accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Wedemeyer, A.: San Francisco. 
351 
Hawaii-Inseln, Australien, Panama, Britisch Columbia und mit Hamburg über die 
Häfen Mittelamerikas monatlich durch die Dampfer der Kosmos- und der Ham- 
burg—Amerika- Linie. Zahlreiche Eisenbahnen vermitteln den Personen- und 
Güterverkehr zwischen San Francisco, dem Hinterlande und den Oststaaten; San 
Francisco ist Endpunkt der Western Union und der Postal Telegraph Co, 
Industrie. San Francisco ist reich an industriellen Unternehmungen. 
Hervorzuheben sind die Eisengiefsereien, Schiffs- und Maschinenbauanstalten und 
‚Reparaturwerkstätten, Zuckerraffinerien, Gerbereien, Bierbrauereien, Schuh- und 
Stiefelfabriken und Konservenfabriken. Seefischerei wird von vier Fischdampfern 
und einer grofsen Flotte kleiner Segler betrieben; die Fischerei ist fast ganz in 
Händen von Italienern und Griechen. 
Schiffsausrüstung, .Vorräthe von australischen, englischen und Vancouver- 
Kohlen sind stets reichlich am Orte. Die Kohlen werden auf der Rhede in 
Leichterfahrzeugen geliefert, auch sind mehrere Kohlenlager an den Landungs- 
brücken vorhanden, von denen Schiffe sehr leicht und billig Kohlen erhalten 
können. Neuerdings sind mehrere Kohlenhulks in TThätigkeit, die mit Dampf- 
winden 400 bis 500 t Kohlen täglich abgeben können. Der Preis ist durch- 
schnittlich 7 bis 12 $ die Tonne. Die größten Kohlenhändler sind Wm. G. Staf- 
ford & Co., Richard B. Chandler und John Rosenfeld Sons: ; 
Frischer und Dauerproviant jeder Art ist stets reichlich vorhanden; 
Brot, Hülsenfrüchte, Gemüse, Früchte, Fleisch sind wohlfeil, während andere 
Lebensmittel verhältnifsmäfsig theuer sind. Trinkwasser liefern an fast allen 
Landungsbrücken die „Spring Valley Waterworks“, auf der Rhede kann man 
Trinkwasser aus Wasserbooten erhalten; im ersteren Falle zahlt .man für 
1000 Gallonen 1,25 $, im letzteren 5$. Das Flufswasser kann, wenn der Wasser- 
stand des Flusses sehr hoch ist, zum Kochen verwandt werden; um es trinkbar 
zu machen, mufs es abgekocht werden. 
Andere Schiffsausrüstung ist jederzeit reichlich zu haben. Hanfsegeltuch 
soll schlecht und theuer sein; es dürfte daher das bessere und billigere Baum- 
wolltuch vorzuziehen sein. 
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Deutscher Generalkonsul ist A; Rosen- 
thal, das deutsche Konsulat liegt Ecke Sacramento- und Battery-Strafse, Eingang 
Sacramento-Strafse 318. Agent des Germanischen Lloyd ist Henry Mohns. 
Schiffsbesichtiger Kapt. Lüder Höpken wohnt Market-Strafse 29. Die meisten 
deutschen, englischen und amerikanischen Seeversicherungs- Gesellschaften sind 
am Orte vertreten. Deutsche Schiffsmakler sind Charles Ed. Heise & Co., 
Battery 510. Agent der Kosmos - Linie ist J. D. Spreckels & Bros. Co. 
Agenturen des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg— Amerika-Linie befinden 
sich Montgommery-Strafßse 118 und California- Strafe 401. Ein Deutscher, 
Charles H. Cattermole, Ecke Davis- und Broadway, besorgt vielfach für die 
deutschen Schiffe den Ankauf von Proviant. Bei gröfßseren Ankäufen empfiehlt. es 
sich, das Konsulat um Rath zu fragen. 
Das Hafenamt („Board of State Harbor Commissioners“) hat seine Ge- 
schäftsräume im neuen Fährhause, Ende Market-Strafse. Hafenpolizeiamt liegt 
Sacramento-Straße 30: Beim KEinlaufen eines fremden Schiffes kommen zwei 
Polizisten längsseit, um, falls der Kapitän es wünscht, zur Aufrechterhaltung der 
Ordnung an Bord zu gehen. Lootsenamt hat seine Geschäftsräume Battery- 
Straße. 506. Zollbehörde hat ihren Sitz Ecke Battery- und Washington-Strafse. 
Viele deutsche Aerzte--sind in der Stadt ansässig. Mehrere Krankenhäuser 
sind am Orte; die deutschen Schiffe pflegen ihre Kranken nach dem Hospital 
der deutschen Unterstützungsgesellschaft zu senden, das 1 $ den Tag berechnet. 
Städtische Krankenhäuser sind das Aufnahme- Hospital (Receiving-Hospital) in 
der Market-Strafßse und das United States Marine-Hospital, das aufserhalb der 
Stadt liegt und 1% den Tag berechnet. Das Seemannsheim (Sailors Home) liegt 
Ecke Main- und Harrison-Strafse. Freie Leseräume mit Bibliotheken sind Mariners 
Church und Free Reading Room, die Bibliothek der Seemannsmission und die 
öffentliche städtische Bibliothek in der City Hall. 
157 Entweichungen von Seeleuten fanden 1900 auf deutschen Schiffen 
statt; die Seeleute werden gröfstentheils von den Schlafbaasen, gegen‘ deren Un- 
wesen schwer anzukämpfen ist, mitgenommen. Das Anheuern der Seeleute ge-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.