Punta Arenas (Mag.).
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Aug. Wahlen. Die Firmen Stubenrauch & Co. und Wahlen & Co, sind
Schiffshandlungen. Das Hafenamt befindet sich an der Landungsbrücke. Kin
deutscher Arzt lebt in Punta Arenas. Eine englische und eine deutsche Bank
sind vertreten, letztere (die Deutsche Uebersee-Bank) durch Stubenrauch & Co.
Die Heuern betragen 50 bis 70 $. Segelhandbücher und Seekarten sind in ver-
schiedenen Geschäftshäusern, wie z, B. Stubenrauch & Co., zu haben.
Port Tampa.
Nach einem Fragebogen des Kapt. W. Alm, Viermastbark „Thekla“, vom Juli 1901, ergänzt durch
amerikanische Quellen.1)
Port Tampa an der Old Tampa-Bai ist der Verschiffungsplatz für die Stadt
Tampa in Florida. Die Tampa-Bucht ist ein grofses Aestuarium von 6 bis
10 Sm Breite, das sich vom Egmont Key (Leuchtthurm 27° 36,1‘ N-Br,
82° 45,7‘ W-Lg v. Greenwich) in Nordnordostrichtung 22 Sm weit erstreckt und
dann zwei Zipfel bildet, wovon der östliche etwa 4 Sm breit und 6 Sm lang ist,
während der westliche etwa 6 Sm breit und 12 Sm lang ist und Old Tampa-Bai
heifßst. Im innersten Theile des östlichen Zipfels liegt die Stadt Tampa, die mit
Port Tampa durch eine Eisenbahn verbunden ist.
Landmarke bildet der weiße 24,7 m hohe Leuchtthurm von Egmont Key
mit schwarzer Laterne; weilse Wärtergebäude stehen neben ihm.
Ansteuerung. Das Hauptfahrwasser, das über die Barre in die Tampa-
Bucht führt, liegt an der Nordseite des Egmont Key und heifst Nordkanal.
Kapt. W. Alm schreibt: „Auf der Barre hat man gewöhnlich 7,3 m (24°), doch
haben auch schon Dampfer mit 6,1 m (20°) auf der Barre gestofsen; „Thekla“
hatte beim Auslaufen aus dem Hafen 6,9 m (22’ 6") Tiefgang.“ Nach amerikani-
scher Angabe hat die Barre im Nordkanal nie weniger als 6,4 m (21‘) Wasser-
tiefe bei mittlerem Niedrigwasser; der mittlere Fluthhub beträgt bei Egmont Key
0,45 m. Man halte sich auf Tiefen von mehr als 10 m, bis der Egmont Key-
Leuchtthurm rw. S82°O (mw. O%/8S) peilt, und steuere dann auf den Leucht-
thurm zu, bis man die schwarz und weils senkrecht gestreifte Heultonne erreicht,
die auf 9m Wasser vor der Barre liegt. Man läuft dicht an der Heultonne
vorbei und steuert dann Kurs rw. S87° O (mw. Ost) bis zu der schwarz und
weils senkrecht gestreiften Mitteltonne; auch an dieser läuft man dicht vorbei
und steuert dann rw. S 84° O0 (mw. 01/48), wobei die rothe Tonne des Egmont
Key-Flachs gut an St. B. bleiben muß. Sobald man den Egmont Key-Leucht-
thurm passirt hat, wird das Fahrwasser breit und ist genügend betonnt, Bei
hohem Seegang ist die Barre für Schiffe von etwa 6 m "Tiefgang gefährlich; be-
ladenen Schiffen ist es also dringend abzurathen, bei hoher See auszulaufen,
Ein Nebenfahrwasser, der sogenannte Südwestkanal, führt längs der Süd-
kante des Egmont Key-Flachs in die Tampa-Bucht, hat aber auf der Barre bei
mittlerem Niedrigwasser nur 4,9 m Wassertiefe. Um durch diesen Pafs einzu-
laufen, halte man sich in nicht weniger als 10 m Wasser, bis der Egmont Key-
Leuchtthurm rw. N 28° 0 (mw. NNO0'/A40) peilt, und steuere dann auf ihn zu, bis
man die schwarz und weils senkrecht gestreifte Glockentonne erreicht, die auf
4,9 m Wasser liegt und dicht an jeder Seite passirt werden kann. Von der
Glockentonne steuere man rw. N 56° 0 (mw. NO*/40) und lasse dabei die schwarze
Tonne No. 1 dicht an B.B. und die rothe Bake etwa %s Sm an St. B.
Leuchtfeuer siehe Leuchtfeuer-Verzeichnifs, Heft 6, No. 77 bis 96. Die
Tampa-Bai ist genügend beleuchtet.
Lootsenwesen. Lootsenstation ist auf Egmont Key. Ein weifser Lootsen-
dampfer mit der amerikanischen Flagge und dem Namen „Pilot“ am Bug liegt
gewöhnlich beim Leuchtthurme, Die Lootsen kommen dem Schiffe bis zur Heul-
oder Glockentonne entgegen. „Thekla“ benutzte mit 4,3 m Tiefgang einlaufend
keinen Lootsen, doch besteht Lootsenzwang und der Lootse mufs bezahlt werden,
wenn er auch nicht genommen wird. Die Lootsen bringen die Schiffe bis nach
Port Tampa. Das Lootsengeld beträgt 2,5 $ für jeden Fufs Tiefgang; für das
Auslaufen wird dieselbe Gebühr wie für das Einlaufen bezahlt.
1) Engl. Adm.-Karte No. 2897.