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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Dinklage, L. E.: Orkanartige Stürme südwestlich von den Kapverde-Inseln, 319 
und See zu, das Barometer hielt sich ziemlich gleich auf ungefähr 758,5 mm 
Höhe;!) in der nächsten Nacht begann jedoch ein rascheres Fallen, mit welchem 
das stürmische Wetter eingeleitet wurde. Den Verlauf desselben ergiebt der 
folgende Auszug. 
Dampfsehiff ‚Ammon‘ auf der Reise von Montevideo nach St. Vincent. 
Datum | syunde 
1900 
Sept. 9| Mittag 
4lın 
8bp 
Mittern.) 
Sept. 10 | 
Aha | 
Sha 
LOba 
i1ba 
Mittag 
ihp 
2hp | 
3h p 
4h D 
öhp ) 
Shp 
8hp | 
9hp 
Mittern. 
iha 
4ha 
88h 
Mittag 
Sept. 11 
_ Mittagsort 
N-Br | W-Lg 
Wind 
10° 3126° 54 NW 4—5 
INNW 5 
NNW 4 
NNW5—4 
NW 3 
WzN 3 
W 8—10 
SW 10 
WzS 6 
13° 14! ' 26° 10° 
WzS 
SzW 
Ss 
So 
SSO 
S0zS 
SOzS (| 
SOzS 6—' 
SOzS j 
SOzS € 
S0zS 5—4 
S0 4-—R 
SSO 2—9 
Bar. 
red. 
\Wetter' 
Kurs und 
Distanz 
757,51 €. q. 
756.21 ce. q. 
N14°0 42 
‚N 15°0 46 
758,0 
757,4 
o.g.r. N12°O 36 
og. r.]N12°0 37 
‚o.a.r.|N 12°0 34 
755,4 
an 
0. 25 
751,8 lo.g.r.1N 12°0 32 
753,4 
‚N 12°0 32 
752,0 
752,8 
752,31 0. q. ‚N 14°0 30 
752,6 00] 
754,2 7 
755,8 gr. 1. ıN14°0 40 
756,7 | 9 
756,9" %. Iso 40 
©. 9. 
5.1. N14°0 42 
e, N18°0 42 
BD. 
Q. 
757,3 
759,3 
760,3 
Bemerkungen 
Steife Briese mit einzelnen Böen. 
Bewegte See. Schiff stampfet, Spritzwasser an 
Deck. 
Steife Böen aus NO mit Regen. 
Bewegte Nordostdünung, durcheinanderlaufend 
mit Südwestsee. Schiff stampft sehr. 
Mallung aus Nord und West, viel Regen, sehr 
hohe Nordostdünung, Schiff stampft schwer 
und nimmt viel Wasser über den Bug. 
Seegang zunehmend; von 6% a anhaltender 
Regen. 
Orkanartige Böen mit hoher durcheinander- 
laufender See. Viele Sturzwellen über Back, 
Vordeck und die Luken 1 und 2. Zeitweilig 
sehr dick von Regen. 
Wind allmählich über Süd nach SO holend. 
See in der ersten Hälfte der Wache ab- 
nehmend, darauf hoch und grob aus SO 
Verdeck beständig von Sturzseen überfluthet, 
 Steifer Wind, heftige Regenböen. Starkes 
Blitzen und Donnern. 
Wind und Seegang langsam abnehmend. KEin- 
zelne steife Böen. Sturzseen über Deck. 
Wind und Seegang wie vorher. 
Steife Briese, bewegte See. 
Um 9b 30m a sichteten die Insel San Antonio. 
Um 12b 5m p ankerten auf der Rhede von 
St, Vincent. 
Der Ort, wo an Bord von „Ammon“ am Mittage des 10. September der 
niedrigste Barometerstand von 751,3 mm beobachtet wurde — 13° 14‘N-Br und 
26° 10’ W-Lg —, liegt von dem der „Ostara“ — 14° 12‘ N-Br und 30° 17‘ W-Lg —, 
wo Kapt. Thöm am 7. September um 2* p den niedrigsten Luftdruck von 734,2 mm 
fand, 8 76°O0, 248 Sm entfernt. Es ginge gegen alle Erfahrung, wenn man an- 
nehmen wollte, dafs ein Sturmcentrum in der fraglichen Breite eine solche Zug- 
richtung einschlagen sollte. Gegen dieselbe spricht auch die auf beiden Schiffen 
beobachtete Aenderung der Windrichtung von Nord durch West und SW nach SO, 
die auf eine Fortbewegung nach NW bis West hindeutet. Die Stürme vom 7. 
und 10. September gehörten demnach nicht derselben fortschreitenden Depression 
an, sondern waren, trotzdem sie nach Ort und Zeit sich so nahe kamen, getrennte 
gleichzeitige Erscheinungen, wie sie in den Gebieten, die zu atmosphärischen 
Störungen neigen, nicht selten vorkommen. 
Kapt. Danielssen macht die Bemerkung, dafs am 10. September, während 
der Sturm aus westlicher Richtung kam, grofse Heuschrecken auf das Deck ge- 
weht wurden. Wahrscheinlich waren dieselben mit dem nördlich vom Schiffe 
herrschenden östlichen Winde von der Küste Afrikas herübergeweht und so in 
den Wirbel gekommen. Nach dem Journal der Viermastbark „Rence Rickmers“, 
Kapt. A. Schulze, zeigten sich die mit dem vorhandenen verstärkten östlichen 
Winde von Afrika herübergekommenen Flüchtlinge in etwas nördlicherer Breite 
und westlicherer Länge schon zwei Tage früher. Am 8. September, auf 15° 7‘ N-Br 
und 27° 24‘ W-Lg, zeigten sich bei ONO 4 und gutem Wetter viele Insekten, 
vornehmlich eine große Heuschreckenart und Schmetterlinge, bei dem Schiffe, 
1) Der Barometerstand ist für Temperatur berichtigt, aber nicht für Standfehler, da zur 
Vergleichung des Barometers keine Gelegenheit war.
	        
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