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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Wedemeyer, A.: San Francisco. 
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Dockkosten. Die Dockkosten sind auf allen Docks ‚gleich. Dampf- 
schiffe. zahlen für den ersten Tag bei einem Brutto-Raumgehalt von 100 bis 
3000 t 40 Cents die Tonne, von 83000 bis 4000 t 30 Cents die Tonne und von 
4000 bis 6000 t 20 Cents die Tonne; für jeden weiteren Tag werden‘ 20 Cents 
die Tonne, jedoch mindestens 30 $, erhoben, Segelschiffe von 120 Netto-Register- 
tonnen aufwärts haben für den ersten Tag 20 Cents die Tonne, für jeden ferneren 
Tag 15 Cents die Tonne, mindestens jedoch 30 $, zu zahlen. Segelschiffe von 
über 750 t zahlen für den ersten Tag 20 Cents die Tonne, für jeden weiteren 
Tag 10 Cents die Tonne. ; 
Feuerlöschwesen,. Feuermelder, die der städtischen Feuerwehr den Aus- 
bruch eines Feuers melden, sind überall an der Wasserseite angebracht. Zwei 
bestausgestattete Feuerlöschdampfer liegen im Hafen; auch sind‘ zahlreiche 
Schleppdampfer mit Löschvorrichtungen versehen. Sobald ein Feuer gemeldet 
wird, wird durch verschiedene Signale mit einer Dampfsirene der Bezirk, in 
welchem das Feuer ausgebrochen ist, .kundgegeben. 
Hafenunkosten. An den städtischen und privaten Landungsbrücken 
werden Abgaben erhoben in Höhe von 4 $ für die ersten 200 Netto- Register- 
tonnen und 3/4 Cent für jede weitere Tonne den Tag. Auf die Hälfte ermäßigt 
werden diese Abgaben für Schiffe, die Ballast einnehmen oder löschen oder nur 
so viel Ladung übernehmen, als das Schiff zum Stehen bedarf; die gleiche Taxe 
findet Anwendung bei Schiffen, die, obne zu laden oder zu löschen, an den 
Brücken liegen oder die an der Aufsenseite eines anderen Schiffes festgemacht 
haben. An den Eisenbahnlandungsbrücken in San Francisco, in Oakland, Alameda, 
Port Costa u. 8. w. werden keine Abgaben erhoben; dies gilt auch für Schiffe, 
die an den Getreideschuppen liegen. ; 
Unkosten für den Stauer. Zu zahlen sind: 
Für .das Löschen einer Ladung Stückgut (Mals oder Gewicht). . . 35 Cents per t, 
Kohlen, Ballast oder altes Eisen, .. 321, x 
eiserner Platten oder Stangeueisen . 10 % 
Eisenbahnschienen, Steine oder Koke S0 . 
Für das Uebernehmen einer Ladung Weizen, Mehl oder Borax in Säcken 9 » » (2240 6) 
Gerste ©. 00 0 000.04.00.4.4 380 „„ „ » (2000 &) 
Lachs und Frucht in Kisten . , . 45 » » (2240 8) 
Die Unkosten für Einklariren betragen 5 $ 70 Cents, für Ausklariren 
2 $ 70 Cents. 
Beispiel. Ein Dampfer von 1629 Registertonnen zahlte an Abgaben: 
Tonnengeld. . . . 
Kaigeld +. 0.00.0000. 04 
Lootsengeld . . . . . +. 
Ein- und Ausklariren . .. 
Konsulatsgebühren . .. . 
97,35 $, 
102,90 $, 
160,16 $, 
8,40 $, 
47,98 $, 
416,79 8. 
Die Gesammtunkosten des Segelschiffes „Marie Hackfeld“ von 1705 Netto- 
Registertonnen, das mit halber Ladung ein- und mit voller Ladung auslief, be- 
trugen 4500 $. 
Die Stadt San Francisco. Die Bucht von San Francisco wurde 1769 
durch eine Landexpedition entdeckt, als der Vicekönig von Mexiko, Marquis de 
Croix, die Kolonisation der kalifornischen Küste durch Mönche vom Orden des 
heiligen Franz veranlafste. Am 17. September 1776 wurde nordwestlich von der 
jetzigen Stadt ein spanischer Militärposten, das Presidio, und im Oktober die 
Mission San Francisco de Dolores gegründet, deren Gebäude noch heute im süd- 
westlichen Theile der Stadt stehen. Die Niederlassung blieb jedoch unbedeutend; 
1830 bestand die Gesammtbevölkerung aus 250 Köpfen. 1846 wurde das Land 
durch ein Kriegsschiff der Vereinigten Staaten in Besitz genommen, Die Ent- 
deckung der Goldiager am Sacramento im Jahre 1848 durch den schweizerischen 
Hauptmann Sutter bewirkte ein schnelles Aufblühen der. Stadt, die 1852 schon 
35 0U0 Einwohner zählte. In den ersten Jahren nach Entdeckung der Goldlager 
wurde die Stadt häufig durch Feuersbrünste schwer mitgenommen. ‘Infolge der 
äußerst ergiebigen Goldfunde vergröfserte sich die Stadt sehr schnell. Nach der 
neuesten Zählung hat San Francisco 342 782 Einwohner. Auswanderer aus allen 
europäischen Staaten sind darunter vertreten, hauptsächlich Iren und Deutsche,
	        
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