Wirtz, Carl W.: Zeitbestimmung und Chronometerkontrole durch eine Höhendifferenz. 373
Dieser Ausdruck ist ein logarithmirbarer, bei dessen Berechnung man mit
dreistelligen Logarithmen!) völlig ausreicht,
Differentiirt man noch (2) nach dt und d.h, so ergiebt sich:
$ (40) = 8 (ddB) — m ZB m
a.sin Az A, cos hr tAr
2 „3
und die Bedingungen der Beobachtung liegen mithin am günstigsten, wenn
At Ar = 0° und AA 90°
Ca 2
oder wenn A, = — 90° und A, = + 90°, d. h. wenn die beiden gemessenen
Gestirne in entgegengesetzten Zweigen des ersten Vertikals stehen,
Alle . anderen Ueberlegungen und Rechnungsoperationen sind durchaus
analog den in der erwähnten Abhandlung dargelegten; daher beschränke ich
mich hier auf diesen Hinweis und erläutere zum Schlusse die vorgetragene
Methode durch ein Beispiel. Die Beobachtungen sind mit einem Prismenkreis
Pistor & Martinsscher Konstruktion von 13 cm Durchmesser über dem künst-
lichen Horizont angestellt,
Beispiel. 1896 Oktober 11 beobachtete ich an einer nach Sternzeit
regulirten Pendeluhr, deren angenommener Stand Au = —0"30°, zu Krefeld
(0 =— +B51° 20,0‘, 4 = 0* 26" 15° 0):
Uhr
Stern
F
Ables. an Non. I
Ah
ji. 22h 8m 358
41 34
| x Lyrae 101° 48,7'
| y Androm, 110 542
1. t, == + 3b 340 385 2. tt, = — 3h16m 328
[h,] = 50° 59,8 [h,] = 55° 37,5
[dh] = +4° 38,2 .
A, = 272,5° Ay= 386,0°
2 A a
Ay-tAr 179,29 Ar Ar 93,99
+ 4° 32,9
2.
fx
1sh 33m 275
1 57 36
+38° 41,4
| +41 50,4
ddh = — 538
ig ch
57%
Igsecg
ig secAa Ay
A,— A,
lg cosec >
lg (dt)
it — ddu
0,423 n
0,204
0,000n
0,001n
0,628 n
3“
“= — 17%
— 30
Om 478
Der genaue für diesen Abend aus 15 @« Lyrae- und y Andromedae - Höhen
abgeleitete Uhrstand hatte sich ergeben zu Au — — 0” 46,55,
Differentialgleichung: ;
d(dt) = 0,80 d (ddh),
d. h. ein Fehler von 1‘ in der beobachteten Höhendifferenz Ah würde den Uhr-
stand nur um 0,8 = 3° entstellen. .
Die‘ vorstehende Rechnung verläuft konform mit der zur vollständigen
Ortsbestimmung aus Höhendifferenzen erforderlichen, und in dieser Einheitlichkeit
der numerischen Auswerthung erblicken wir einen nicht zu unterschätzenden
Vortheil, um so mehr, da wohl in nicht zu ferner Zeit bequeme Tafeln zur Ent-
nahme der Höhen konstruirt sein werden, und darum rechtfertigt es sich, alle
nautischen Rechnungen wesentlich auf dieselbe Operation zu reduciren, auf die
Höhenberechnung. .
Für die Ausarbeitung einer auf Höhendifferenzen gegründeten nautischen
Astronomie läfst sich noch ein weiteres, meines Erachtens schwer ins Gewicht
fallendes Moment anführen. Nautiker und Mechaniker streben danach, durch
Erfindung eines auch auf See brauchbaren künstlichen Horizontes die Kimm ganz
iy Bolte: „Nautische Tafelsammlung“, Tafel 41.