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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1901.
Fische und wilde Tauben giebt es im Ueberflufßs. Hauptsächlich gedeihen
Kokospalmen, deren Früchte das hauptsächlichste Futter der Schweine bilden.
Wenn der Regen ausbleibt, was jedoch selten vorkommt, herrscht Mangel an
Trinkwasser; man findet es in einem Tümpel bei der Kalap-Huk auf der Insel
Kalap und auf Panemuk.
Beim KEinlanfen in die Lagune mufßs die gröfste Sorgfalt auf das Steuern
verwendet werden, weil der Strom im Kinfahrtskanal bis zu 5 Sm Geschwindigkeit
arreicht; das Kinlaufen sollte nur bei Tage unternommen werden. Der Einfahrts-
kanal ist nicht die einzige Stelle, wo das Wasser des Ozeans in die Lagune ein-
dringt. Während der letzten Hälfte der Fluth läuft das Wasser auf einer Strecke
von über 7 Sm über das Riff hinweg, das dann sehr gefährlich wird, weil bei
Windstille keine Brandung sein Vorhandensein vermuthen läfst. Die Nordnord-
westinsel scheint dann in der Ferne am Horizont aufzutauchen.
Die Bevölkerung der Insel besteht aus etwa 20 Familien, die zum Stamme
der Kiti gehören. Das höchste Hochwasser bei Springtide findet zwei Tage
nach Neu- oder Vollmond um 11"a oder nachts statt, die niedrigste Tide bei
Niptide jedoch zur Zeit des ersten und letzten Viertels. Der Strom im KEinfahrts-
kanal läuft während der ganzen Dauer der Fluth nicht immer nach innen; Still-
wasser herrscht nur kurze Zeit.
Belawan. 9)
Nach Berichten des Kaiserlichen Konsuls, 1898 und 1900, und nach einem Berichte des Kapt, P.Cassens,
D. „Sumatra“, ergänzt nach früheren Veröffentlichungen in den „Ann. d. Hydr. u. Mar. Met.“ und
nach den neuesten holländischen und englischen Quellen bearbeitet von A, Wedemeyer.
Der Hafen von Belawan ist ein Naturhafen am rechten Ufer des Belawan-
Flusses an der Ostküste Sumatras und, nach Vollendung der ins Innere der
[nsel führenden Eisenbahn, der wichtigste Verschiffungsplatz des Deli-Distriktes.
Der Ort steht unter niederländischer Verwaltung, seitdem der Sultan von Deli
im Jahre 1862 die Oberherrschaft der Niederlande anerkannte, Die geographische
Lage von Ujong Belawan am linken Ufer des Flusses ist etwa 3° 48’ N-Br und
98° 42‘ O-Lg von Greenwich. Milsweisung 1900 = 2° 5‘O.
Landmarken. Die Küste von Batu Chamal bis zum Sirdang-Flusse ist
flach und besteht meist durchweg aus Schlamm, auf dem Bakan-Bäume angepflanzt
sind. Die beste Landmarke auf dieser Strecke ist ein Strich Sandstrandes bei
der Huk Beting Tjamar, die 1!/s Sm nördlich von der Belawan-Mündung liegt.
Einige Tjemara-Bäume heben sich als dunkle Punkte auf dem Sande gut ab.
Südlich vom Sirdang-Flusse bis zu dem auffälligen Baume von Mengkadu, der
etwa 18 Sm weit sichtbar ist, befindet sich eine grofse Fläche Sandstrandes, auf
dem Streitkolben- und andere hohe Bäume stehen. Bine vorzügliche Landmarke
ans der Ferne bildet die 22 Sm von der Küste abliegende Insel Pulo Berhala
de Varela. Diese Insel ist bei klarem Wetter etwa 30 Sm weit sichtbar und
auch bei Nacht aus guter Entfernung sicher zu erkennen. Auch dienen die
niedrigen Berge der Deli- und Langkat-Bergrücken dazu, diesen Küstenstrich
auszumachen.
Ansteuerung, Von SO kommend, sichtet man zuerst die Insel Pulo
Berhala und steuert dann bei sichtigem Wetter zwischen den Bunja-Bänken und
der Küste hindurch auf das Deli-Feuerschiff zu. Die Bunja-Bänke sind durch
Tonnen bezeichnet. Sollten die Tonnen nicht ausliegen, so kann man mit Hülfe
der folgenden Leitmarken von diesen Bänken freisteuern. Die Westkante des
Tjemara-Gehölzes von Sibunja Bunja in ıw. S24°W (mw. SSW) führt westlich
etwa 7 Kblg. von der westlichen Bunja-Tonne und 1 Sm westlich von der west-
licheren trockenfallenden Bank frei. Dieselbe Westkante in rw. S 72° W
(mw. WSW'/AW) führt in 4 Kblg Abstand an der östlicheren Bank entlang.
Der hohe Baum von Mengkadu in rw. S18°O- (mw. Sz0?/40-) Peilung gehalten,
führt !/a Sm östlich von der 1,8 m-Grenze der äufseren Bunja-Bank frei. Der
1) Engl. Adm.- Karte No. 2760: Sumatra West Coast, Sheet I, und No. 1353: Diamond
Point to Pulo Berhala (mit Plan).