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können. Noch etwas weiter nördlich, schon weit von der Hauptansiedelung der
Europäer entfernt, liegt noch ein Bootshafen an der Mündung eines Flüfschens.
Fremden ist es aber nicht anzurathen im eigenen Boote zu landen, denn die
ganze Küste ist mit grofsen losgerissenen Korallenfelsblöcken bestreut, die noch
von dem grofsen Erdbeben und vom Krakatoaausbruch herrühren.
01ld Anjer. Der Ort dehnt sich weit längs der Strafse aus, Eine gute
schon erwähnte Landstrafse führt nach Batavia. Längs dieser Stralse ist eine
Eisenbahn im Bau, deren Bahnkörper bis auf die Schienen schon im Juli 1900
fertig war. Die Bahn führt über Serang. Die wenigen in Anjer ansässigen
Europäer hoffen auf einen Aufschwung des Ortes, sobald die Bahn in Betrieb
sein wird. Vorläufig besteht tägliche Postverbindung mit Batavia. Die An-
pflanzungen-in der Umgebung von Anjer zeigen viele ganz junge Kokospalmen.
Proviant, Dauerproviant mufs von Serang oder. Batavia bezogen werden.
Frisches Fleisch wird zweimal wöchentlich ebendaher geschickt. Nur Yams,
Früchte, Eier und Hühner sind in Anjer zu haben. Der Agent der schon ge-
nannten Schiffshändlerfirma hält auch nur die eben angeführten Vorräthe auf
Lager, besorgt aber auf vorherige telegraphische oder briefliche Bestellung alles
Nöthige an Proviant aus Serang oder Batavia. Es soll vortheilhafter sein, auch
den frischen Proviant vom Agenten als durch die Bumbooute zu beziehen.
Wasserversorgung. „R.C. Rickmers“ lief Anjer hauptsächlich an, um
den Trinkwasservorrath zu ergänzen, weil mehrere Wasserfässer durch Ausfrieren
in New York leck gesprungen waren. Man kann durch Vermittelung von Bum-
booten, deren im Jahre 1900 neun vorhanden waren, Wasser erhalten, aber
täglich nur ein bis zwei Fafs gutes, weil das Rinnsal sehr schwach ist.
„R. C. Rickmers“ mufste für ein Fafls voll 7 Gulden bezahlen. Die in Anjer
lebenden vier Weifsen benutzen nur Regenwasser, das vom Dach des Leucht-
thurmhauses eingefangen wird. Der Agent L. Stürmer besorgt Wasser auf Be-
stellung und nimmt 6 Gulden für jede Fuhre von zwei Fässern. -
Vorausbestellung von Proviant und Trinkwasser. Schiffe, die von
der Rhede von Bangkok oder von anderen Plätzen herkommen, wo kein Wasser
oder Proviant zu erhalten ist, thun gut, an den Agenten in Anjer zu telegraphiren,
falls sie. die Absicht haben, in der Sunda-Strafse das Wasser zu ergänzen, Sonst
entsteht leicht eine Verzögerung‘ von 2 bis’3 Tagen, da die Vorräthe erst
herbeigeschafft werden müssen.
Lootsen. „R. CC. Rickmers“ nahm für die Weiterfahrt nach Hongkong
einen malayischen Lootsen (Aladin) aus den Bumbooten, der sehr gute Zeugnisse,
auch von deutschen Schiffen aufzuweisen hatte.
„R. C, Rickmers“ verliefs Anjer am Morgen des 24. Juni und kam am
10. Juli in Hongkong an.
Zur Küstenkunde der Philippinen.
Nach „Notice to Mariners“ No. 488, 490, 521, 522. Washington 1901.
(Hierzu Tafel 25 und 26.)
Kagayan an der Nordküste von Mindanao siehe Tafel 26. Guten Anker-
platz vor Kagayan findet man auf 51 bis 55 m Wasser in der Peilung: Dock in
rw. N 30° W (mw. NNW*’/AW). Die Barre vor der Mündung des Kagayan-Flusses
erstreckt sich etwa 1'!/a Sm weit in rw. N80°O0- (mw. OzN-) Richtung. Die
Flufsmündung liegt etwa 1 Sm rw. N 665°W (mw. WNW) von der Makabalan-
Huk und ist an wenigen Häusern aus Nipapalmen und einem kleinen Kokosnufs-
palmengehölz dicht am Wasser auszumachen. Bei der Ansteuerung des Anker-
platzes bleibe man in gutem Abstande von der Barre und bringe die Stadt Gusan
nicht eher in rw. S1°W- (mw. Süd-) Peilung, bis das Dock nahe beim Anker-
platze rw. S68,5°W (mw. WSW) peilt.
Batangas an der Südwestküste von Luzon siehe Tafel 26.
San Esteban-Hafen an der Westküste von Luzon siche Tafel 25.
Dirike- (Dirique-) Hafen an der Nordwestküste von Luzon siehe Tafel 25.