accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1901. 
Die Barre, Eine 4 Sm breite Bank zieht sich längs der Küste hin. Das 
Fahrwasser über diese Bank hat Stellen mit nur 2,1m Wassertiefe bei Spring- 
tide-Niedrigwasser. Der Grund des Fahrwassers besteht meist aus weichem 
Schlick, so dafs ein Angrundkommen für Schiffe gefahrlos ist. An beiden Seiten 
des Fahrwassers befinden sich steil abfallende Untiefen, von denen die an der 
Ostseite zum Theil aus hartem Sand, die an der Westseite aus einer langen 
trockenfallenden Schlickbank bestehen. Das Fahrwasser ist in seiner Einfahrt 
über 1000 m breit, wird jedoch bald schmaler und ist an der Einfahrt in den 
Belawan-Flufßs nur wenige Kabellängen breit. Auf den Untiefen an beiden Seiten 
stehen viele Fischbuhnen. Die Durchfahrt bietet keine Schwierigkeit. Vom 
Feuerschiff aus sieht man die Deli-Mündung offen, während die des Belawan 
schwerer auszumachen ist. Man mufs sich daher vor Verwechselungen hüten. 
Einkommend läfst man die weißen spitzen Tonnen an St. B., die schwarzen stumpfen 
Tonnen an B.B. 
Einsteuerung in den Flufs. Das Befahren des Flusses ist bei Tage 
nicht schwierig. Man hält sich mitten im Fahrwasser bis zur schwarzen Tonne, 
die vor der Nordwesthuk der Belawan-Insel liegt und eine trockenfallende Bank 
bezeichnet. Dann halte man sich am linken Flufsufer, an das man in der 
Krümmung sehr nahe heranlaufen kann. Wenn man die Huk passirt hat, sieht 
man die Belawan-Rhede offen und kann auf den Ankerplatz vor den Landungs- 
brücken zusteuern. Weiter flufsaufwärts biegt das Fahrwasser, das hier etwa 
Nord—8Süd-Richtung hat, wieder westwärts und hat noch eine Wassertiefe von 
10 bis 12m. Von der hierdurch gebildeten Bucht zweigt sich der Troesan-Arm 
ab. Nur kleine Dampfer können noch bis Labuan Deli stromaufwärts laufen. 
Die Mündung des Deli versandet immer mehr; auch führt die Eisenbahnbrücke 
darüber hinweg, weshalb sie für die gröfsere Schiffahrt nicht in Betracht kommt. 
Nach den neuesten Vermessungen haben sich südlich von der Handels- 
brücke und östlich von der Kohlenbrücke zwei flache kleine Bänke gebildet. Im 
Belawan- Fahrwasser sind daher zwei weilßse spitze Tonnen und drei schwarze 
stumpfe Tonnen neu ausgelegt. Die weifse spitze Tonne No. 6 und die schwarzen 
stumpfen Tonnen No. 6 und 7 wurden verlegt. Die weifs und schwarz wagerecht 
gestreifte spitze Tonne auf der Belawan-Rhede liegt nicht mehr aus. Schiffe, die 
an die Kohlenbrücke anlegen oder von dort kommen, müssen die schwarze 
stumpfe Tonne, die nordöstlich von dieser Brücke liegt, in geringem Abstande 
passiren. 
Hafenanlagen von Belawan. Der Norddeutsche Lloyd, die Holt- Linie, 
die Koninglijke Pakketvaart Maatschappij und die Kong Hock Steamship Co. 
haben eigene Landungsbrücken und Güterschuppen, die durch Schienengleise mit 
der Eisenbahn verbunden sind. Andere Dampfer legen an der 96 m langen 
Regierungsbrücke an, auf der zwei Handkrähne stehen. Auch diese ist durch 
Gleise mit der 60m entfernten Bahnstation verbunden. An sämmtlichen Anlege- 
stellen beträgt die Wassertiefe 40 bis 43 m bei Niedrigwasser. Für die Schiffe 
der holländischen Marine ist eine Landungsbrücke zum Einnehmen von Kohlen 
und Wasser erbaut. Laden und Löschen wird häufig durch stundenlangen Regen 
unterbrochen. 
Die gröfsten Schiffe, die den Hafen besuchten, waren „G. G. S. Jakob“ 
von 1569 Registertonnen und der Dampfer „Bantam“ von 1484 Registertonnen, 
der 5,1 m Tiefgang hatte. 
Hafenordnung. Der Hafen steht unter der Aufsicht des Hafenmeisters, 
dem die Hafenpolizei unterstellt ist. Feuergefährliche Stoffe dürfen nur auf dem 
Belawan gegenüberliegenden Flulsufer gelagert werden, wo sich auch Petrolenm- 
schuppen für die beiden Petroleum gewinnenden Gesellschaften befinden. Spreng- 
stoffe dürfen nicht gelagert werden. Die KEinfuhr wird von der Regierung 
überwacht. 
Hafenunkosten. Schiffe unter 60 cbm Raumgehalt zahlen keine Hafen- 
abgaben; gröfsere Schiffe haben 27 Pf. für das Kubikmeter für 6 Monate zu zahlen. 
Hafensignale. Ankommende Schiffe werden vom Feuerschiffe telegraphisch 
gemeldet. 
Kleine Reparaturen an Schiff und Maschinen können in der Werkstatt 
der Deli Spoorwer Maatshappij in Medan ausgeführt werden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.