter selbst an Bord holen wie beim Löschen.
Frischer Proviant ist genügend zu haben und nicht theurer als in den nördlich
davon gelegenen Salpeterhäfen; auch etwas Dauerproviant ist zu haben.
Frisches Wasser ist nur schlecht zu bekommen, da man dasselbe von den
Kondensatoren am Lande in tragbaren Fässern holen mul. Die Hafenabgaben
sind in Caldera zu bezahlen und von gleicher Höhe wie in allen chilenischen
Häfen, Besondere Hafenvorschriften giebt es nicht.
Der Strom setzte immer ziemlich stark in die Bucht hinein. Um wieder
nach See zu kommen, mufsten wir nachts während der Windstille warpen. Auf
diese Weise und mit Hülfe des Landwindes gelangten wir in zwei Tagen wieder
nach See.
2. Gezeitenströme nördlich von der Insel Quelpart. Am
21. April 1901 passirte S. M. S. „Gefion“ zwischen Flower - Insel und Ninepin-
Klippe nördlich von Quelpart und stellte dabei durch Landpeilungen fest, daß
1 bis 2 Sm Strom zwischen Rofs-Insel und Flower-Insel in der Richtung NO bis
SW und umgekehrt setzte. Der 21, April war der dritte Tag nach Neumond.
Die Angaben des „China Directory“, Bd. IV, und der englischen Admiralitäts-
Karte No. 104 über die Gezeitenströme jener Gegend erwiesen sich als un-
zutreffend.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat Juni 1901.
i. Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
8. M. Schiff und Fahrzeug.
‚Hohenzollern‘, Kommandant Kontre-Admiral Fr. Graf Baudissin. 1900. XI, 9. — 1901,
V. 23. %ı heimischen Gewässern.
2. Von Kauffahrteischiffen.
a. Segelschiffe.
1. Vollsch, „Antares“, 1061 R.-T., Hbg., 3. Olthaus. Hamburg— Dunedin—Auckland—Lwmndon,
1900, - VI. 20, Lizard ab, 1900, X.26. Dunedin, N. S., ab.
VII. 21, Aequator in 23,9°W-Lg 31Tge, XI. 10, Auckland, N. S., an . 15Tge.
VIII. 12. 40,7° S-Br in 0° Länge 22 ,„ Dunedin— Auckland . 15
VIIE 16. 42,5°S-Br in 20°0-Lzg 4 , Auckland ab.
VII. 29. 44,6°S-Br in 80°O0-Lg 13 37°S-Br in 180° Länge ı
1X..23. Dunedin an. . . . 25 Kap Horn. . . . . 29
Lizard—Dunedin ... 95 Aequator in 29,6°W-Lg 27
Lizard an. . . . . 5
Auckland—Lizard . . 102