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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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ED 
Annalen der 
HAydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli *95° 
Orkanartige Stürme südwestlich von den Kapverde-Inseln 
im September 1900. 
Von L. E, Dinklagze, 
Die Journale von Schiffen, welche in der ersten Hälfte des September 1900 
den in dieser Jahreszeit am weitesten nördlich gelegenen Aequatorial-Kalmen- 
gürtel auf ihrer Fahrt vom Südatlantischen Ozean nordwärts nach Europa durch- 
fuhren, berichten über zwei orkanartige Stürme, die zwar nur von sehr kurzer 
Dauer, aber, wenigstens der erste, von aufserordenilicher Heftigkeit und von 
einem ungewöhnlich tiefen Fallen des Barometers begleitet waren. Des Weiteren 
unterschieden sie sich von den im Ganzen nicht seltenen Stürmen in der Um- 
gebung der Kapverden durch die verhältnismäßig niedrige Breite, wo sie 
auftraten. 
Wir beginnen mit dem Bericht des Kapt. F. W. Thöm vom Vollschiffe 
„Ostara“, welches als das erste vom Unwetter überfallen wurde und bei dem 
urplötzlichen Hereinbrechen des Orkans alle Masten verlor, so dafs es in seinem 
verkrüppelten Zustande nur mit grofser Mühe und Noth nach der 1700 Sm ent- 
f{ernt in Lee liegenden Insel Barbados gebracht werden konnte. 
Vollschiff „Ostara‘, Kapt. F. W. Thöm, von Tocopilla nach Nordenhamm. 
Datum 
1900 
Sept. 6 | 
Sept. 7 
Stunde 
4ha 
8Sha 
Mittag 
4b p 
Sbp 
Mittern, 
4b5 
han 
Mittag | 
Mittagsort AH 
N-Br ‘ W-Lg 
13° 46’ | 28° 45 
14° 12 
30° 17 
Wind ) Bar. | 
mw. vod Wetter! 
Kurs und 
Distanz 
NOzN 
NOzN 
NOzN 
NzO 
NNO 
NNO 
NzZO 
760,1: e. 1. 
761,6; ©. 
761,1 C 
760,4 Ce, 
760,1 6. 
761,1 C. 
759,7 e. 
N70°W 21 
N 70° W 24 
N 70° W 25 
N86°W 18 
N 80° W 20 
N 75° W 25 
‚N S0° W 28 
X 
4 
£ 
q 
Nördlich 3 
759,6 lo. r.a 
W 
18 
Nördl.3—5 
758,9 10.g.r.) N 62°0 20 
Bemerkungen 
Schön Wetter. Blitzen in West. 
Desgleichen, leicht bewegte See. 
Leichter Passat, schön, leichte See. 
Sleiches Wetter, 
Desgleichen. 
Desgleichen. 
Leichter Passat, schönes Wetter. 
Seit 5l/gb a leichte Regenschauer. Der Wind 
holt bis NzW. Da wir auf St. B.-Halsen 
Südbreite machten, liefs ich um 7ba nach 
Osten wenden. Während des Vormittags 
böiger unstätiger Wind; der Regen wurde 
stärker, die See unruhiger und unregel- 
mäfsiger, Ich liefs deshalb die leichten 
Segel, als Bagien, Aufsenklüwer und Bram- 
stagsegel, gegen Mittag auch Kreuzober- 
bramsegel und Grofssegel festmachen. 
Das Barometer zeigte noch wenig Veränderung. 
[ch ging um 12b a das Besteck aufzumachen 
ınd Mittagsmahlzeit einzunehmen, befahl 
aber dem Ubersteuermann, welcher der Ge- 
wohnheit gemäfs während des Mittagessens 
der St. B.-Wache mit seiner Wache an Deck 
blieb, Alles gut dicht und fest zu machen; 
wir könnten vielleicht schlechtes Wetter be- 
kommen. Als ich um 121/gbp wieder an 
Deck kam, war das Aneroid um !/19 englische 
Zoll gefallen. Ich liefs nun sofort alle 
Segel bis auf die Untermarssegel, Vor- und 
Grofs-Obermarssegel und Vorstängen-Stax- 
zegel dicht geien und festmachen. Der 
Regen wurde heftiger. 
„Ostara“ war auf einer Reise von Tocopilla, Chile, nach Nordenhamm 
begriffen, hatte am 27. August 1900 nach einer Reise von 65 Tagen den Aequator 
in 25,8° W-Lg passirt und schon in 2° N-Br durch Rechtsdrehen des Südost- 
passats den Südwestmonsun erhalten. Derselbe wehte, ausgenommen eine Unter- 
brechung in 8° bis 10° N-Br, ziemlich frisch und beständig bis 12° N-Br, welche 
„Ostara“ schon am sechsten Tage von der Linie, am 2. September, erreichte. 
Das Barometer zeigte den regelmäfsigen täglichen Gang und hielt sich auf einer 
Höhe von 760 bis 761 mm, was den mittleren Verhältnissen entspricht. Das
	        
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