accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1901. 
auszuschalten. Bei Höhendifferenzen handelt es sich dann um die leichtere 
Aufgabe, eine Referenzrichtung zu schaffen, die für die kurze Dauer der Beob- 
achtung irgend eine beliebige konstante Beziehung zum Zenith behält. Wollte man 
z. B. die Butenschönsche Sextantenlibelle verwenden, so brauchte man sich nicht 
darum zu kümmern, ob sie auch wirklich die Horizontale markirt, sondern nur 
darauf zu achten, dafs sie während der Messung in fester Verbindung mit dem 
Sextanten steht. . 
Wie oben ausgeführt, wird zwar der moderne Navigateur selten dazu 
gelangen, korrespondirende Höhen der Sonne zu nehmen; häufiger trifft es sich 
dagegen, dafs man eine willkürliche Vormittags- und eine Nachmittagshöhe der 
Sonne über der Kimm erhält. Mag nun auch aus bekannten Gründen 
dieses Verfahren nicht geeignet sein, einen von systematischen Fehlern freien 
Uhrstand zu ermitteln, so verschafft es doch unter leicht einzuhaltenden Be- 
dingungen einerseits eine wesentliche Abkürzung der Rechnung, erlaubt anderer- 
seits eine geringere Genauigkeit der Kenntnifs von Breite und absoluter Höhe 
und nähert sich damit unserer lediglich auf die Höhendifferenz gestützten 
Methode. Die erforderliche kurze Rechnung darf mit dreistelligen Logarithmen 
geführt werden, wofern nur der Unterschied der beiden Kimmabstände der Sonne 
etwa 3° nicht übersteigt. 
Das Verfahren wurde schon vor mehr als hundert Jahren von Oberst 
v. Tempelhof zuerst im I. Supplement-Band zu den Berliner astronomischen 
Jahrbüchern (Seite 214 ff.) veröffentlicht, ging dann auch in Bohnenbergers 
klassische „Anleitung zur geographischen Ortsbestimmung“ (Göttingen 1795; 
$ 172, Seite 307 ff.) über, scheint aber dann in Vergessenheit gerathen zu sein, 
da ich bislang in nautischen Handbüchern keinen Hinweis vorfand. Ich theile 
daher v. Tempelhofs Methode mit einigen Umschreibungen in den Formeln in 
Kürze mit, da sie jedenfalls unter der angegebenen Bedingung eine beträchtliche 
Ersparnifßs an Rechenarbeit bringt und hier und da auch heute dem Seemann 
willkommen sein kann. 
Bezeichnungen und Zählweise der Stundenwinkel sind die früher an- 
gewandten. Die beiden Beobachtungen geben die Gleichungen: 
cost, — Sinh, — sing sind, 
ı co8 @ «cos d, 
gast, a SEK, — sing. sin 8, 
co8 @ + cos d, 
Multiplicirt man beide Gleichungen mit cos @ + cos d, - cos d, und sub- 
trahirt, so geht hervor: 
cos @ + cos 0, + cos d, (cos t, — cos t,) == sinh, + cos d, — sinh, + cos d, 
—+ sin @ (sin 0, + cos d, — cos 0, + sin d,) 
der: 
2 + cos @ + cus d, - cos d, - sin in 2.008 d, sin hh,, vos bh, 
2 2 2 2 
— 2sinh, sin dr sin hc + sin g sin (€, — d0,)1) 
ra: . . d,—d 
Die Sinus der nach Voraussetzung kleinen Winkel (d,— d,), A“ y 
t,+ tt, h,—h, . „DD; . ey 
a ersetzen wir durch die Bögen, ferner lassen wir, wofern nicht 
d,— d,) auftritt, den Unterschied zwischen d, und d, fallen und substituiren 
dafür eine mittlere Deklination d, ebenso verfahren wir mit h, und h, und 
finden dann: 
(t,-+t,) cos 9 + cos? d + sin Em = —(h,—h,)-cosd+cosh 
— (d, — d,) sin d + sin h + (d, — d,) sing 
1) Für sinh, + cos 0, — sinh, cos 9, schreibe man: 
sin h, - cos d, — sin h, cos d, — sinh, cos d, + sinh, + cos /, = cos 9, (sinh, — sinh,) 
— sin h, (cos d, — cos d,)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.