accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

356 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1901. 
Die Sichtweite des Leuchtfeuers beträgt allerdings weniger als 10 Sm, ganz ab- 
gesehen davon, dafs es durch den Schein der elektrischen Bogenlampen, die in 
zeiner Nähe hängen und weithin sichtbar sind, verdunkelt wird. Die elektrischen 
Lichter der Stadt sind ebenfalls weiter als das Hafenfeuer sichtbar und erscheinen 
von Süden gesehen in zwei Gruppen, die durch einen dunklen Gürtel von- 
einander getrennt sind; in letzterem erblickt man einige helle Bogenlichter. 
Die Landungsbrücke befindet sich im südlichen Theile dieses dunklen Gürtels. 
Die beiden rothen Lichter auf der Regierungshulk werden bei der bevor- 
stehenden Ankunft eines Dampfers nicht mehr angezündet; dafür sollen beständig 
zwei weiße Lichter brennen, die in einer Entfernung von 2m senkrecht über- 
einander angebracht sind. Um Irrthümer zu vermeiden, dürfen dann die übrigen 
Hulken keine Lichter mehr führen. Auf diese Weise werden die Lichter der 
Kohlenhulk und das Brückenfeuer gute Leitmarken zum Ankern abgeben. 
Ansteuerung der Rhede von Punta Arenas ist nach dem Passiren der 
Insel Santa Magdalena leicht. Die Häuser der Stadt werden schon über die 
niedrige Sandhuk hinweg sichtbar. Man mufßs nur die Sandbank vermeiden, die 
sich südlich von der Sandhuk erstreckt und deren 5,5 m Grenze etwa 1 Sm weit 
zeewärts reicht; eine rothe spitze Tonne mit Balltoppzeichen liegt an der Ost- 
kante der Bank; auf ihre richtige Lage jedoch ist kein Verlafs. Man thut gut, 
erst auf den Ankerplatz zuzuhalten, wenn das Hafenfeuer etwa West peilt. 
Die Rhede bietet gute gegen die vorherrschenden westlichen und süd- 
westlichen Winde geschützte Ankerplätze mit Tiefen von etwa 9 bis 20 m. Der 
Ankerplatz ist nördlich von der Regierungshulk, die Anfang 1901 auf 18 m 
Wasser 5! Kbig südlich vom Kopfe der Passagierlandungsbrücke verankert 
war.!) Aufser dieser Hulk, die gelb gemalt ist, giebt es noch drei alte Dampfer, 
von denen zwei der Linie Lamport & Holt und einer der Kosmos-Linie gehört; 
aufserdem sind noch eine Privat- und eine Regierungshulk vorhanden. Alle diese 
Hulken dienen zur Aufnahme von Kohlen oder Gütern und liegen südlich von 
der Regierungshulk., 
Die Tonne des Stationsschiffes ist in der Verlängerung der Achse der 
beiden Landungsbrücken auf 18 m Wasser verankert. Der Platz vor den Landungs- 
brücken ist für Kriegsschiffe bestimmt, während die den Hafen anlaufenden 
Dampfer nordöstlich von diesem Ankerplatz ankern müssen. Das Wrack des 
englischen Kriegsschiffes „Doterel“, das im Jahre 1881 infolge einer Explosion 
sank, liegt nach der Karte etwa 4'/a Kblg ostsüdöstlich vom Kopfe der Passagier- 
landungsbrücke. Es hat 14,5 m Wasser über sich und ist, abgesehen davon, dafs 
Anker und Ketten unklar davon kommen können, kein Schifffahrtshindernifs. 
Anfang 1900, nach Einziehung der dort verankerten Hulk und Tonne, war die 
Lage des Wracks an Nichts kenntlich. Es ist möglich, dafß die Tonne inzwischen 
wieder ausgelegt ist. 
Gezeiten. Die Hafenzeit auf der Rhede ist etwa 0* 0”; der Fluthhub 
beiträgt bei Springtide 1,5 m, bei Niptide 1,2 m. 
Leuchtfeuer. Ein rothes festes Feuer von 10 Sm Sichtweite brennt auf 
dem Kopfe.der Passagierlandungsbrücke. (Nach den amtlichen chilenischen An- 
gaben ist die Sichtweite des Feuers weniger als 10 Sm, siehe Seite 356.) 
Sechleppdampfer für Leichter und kleinere Schiffe sind drei vorhanden. 
Gröfsere Segelschiffe, die einen Schleppdampfer haben müssen, treffen gewöhnlich 
ein Abkommen mit einem der hier verkehrenden kleinen Frachtdampfer. Eine 
‘este Taxe besteht nicht. Die Bark „Seestern“ bezahlte für das Schleppen von 
der Insel Elisabeth bis nach Punta Arenas durch den 79t grofsen Dampfer 
„Keelrow“ 40 £ und für das Schleppen von Punta Arenas bis zum Kap Possession 
durch den Dampfer „Magellanes“ 55 £. Für Verholen im Hafen wird gewöhnlich 
50 $ berechnet. In Punta Arenas ist auch ein Regierungsschlepper von 150 Re- 
gistertounen stationirt. 
Rettungswesen. Es hesteht eine Vereinigung von Rhedern kleiner 
Dampfer, die Schiffen bei Unfällen Hülfe leisten, hauptsächlich indem sie die 
Ladung gestrandeter oder sonst beschädigter Schiffe löschen oder durch Taucher 
1) Die in der neuesten engl. Adm.-Karte No. 545, verb. bis Januar 1901, angegebene Lage 
ler Regierungshulk ist demnach nicht richtig,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.