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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1901.
in der Hafeneinfahrt Windstille herrscht und man dadurch in eine gefährliche
Lage gerathen kann, da auch die Wassertiefe in der Mitte der Einfahrt mehr
als 70 m beträgt.
Der Hafen ist geräumig; seine Länge in Ost—West-Richtung beträgt
2 Sm und seine gröfste Breite in der östlichen Hälfte ebenfalls 2 Sm. Er wird
yegen die vorherrschenden östlichen Winde, die selten südlich von SO sind, gut
geschützt durch das verhältuifsmäfsig hohe Land an seiner Ostseite in der Um-
gebung von Suva-Huk, und die den Hafen vom Süden schützenden Riffe brechen
den Seegang derartig, dafs im Hafen selbst ruhiges Wasser ist. Brandung steht
am Strande nur nördlich von der Hafeneinfahrt.
Die sich an die Nordwestseite des Hafens anschliefsende und nur durch eine
schmale Einfahrt zu erreichende kleine Bucht Nai Ngalo Ngalo bildet gewisser-
mafsen einen sicheren Binnenhafen und bietet mehreren Schiffen gute Ankerplätze.
Im Hafen selbst befinden sich die Ankerplätze vornehmlich an der
Ostseite bei der Stadt Suva, wo die Wassertiefe überall mäfsig ist. Eine grofse
Landungsbrücke, die der Regierung gehört und Queens Wharf genannt wird,
nrstreckt sich von der Stadt aus in eiwa 170m Länge über den trockenfallenden
Strand und das davor befindliche flache Wasser hinweg. Sie ist mit drei Gleisen
für kleine Rollwagen ausgerüstet zum bequemen Transport der Güter nach oder
vom Zollhause und den Lagerhäusern, die in der Nähe der Landungsbrücke
stehen. Leichte hölzerne Handkrähne sind ebenfalls vorhanden zur Entlöschung
von Leichtern. Es sind auch an ihr Liegeplätze vorhanden für drei Seeschiffe
bis zu 3,7, 4,3 und 7,3 m Tiefgang.
Eine Signalstation befindet sich auf dem hinter der Stadt liegenden
Hügel, doch ist dieselbe vom Ankerplatze aus nicht zu sehen. Auch soll der
Verkehr mit der Station von See aus schwierig sein, weil sich nur Eingeborene
jortselbst auf Wache befinden,
Schiffbau- und Maschinenbauanlagen sind nicht vorhanden.
Hafenkosten. An Leuchtfeuer- und Tonnengeldern zahlen Schiffe,
die von außerhalb Australiens und Neuseelands gelegenen Häfen kommen, für
die Registertonne 6d; Daupfer, ausschließlich der Postdampfer, die von jenen
Häfen kommen, und Segler, von Australien oder Neuseeland kommend, zahlen
3d für die Registertonne; Küstenfahrer zahlen 2 d die Tonne. Leuchtfeuergelder
werden nur einkommend bezahlt.
Dampfer, die in Kontrakt mit der Kolonial-Regierung stehen, sowie die
von letzterer koncessionirten Küstenfahrzeuge und auch die wegen Havarie zu-
rückkehrenden Schiffe sind von den obengenannten Abgahen frei.
Brückengeld. Für jeden Tag oder Theil eines Tages haben zu zahlen:
Schiffe von 30 bis 150 Tonnen Gröfse 10sh für die ersten 30 Tonnen und 2d
für jede fernere Tonne ihrer Größe, Schiffe von 150 bis 250 Tonnen 1 £ 10sh
für die ersten 150 Tonnen und 1!/a d für jede fernere Tonne, Schiffe von 250
bis 500 Tonnen 2 £2sh 6d für die ersten 250 Tonnen und !/ d für jede fernere
Tonne, Schiffe von mehr als 500 Tonnen Größe 3 £ 3 sh 4d für die ersten
500 Tonnen und !/ad für jede fernere Tonne, jedoch höchstens 5 £ für den Tag.
Die Stadt Suva ist die Hauptstadt der Fidji-Inseln und der Sitz des
britischen (Gouverneurs. Sie liegt an der Ostseite des Hafens, auf der zwischen
der Suva-Bucht und dem Lauthala-Hafen gelegenen Halbinsel, ist villenartig
erbaut und so angelegt, dafs man auf eine starke Vergröfserung rechnet. Die
Straßen sind breit und in sehr gutem Zustande. Sie hat etwa 1200 weifse Ein-
wohner, unter denen sich kaum 20 Deutsche befinden, Aufser mehreren guten
Hotels giebt es noch Klublokale, auch namentlich für Cricket- und Fufsballspiele.
Während die Wohnungen der Europäer auf dem südlichen Theile der Halbinsel
sich befinden, liegen viele von den öffentlichen Gebäuden weiter nach Norden,
wie das Gefängnifs, das Arbeitshaus, das Krankenhaus, die Irrenanstalt, das
Schlachthaus und auch der Kirchhof.
Eine vorzügliche Wasserleitung führt das Wasser aus dem oberen Laufe
des Tamavua-Flusses durch die Stadt und bis zum Kopfe der Landungsbrücke,
Ueberall in den Strafsen befinden sich Hähne mit Trinkgefäfsen, stellenweise
auch Tröge zum Viehtränken.
Handelsverkehr. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus Industrieerzeug-
nissen aller Art, Proviant, lebendem Vieh, Bauholz und Kohlen, die Ausfuhr aus