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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1901.
Orte nicht mehr. Südöstlich von der verfallenen Landungsbrücke stehen zunächst
vier einzelne Häuser (Hütten), dann ein langer niedriger Schuppen und darauf
noch sechs bis acht Hütten. Fast alle sind mit roihen verwitterten Ziegeln
gedeckt. Nachts würde man den Ort wohl nicht finden,
Der Ankerplatz recht vor dem Orte ist gut. Wir ankerten auf 18 m
Wassertiefe. Von unserem Ankerplatze peilten die genannte Brücke und der
höchste Berg in Eins in m/w. N13°O, der Berg Tres Picos N29°0 und Soco-
nusco Bluff S87°O (Milsweisung -+ 7°). Der Strom setzte hier bei südöstlichem
Winde, Stärke 2 bis 3, nach NW mit '/2 Sm Geschwindigkeit. Tiefen und Grund
stimmten mit den Angaben der Karte überein.
Hafenanlagen giebt es auch hier nicht. Die früher hier befindliche Lan-
dungsbrücke ist bis auf ein kleines, auf dem Lande stehendes Stück weggespült.
Südwestlich vom Orte liegt in etwa !/a Sm Entfernung davon eine Tonne, von
der eine Trosse nach dem Lande führt, um daran die Leichter durch die Bran-
dung zu ziehen. Ungefähr 1 Kblg. aufserhalb dieser Tonne liegt noch eine
zweite Tonne auf etwa 17 m Wassertiefe. Das Löschen und Laden geschieht
mittelst Leichter.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Alles wie in San Benito, mit Aus-
nahme der Schiffsagenten.
Port Angeles.!)
Ansteuerung. Am Tage bilden die 1'/2 Sm westlich von Port Angeles
gelegene weifse Klippe (Piedra Blanca) und das weilse Untergebäude des '/a Sm
westlich von der Einfahrt stehenden Leuchtthurmes weithin sichtbare Landmarken,
nachts das alle 5 Sekunden einen hellen Blink zeigende Leuchtfeuer.”) Letzteres
wurde von uns, von Osten kommend, bereits in 24 Sm Entfernung davon gesichtet.
Nach meiner Meinung genügen diese Landmarken für die Ansteuerung, doch sind
sie nicht genügend, um nachts. den richtigen Ankerplatz zu finden oder gar in
die Bucht zu gehen. Die Bucht selbst ist erst aus geringer Entfernung davon
zu erkennen, da außer der auf Bufaderos Bluff stehenden niedrigen Strohhütte
mit einem Kreuz andere Häuser oder Hütten nicht zu sehen sind. Krst wenn
die Bucht in m/w. Nordpeilung offen kommt, erblickt man rechts von einem
hellen Sandstrande einige Hütten.
Hafenanlagen giebt es nicht. In die Bucht können nur kleine Schiffe
gehen, weil sie keinen Raum zum Schwaien hat. Gröfsere Schiffe müssen aufser:
halb der Einfahrt ankern auf 35 m Wassertiefe über grobem Sandgrunde in der
Kreuzpeilung: Der Südfelsen an der Westseite der Bucht m,w. WzS, die südliche
Huk unter Bufaderos Bluff NzW. Vor 90m (50 Faden) Kette und WSW an-
liegend, peilten wir vom Schiffe: den Leuchtthurm WSW'/W, den Südfelsen an
der Westseite der Bucht WSW!/W und die südliche Huk unter Bufaderos Bluff
NzW!@W. Die Tiefen- und Grundangaben der Karte stimmten mit den von uns
gefundenen Verhältnissen überein. Das Löschen und Laden geschieht mittelst
Leichter, die in die innere Bucht gehen.
Auskunft für den Schiffsverkehr, Aerztliche, gesundheitliche und Zoll-
verhältnisse wie in San Benito. Zum Verkehr mit dem Lande können die Schiffs-
boote benutzt werden, die auf dem Strande in der inneren Bucht landen müssen.
Bemerkungen über den Otway-Hafen.
Nach . Notieias Hidregrafieas“. Valparaiso. Mai 1901.
Ansteuerung.?) Nach dem Passiren des Kaps Tres Montes wird man die
Diego-Huk an einer hohen walzenförmigen Klippe erkennen, die etwas nach Süden
geneigt ist und gut frei von der Huk liegt; hinter ihr wird man bei nicht zu
1) Annalen 1889, S. 434; Engl. Adm-Karte No. 430: Anchorages on the West Coast of
Central-America, Plan cf Port Angeles; Segelhandbuch für den Stillen Ozean, S. 577; West Coasts
of Central-America and United States, London 1896, S. 113.
2) Nachtrag zum Verzeichnifs der Leuchtfeuer aller Meere. Heft VIL, Stiller Ozean No, 1080;
„Nachrichten für Seefahrer“ 1901, No. 523.
% Engl. Adm.-Karte No. 1296: Port Otway.