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12 Sm von Port Tampa entfernt, laden. „Thekla“ verliefls die Bucht mit 6,86 m
(22' 6“) Tiefgang.“
Port Tampa hat eine Eisenbahnbrücke, an deren Bollwerk Schiffe mittelst
Elevator Phosphat laden. Am Kopfe der Brücke ist etwa 8,5 m (28‘) Wasser.
Die Brücke hat Bahnverbindung nach der Stadt Tampa. Kapt. W. Alm be-
richtet: „Wenn die Ladung am Platze ist, geht das Laden sehr rasch; ich habe
einmal in acht Stunden 1600 t geladen. Das Hafenbollwerk ist sehr verbraucht.
»Thekla« lag bei ruhigem Wetter mit 800 t Ladung an vier Pfahlgruppen; als
etwas frischer Wind aufkam, drückte das Schiff sämmtliche Pfähle auf die Seite.
Die Gesellschaft verlangte 46 $ dafür, dafs »Thekla« die Pfähle umgestofsen
hatte. Wir waren in Tampa vom 28. Mai bis 3. Juli 1901 und hatten fast jede
Woche einmal sehr harte Gewitterböen, wohl Windstärke 11, von West nach
NNO holend. Wenn solche Böen kommen, sieht die Luft drohend und grau
in der Kimm aus; man mufs sich sehr in Acht nehmen und das Laden oft einige
Stunden unterbrechen.“
Hafenunkosten. Ballast löschen kostet gewöhnlich 50 cts die Tonne;
„Thekla“ hatte Leichter gemiethet, jeder Leichter zu 5 $ für den Tag, und einen
kleinen Dampfer, der die Leichter an Land schleppte, zu 30% für den Tag.
Unter Benutzung des eigenen Motors kam das Löschen von 1600 £ Ballast nur
auf 600 $, Schlepplohn für „Thekla“ 350 $, Lootsengeld ein und aus 911/4 $,
Laden und Trimmerlohn 45 ets die Tonne; insgesammt zahlte „Thekla“ 2200 %.
Ladung nach dem Ballastplatze (Quarantänestation) zu bringen kostet 1 $ die
Tonne. Zollausgaben 179 $ für „Thekla“, Gesundheitsvisite 10 $.
Die Stadt Tampa liegt am Innenende der Hillsbro-Bucht und ist ein
Handelsplatz von wachsender Bedeutung. Die Stadt ist ‚selbst bei günstigem
Wasserstande nur für Fahrzeuge von etwa 3m (10) Tiefgang zu erreichen.
Tampa hat etwa 10000 Einwohner.
Handelsverkehr. 1900 liefen vier deutsche Schiffe von 4683 Register-
tonnen ein. Das gröfste deutsche Schiff, was bisher den Hafen besuchte, war
„Thekla“ von 2930 Registertonnen. Die meisten Schiffe Jaufen in Ballast ein.
Ausfuhr besteht aus: Phosphat, Bauholz und Früchten. Dampferverbin-
dung mit Havana und New Orleans nur vom November bis im Mai. Post und
Telegraph.
Bahnverbindung zwischen Tampa und Port Tampa durch S. Fr. & Western
Railway mit Anschluls an das nordamerikanische Bahnnetz,
Bunkerkohlen sind in beschränktem Maße zu haben.
Lebensmittel jeder Art sind wohlfeil zu haben. Trinkwasser wird von
kleinen Schleppdampfern von St. Petersburg geholt, die Gallone kostet 1 ct.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das nächste deutsche Konsulat be-
findet sich in Pensacola. Agent für „Thekla“ war John Bradley. An Schiffs-
papieren mufsten Gesundheitspafs und Proviantliste vorgelegt werden. Zollbehand-
lung war gut. Ein amerikanisches Seemannskrankenhaus befindet sich in Tampa.
Auf „Thekla“ entwichen drei Mann von der Besatzung.
St. Petersburg heilst der Endpunkt der Orange Belt-Eisenbahn, die auf
eine Landungsbrücke hinausgeführt ist; am Kopfe der Brücke findet man etwa
45 m Wasser. Der Ankerplatz vor der Brücke kann von Schiffen mit demselben
Tiefgang erreicht werden, wie er für Port Tampa angegeben wurde. St. Peters-
burg liegt 7 Sm unterhalb von Port Tampa an der Westseite der Tampa-Bucht.
Nachtrag zu „Horta“. ©
Nach „Avis aux Navigateurs“ No. 1270, 1901.
Landmarken, Das Jesuiten-Seminar ist zerstört, Das Karmeliter-Kloster
ist in eine Kaserne umgewandelt worden, es liegt etwas bergaufwärts und seitlich
vom unteren Ende eines Kirchhofes und setzt sich aus einem langen gelben Ge-
bäude nnd einer Kapelle mit zwei Glockenthürmchen zusammen.
Lootsen besorgen das Festmachen der Schiffe im Hafen. Um zu warten,
bis alle Vorbereitungen getroffen sind, thut man gut, vorläufig etwa 300 m NNO
'y Val, „Ann. d, Hydr. ete.“, Heft VI, Seite 243 ff.