358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1901.
Schiffsverkehr
im Jahre 1900
mit Ladung
in Ballast .
mit Ladung
Davon deutsche { in Ballast
en mit Ladung
chilenische{ in Ball ast
mit Ladung
in Ballast .
»
Einlaufend
Segler
Auslaufend
Dampfer Segler
, Register- |Register-
Zahl ) tonnen | Zahl. | tonnen
Dampfer
1) | Register-'
zahl | —
| Register-
Zahl | tonnen
411
19
99
613 039
15 480 |
231076
25 061
2551
| 366 902
! 12929 |
2
17
2825
1098
395
65
97
9
604773' 52
27503 14
215 067
6 005
25 975
5 628
363 7311 — —
15870‘ 2 1 200
4356 148
1098 56
2825 | 150
LA
160
14
152
5
61
Einfuhr besteht aus allen Lebensbedürfnissen, da ein Anbau von Getreide
hier nicht möglich ist. Ausgeführt werden hauptsächlich: Wolle, Gold und Felle,
Folgende Dampferlinien laufen den Hafen regelmäfsig an: Pacific
Steam Navig. Co., monatlich zweimal ausgehend und heimkehrend, Deutsche
Dampfschiffahrt-Gesellschaft Kosmos, etwa alle zehn Tage ausgehend und heim-
kehrend, Lamport & Holt, Gulf Line, Merchant Line und West Coast Line,
letztere beiden von New York nach Valparaiso, Ferner kommt jeden Monat ein
chilenischer Regierungstransportdampfer von Valparaiso.
Ferner besteht regelmäfsige zweiwöchentliche Verbindung mit Porvenir,
wöchentliche mit Kap Negro, Pecket, Fenton, Oazy, Useful, Punta Delgada und
Punta Espora, 1dtägige mit Gallegos und monatliche mit Santa Cruz und
San Julian.
Fernsprechverbindung besteht über Dungeness mit Possession und Punta
Delgada, ferner mit Gallegos. Der letztere Ort soll auch Telegraphenverbindung
erhalten, weil die Telephonleitung oft nicht in Ordnung ist.
Schiffsausrüstung, Englische Bunkerkohlen sind stets aus den Privat-
vorräthen zum Preise von 60 bis 65 sh. zu haben. Zur Uebernahme der Kohlen
legt man sich längsseit der Hulken, die gewöhnlich einen ausreichenden Vorrath an
Bord haben und mit Dampfwinden versehen sind. Die Regierung verkauft keine
Kohlen, Auch etwas Lota-Kohle ist vorhanden.
Für Segelschiffe, die Kohlen in die Hulken löschen, empfiehlt Kapt, Hauth
zum Festmachen längsseit eine genügende Länge (75 Faden) von 13 bis 15 zölliger
Grastrosse, weil andere schwächere Leinen fortwährend brechen.
Wasser bringen kleine Wasserleichter zum Preise von 3,50 bis 4 $ die Tonne
längsseit; wenn man beide Wasserboote nimmt, kann man in einem Tage bis
80 t Wasser bekommen. Das der Regierung gehörige Wasserboot hält 35 t und
ist hauptsächlich für Kriegsschiffe bestimmt. An der östlichen Landungsbrücke
ist eine Wasserleitung angebracht, an der Schiffe zu jeder Zeit Wasser bekommen
können. An dem in der Karte angegebenen Wasserplatze ist das Wasser nur
sehr spärlich und nicht besonders gut, in dem Flusse Minas dagegen reichlich
und sehr gut. Die Boote können jedoch wegen Brandung nicht nahe genug
herankommen; das Wasser mufs daher erst in Fässer gefüllt und darauf zu den
Booten gerollt oder durch einen etwa 250 m langen Schlauch durchgepumpt
werden.
Die wichtigsten Proviantgegenstände, als Brot, Fleisch und Kartoffeln, sind
in jeder Menge zu billigen Preisen zu haben; Früchte und Gemüse sind theuer.
Hammel von 80 bis 120 Pfd. kosten etwa 7 $, Ochsen von 400 bis 600 Pfd.
etwa 35 $. Dauerproviant und sonstige Schiffsausrüstungsgegenstände sind ver-
hältnifsmälsig reichlich vertreten, aber theuer.
Schiffe, die in Ballast auslaufen müssen, sollten, wie verschiedene es thun,
den nöthigen Ballast mitbringen. Sonst mufs man den Ballast vom Seestrande
holen, was eine lange Zeit erfordert.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat liegt zwei
Block westlich von der Landungsbrücke auf einer Anhöhe, Calle Errazuriz.
Agent . des Germanischen Lloyd ist Kapt. H. Petersen, der Kosmos - Linie