Belawan.
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Gipfel von Pulo Berhala in rw. S84°O- (mw. O%%5$S-) Peilung gehalten, führt
1 Sm nördlich und in rw. N 79°O0- (mw. ONO7/0-) Peilung südlich von den
Bänken frei. Bei Nacht empfiehlt es sich, diese Bänke in mindestens 18 Faden
Wassertiefe zu passiren. Die Stromversetzung auf Kursen, die einen Winkel mit
der Richtung der längs der Küste setzenden Gezeitenströme bilden, ist je nach
dem Mondesalter verschieden. Bei Niptiden ist sie kaum fühlbar, während sie
bei Springtiden beträchtlich werden kann. Beim Befahren dieser Gegenden mufs
man daher hierauf besondere Aufmerksamkeit verwenden,
Von NO kommend, steuert man auf den niedrigsten Berg zwischen der
Belawan-Mündung und dem Langkat-Gebirge zu. Auf der Fahrt von Penang
nach Belawan mufs man namentlich im September und Oktober darauf achten,
dafs in der Mitte der Malakka-Strafse starker südöstlicher Wind einsetzt.
Leuchtfeuer. 1. Ein weifses unterbrochenes Feuer von 10 Sm, das alle
25 Sekunden 10 Sekunden lang verdunkelt wird, brennt 10,8 m über Wasser auf
einem rothen Feuerschife über einem 5m hohen rothen eisernen Gerüste, in
welchem eine Glocke hängt. Das Feuerschiff liegt auf 7,5 m Wasser vor der
Mündung des Deli-Flusses. Nebelsignale werden nicht gegeben.
2. Ein weifses festes Feuer brennt auf einer schwarzen Tonne, die auf
2,7 m Wasser liegt.
3. Ein rothes festes Feuer brennt auf einer schwarzen Tonne, die auf
3,3 m Wasser an der Ostseite des Fahrwassers liegt.
Lootsenwesen. Lootsen sind nicht vorhanden.
Schleppdampfer giebt es nicht. Im Nothfalle kann man die Dampf-
barkasse des Hafenmeisters oder die der ansässigen Chinesen erhalten; diese
Fahrzeuge haben jedoch nur schwache Maschinen.
Quarantäne, Ein Gesundheitspafs wird von den aus den Straits Settlements
kommenden Schiffen nur verlangt, wenn dort ansteckende Krankheiten herrschen.
Aerztliche Untersuchung findet nur statt, wenn das Schiff aus einem verseuchten
Hafen kommt. An Quarantäneeinrichtungen eind nur Holzbauten mit Pritschen
für Eingeborene und Chinesen vorhanden. Im vorigen Jahre wurden auf Pulo
Berhala gröfsere Baracken für Pestkranke erbaut.
Zollamtliche Behandlung ist zuvorkommend und gut.
Ankerplatz auf der Rhede von Belawan. Die Insel Belawan, auf der
der gleichnamige Ort liegt, theilt die gemeinsame Mündung der Deli- und der
Belawan-Flüsse in zwei Arme, die durch den Troesan-Arm miteinander verbunden
werden. Die Belawan-Rhede liegt an der Westseite der Insel. Die Wassertiefen
auf der Rhede schwanken zwischen 11 und 16m.
Gezeiten. Die Gezeiten sind regelmäßig; in einem Etmal tritt zweimal
Hoch-, und Niedrigwasser ein. Die Hafenzeit im Fahrwasser ist 2'/2 Uhr. Die
Fluthhöhe beträgt bei Springtide 2,1 m, bei Niptide 0,6 bis 1,2 m, die mittlere
Fluthhöhe 1,5m. Der höchste Wasserstand tritt 2 oder 3 Tage nach Neu- und
Vollmond ein, der niedrigste Wasserstand bei Hochwasser 1 bis 3 Tage nach
den Mondesvierteln. Etwa 1 bis 2 Tage vor und 5 bis 6 Tage nach Neu- und
Vollmond ist der Wasserstand nur einige Decimeter niedriger als bei höchstem
Wasserstande. Man kann daher an 15 Tagen im Monat mit einem 0,3 m ge-
ringeren Tiefgange einlaufen als beim höchsten Wasserstande. Schiffe mit 3,0 m
Tiefgang können daher bei jedem Hochwasser einlaufen, solche mit mehr als
3,7 m Tiefgang nur bei Springtiden. Während der ersten 6 Tage bei Spring-
tiden tritt das folgende Hochwasser nur 12° 30” bis 12* 40" später ein als das
vorhergehende, während bei Niptiden die Zwischenzeit zeitweise mehr als
14 Stunden beträgt. Vom März bis November sind die Tagestiden am höchsten,
in den übrigen Monaten die Nachttiden. Auch haben Wind und Regen auf die
Gezeiten Einfluß. Bei Südostwinden treten sie später, bei Nordwestwinden
früher ein.
Gezeitenströme. Die Gezeitenströme erreichen bei der Ansteuerungstonne
1’!/a bis 2 Sm Geschwindigkeit und setzen in Nordnordwest- oder SOzS-Richtung.
Im Fahrwasser setzen sie in der Richtung des Fahrwassers, und zwar der Ebb-
strom bei Springtide mit etwa 2% Sm, der Fluthstrom mit 1% Sm Geschwindig-
keit. Sowohl im Flusse als auch im Fahrwasser treten die Gezeiten eher ein
als die Gezeitenströme. Auf der Rhede erreicht der Ebbstrom zeitweise 2 Sm
Geschwindigkeit. Bei Niptide sind die Gezeitenströme zeitweise nicht fühlbar.
Ann. d, Hydr. eie., 1901. Heft VIL