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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Ponape. 
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und von hier aus der Verkehr mit dem Lande auch bei Dunkelheit nicht zu 
schwierig ist. Nach Langa ist der Verkehr ohne besondere Mafsregeln (Laternen 
an den Baken) während der Nacht nicht möglich. Auf diesem inneren Anker- 
platze lagen das spanische Hafenwachtschiff und mehrere Kanonenboote. 
Gezeiten. Pegelbeobachtungen an dem Kopfe der alten Brücke auf 
Langa ergeben eine Fluthhöhe von 1,25 m und eine Hafenzeit von 3 Stunden 
5 Minuten. Zu bemerken ist, dafs es nur eine grofse Fluth innerhalb 24 Stunden 
giebt, während die andere kaum bemerkbar ist. Die gemachten Strombeob- 
achtungen ergaben 0,2 bis 0,8 Sm Geschwindigkeit und eine abwechselnde Richtung 
zwischen Ost und West. . 
Pelcker - Hafen (nicht, wie in der Karte angegeben, Paligar) soll ein 
großes, von Untiefen reines Bassin bilden, noch geräumiger als der Hafen von 
Metalanim. Die Einfahrt ist einfach; aufserdem besteht eine Verbindung inner- 
halb des Gürtelriffes, welche grofse Schiffe (Kreuzer) benutzen können. 
Wasserwege innerhalb des Gürtelriffes. Von Langa- Hafen kann man 
innerhalb des Riffes mit einer grofßsen Dampfpinnafs zu jeder Zeit bis westlich 
von Kiti-Hafen gelangen. Den Zugang von diesem Hafen selbst versperrt jedoch 
ein flaches Riff, welches bei Hochwasser für Ruderboote passirbar ist. Ostwärts 
von Langa-Hafen kann eine Dampfpinnals zu jeder Zeit bis nach Oa (Missions- 
station) gelangen. Von da bis nach dem Metalanim-Hafen und weiter bis nach 
Lot können auch Ruderboote innerhalb des Riffes nur bei Hochwasser fahren. 
Zwischen Lot- und Kiti- Hafen ist für Ruderboote zu jeder Zeit Wasser genug 
vorhanden, 
I]. Meteorologisches. 
Beim Ansteuern der Insel Ponape werden die Berge derselben meist in 
Wolken verhüllt sein. S. M. S. „Cormoran“ sichtete die Insel aus diesem Grunde 
trotz sonst klaren Wetters viermal erst in 12 bis 16 Sm Entfernung. Meist 
werden die kleinen vorgelagerten Riffinseln eher zu sehen sein, als das hohe Land. 
Nach den Erfahrungen in den Jahren 1899 bis 1901 bestätigt sich nicht 
die Angabe in den Segelanweisungen und in dem Handbuche für den Stillen 
Ozean, nach welchen der Nordostpassat schon im Oktober einsetzen soll. In 
der Zeit vom 9. Dezember 1900 bis Anfang Januar 1901 wehte der Wind aller- 
dings vorwiegend aus nordöstlicher Richtung; derselbe war jedoch nicht stetig, 
am Tage häufig, in der Nacht fast immer böig und dann von Regenschauern 
begleitet. Zeitweise ging der Wind bis nach OSO herum, 
Am 11. und 12. Dezember wehte der Wind in mäßiger Stärke, mit Stillen 
abwechselnd, ebenfalls aus OSO, als plötzlich am 13. Dezember vormittags um 
10% 45" eine starke Regenböe (8 bis 9) aus WNW einsetzte. Das Barometer 
stieg während derselben von 760,5 auf 763,0 mm. Nach einer Stunde war der 
Wind bis auf Stärke 2 wieder abgeflaut. 
Von Mitte Januar bis Ende Januar wehte der Wind zwar ständig aus 
Ost bis NO, war jedoch böig und fast täglich von heftigen Regenschauern be- 
gleitet. Erst von Anfang Februar an wurde das Wetter beständig und war der 
Nordostpassat endgültig durchgedrungen. 
Bemerkungen über die Ant-Insel, 
Nach dem Berichte des Kommandanten des spanischen Kanonenbootes „Vilalobus“ vom 20. April 1898, 
Die Ant-Insel (Ameisen-Insel) ist ein Korallenatoll; der Name Ant-Insel 
wird vielfach in der Mehrzahl gebraucht, was jedoch im geographischen Sinne 
nicht genau richtig ist. Der Atoll, auf dem an einzelnen Stellen sich Pflanzen- 
wuchs entwickelt hat, hat daher das Aussehen mehrerer Inseln. An der Südost- 
seite ist eine Oeffnung in dem Korallenriffe, durch die man in die Lagune 
gelangen kann. Der Grund besteht hier aus Korallen, stellenweise jedoch aus 
Sand oder besser gesagt, aus sehr feinem Korallenbruch. In der Mitte der 
Lagune, wo die Tiefe 63 m erreicht, besteht der Grund aus feinem schleimigen 
Schlick von heller Farbe, der das Aussehen von Porzellanerde oder Modellir- 
thon hat.
	        
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