Wirtz, Carl W.: Zeitbestimmung und Chronometerkontrole durch eine Höhendifferenz, 875
Aus dieser Gleichung läfst sich, da (t,—t,) als Differenz der Beob-
achtungsmomente bekannt, die Unbekannte (t, + t,) bestimmen und somit auch
t, und t, und die gesuchte Ortszeit. Führt man noch:
ft, — 1
sec g + sec? d + cosec A — = M
ein, so gewinnt man die leicht durchzurechnende Schlufsformel:
t,-4 1, = —(h,—h,) «M + cos d+cosh — (d,— d,) + M «sind + sinh + (d, — 0,) «M - sing
Aus dem Bau dieses Ausdruckes erkennt man, dafs o, d und h nicht sehr
scharf bekannt zu sein brauchen, nur (h,— h,) und (d,—d,) ist genau er-
forderlich.
Beispiel. 1894 April 15 beobachtete ich zu Krefeld (# =— +51° 20°)
nach einer Uhr, deren stdl. Gang = —2,4°, mit einem Höhensektor folgende
Sonnenhöhen:
i. 9h 47m 188 a. m.
2, 3 29 6 p.m.
lg sec 0,204
ig sec? d 0,014
ig cosec a Z 0,168
ig 4 0,602
Ig (4 M) 0,988
‘ = — 0° : = ; —_
36° 18,55 Ih,-—h, = —0 580 d,—d0, = +50 t,— 1, _. oh 50,8
35 20,5 h = 358 d = +99 2
lg (bh, —h,) 1,768 mn 1g(d,— d,) 0,708
1g (4 M) 0,988 0,988
lg cos d 9,993 1gsind 9,235
lg cos h 9,909 Igsinh . 9,767
2,653 n 0,698
EC = + 0h 4m 28
(1
ah — +2 50 50
N = +2545%
Ztgl. = — 3
Chron. Zt. - 32) 6
a ” 34m 177
Eine am selben Tage durch fünf korrespondirende Sonnenhöhen aus-
geführte Zeitbestimmung lieferte für den gleichen Moment:
4u =— — 34m 158,
Die Nordatlantische Wetterausschau.
Uebersetzung aus der „Rivista Marittima“, März 1901.
Die Deutsche Seewarte zu Hamburg, die unter der Leitung des um die
moderne Meteorologie hochverdienten Direktors Neumayer steht, hat mit dem
neuen Jahrhundert mit der Herausgabe einer monatlichen Wetterkarte, der Nord-
atlantischen Wetterausschau, begonnen, die ähnlich wie die amerikanischen Pilot
Charts eingerichtet, aber olıne Frage inhaltreicher ist. .
Auf den ersten Blick erscheint die Karte überladen und unübersichtlich;
wenn man sie jedoch mit Aufmerksamkeit untersucht, findet man eine große An-
zahl von verschiedenen Angaben, die mit grofser Ordnung und mit nicht geringem
Scharfsinne zusammengestellt und auf der Karte vertheilt sind.
Zunächst sei bemerkt, dafs die Karte einfarbig autograpbhirt und mit einer
handschriftlichen Legende versehen ist. Die Karte ist 37 cm lang und 30 cm
breit und daher für Bordgebrauch sehr handlich; sie ist hauptsächlich für
Dampfer bestimmt und heilst daher auch Dampferkarte. Sie enthält vor Allem
die hauptsächlichsten Routen für den Nordatlantischen Ozean, die für die deutschen
Dampferlinien von Wichtigkeit sind, und zwar vom Englischen Kanal nach
New York, New Orleans, St. Thomas, Madeira und St. Vincent und die Schnell-
dampferroute von Gibraltar nach New York. Ferner sind die Linien gleicher
magnetischer Milsweisung eingetragen und in einem Kärtchen für sich die
Säkularänderung der Mifsweisung. In einem anderen Kärtchen sind die Isoklinen
angegeben, welche die Werthe der Tangenten der Inklination darstellen und in
einem dritten Kärtchen die Isodynamen: