Der Hafen von Suva
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Zucker, Kopra, Rum, frischen Früchten, Erd- und Kokosnüssen, Tabak, Baum-
wolle, Schildkröten- und Perlmutterschalen. Der Werth der Einfuhr in die
Häfen Suva und Levuka der Fidji-Gruppe betrug im Jahre 1897 rund 5 000 000 M.,
der Werth der Ausfuhr rund 9000000 M,
In demselben Jahre kamen in Suva 115 Schiffe von 119 243 Registertonnen
Raumgehalt an, in Levuka dagegen nur 14 Schiffe von 4885 Tonnen. Unter der
Gesammtzahl beider .waren 103 Dampfer von 113 830 Tonnen Raumgehalt, der
Rest Segler. Die vorherrschende Flagge ist die englische, diese führten 119 Schiffe
von 120 048 Tonnen, besonders Schiffe aus den englischen Kolonien von
Australien und Neuseeland. Die deutsche Flagge war in diesem Jahre überhaupt
nicht vertreten. Das gröfste Schiff war der kanadische Dampfer „Aorangi“ von
4000 Tonnen Raumgehalt.
Suva hat alle 4 bis 5 Tage Dampferverbindung mit Sydney oder Auck-
land und zweimal monatlich mit Samoa. Die „Australasian United Steam Navi-
gation Co. Ltd.“ läfst jeden Monat ein Dampfschiff von Sydney nach Suva und
zurück fahren, die „Union Steamship Company of New Zealand“ jeden Monat
ein Dampfschiff von Auckland nach Suva und zurück, jeden Monat ein Dampf-
schiff von Auckland über die Tonga-, Samoa- und Fidji-Inseln nach Sydney sowie
jeden Monat ein Dampfschiff von Sydney über die Fidji-, Samoa- und Tonga-
Inseln nach Auckland. Früher wurde Suva auch von den zwischen Canada und
Australien verkehrenden Postdampfern angelaufen, doch ist dies seit dem Jahre 1899
nicht mehr der Fall. .
Telegraphische Verbindung ist bislang mit der übrigen Welt nicht
vorhanden.
Schiffbare Flüsse sind in der unmittelbaren Umgebung von Suva nicht
vorhanden, dagegen giebt es eine tiefe Durchfahrt innerhalb des Aufsenriffes,
die die Bucht von Suva mit der Lauthala-Bucht verbindet. Diese Durchfahrt, in
der die geringste Wassertiefe 5,5 m beträgt, ist betonnt und bebakt. Von Suva
kommend, hat man die schwarzen Tonnen und Baken an St. B.-Seite, die weifsen
an B. B.-Seite zu lassen. Durch diese Durchfahrt geht ein regelmäfsiger Schlepp-
verkehr zwischen Suva und den Zuckerplätzen, die an der Mündung des Rewa-
Flusses liegen. Dieser Flufs ist 44 Sm weit schiffbar für Dampfbarkassen und
bis zu der 11 Sm vom Ankerplatze in der Lauthala-Bucht liegenden Zuckerfabrik
für Schleppdampfer von 50 und Leichter‘ von 200 Tonnen Größe.
Ausrüstungsgegenstände aller Art sind in genügenden Mengen stets
vorräthig, sowohl was frischen wie Dauerproviant anbetrifft, wie auch Bedürfnisse
für Schiffe und Maschinen. Au Kohlen von Australien und Neuseeland sind
gewöhnlich 300 t vorräthig. Sie lagern in einem Hulk, der im Hafen nördlich
von der Landungsbrücke verankert und mit einer Dampfwinde versehen ist, wo-
durch das Uebernehmen von Kohlen sehr erleichtert wird und schnell vor sich
geht. Wasser kann man an der Landungsbrücke direkt aus der Leitung be-
kommen zum Preise von 1sh für die Tonne. Durch Leichter längsseit der im
Hafen liegenden Schiffe gebracht, kostet die Tome 2sh 64. .
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Ein kaiserliches Konsulat für
die Fidji-Gruppe befindet sich in Levuka auf der Insel Ovalau. Ein Agent des
Germanischen Lloyd sowie Vertreter deutscher Seeversicherungs- Gesellschaften
wie auch deutsche Schiffsmakler und Schiffshändler sind in Suva nicht vorhanden,
ebenso wenig ein Seemannsheim und eine Seemannsmission, dagegen sind englische
Seeversicherungsgesellschaften und die Bank of New Zealand am Orte vertreten.
Das Zollamt liegt in der Nähe der Landungsbrücke, wo sich auch die
Lootsenbehörde befindet. Ein Marine Board und ein Hafenmeisteramt sowie eine
Behörde der Hafenpolizei sind am Orte vorhanden wie auch andere, theils oben
bereits erwähnte öffentliche Anstalten, unter denen sich auch öffentliche Bade-
anstalten und Volksbibliotheken befinden.
Eine Rettungsstation, Zeitsignalstation sowie Vorrichtungen zur
Bestimmung der Deviation sind nicht vorhanden, dagegen ist auf dem Hafen-
amte Gelegenheit, meteorologische Instrumente zu vergleichen. Nautische Instru-
mente und Segelhandbücher sind nicht zu haben,
Wind und Wetter siehe „Segelhandbuch für den Stillen Ozean“, Seite 166 ff.