Die Haupthäfen Tasmaniens.
209
Art, Thee, Zucker, Wein, Kohlen und Holz, die Ausfuhr aus. Wolle, Weizen,
Futter, Nüssen, Kartoffeln, Früchten, Borke, Gold, Silber und Blei. In demselben
Jahre kamen in dem Hafen an 170 Schiffe von 96 442 Tonnen Raumgehalt. Es
besteht regelmäfsige Dampferverbindung mit Melbourne und Sydney sowie mit
den in der Bass-Strafse liegenden Hauptinseln und den bedeutenderen Küsten-
plätzen Tasmaniens. KEisenbahnverbindung besteht mit Port Frederik an der
Nordküste und mit Hobart an der Südküste von Tasmanien.
Schiffsausrüstung. Proviant und sonstige Schiffsbedürfnisse sind zu haben
und nicht theuer. Kohlen sind ebenfalls stets vorräthig. Wasser kann man aus
der Wasserleitung haben oder auch bei Niedrigwasser aus dem Flusse entnehmen,
letzteres nur als Wasch- und Kesselspeisewasser.
Auskünfte für den Schiffsverkehr, Ein Kaiserliches Konsulat sowie
deutsche Schiffsmakler und Schiffshändler sind nicht vorhanden, ebenso wenig
besondere Wohlfahrtseinrichtungen für Seeleute, doch giebt es ein gutes Kranken-
haus, in dem auch kranke Seeleute Aufnahme finden. Einrichtungen zum Ver-
gleich und zur Prüfung von nautischen und meteorologischen Instrumenten sind
nicht vorhanden, doch ist bei Ilfracombe Gelegenheit, Kompasse an Bord eiserner
Schiffe zu reguliren. Seekarten und Segelhandbücher sind hier nicht zu haben,
aber von Melbourne zu beziehen,
Ueber die Versegelung von Launceston nach Hobart im Mai 1900 bemerkt
Kapt. C. Schoemaker von der deutschen Bark „Carl“ das Folgende:
Nachdem von Launceston die Reise nach Hobart angetreten war, trafen
wir auf See Ostwind an und fanden beim Aufkreuzen immer starke westliche
Stromversetzung. Aufserhalb Deal Island wurde diese Versetzung bei Ostsüdost-
wind von der Stärke 5 bis 6 so stark, dafs wir nicht dagegen aufkreuzen konnten
and daher wieder in die Bass-Strafßse einliefen. Mit später südlich und westlich
drehendem Winde liefen wir dennoch nach Osten aus der Strafse und segelten
längs der Ostküste Tasmaniens nach Hobart.
Der Hafen von Suva.
Nach Bericht des Kaiserlichen Konsulats der Fidji-Inseln und der Kommandos S. M. S. „Möwe“
und „Cormoran*“, ergänzt aus älteren deutschen und aus englischen Quellen.
Der Hafen von Suva liegt auf etwa 18,1° S-Br und 178,4° O-Lg an der
Südseite der Insel Viti Levu, der gröfsten der Fidji-Gruppe.
Landmarken. Die oval geformte Insel Viti Levu ist die südwestliche
von den beiden Hauptinseln der Fidji-Gruppe. Sie ist vulkanischen Ursprunges
und daher von beträchtlicher Höhe. Ihre Ausdehnung beträgt in östlicher
Richtung mehr als 80 Sm und in nördlicher mehr als 50 Sm. Sie hat mehrere
Höhenzüge, die zum Theil in der Mitte der Insel zusammenlaufen, in deren Nähe
sie auch in dem 1220 m hohen Gipfel Mua ni Vatu ihren Höhepunkt erreicht.
Der von der Mitte der Insel in südsüdöstlicher Richtung bis in die Nähe von
Suva verlaufende Höhenzug weist die höchsten Berge auf, von denen noch anfser
dem bereits genannten Mua ni Vatu der. in westnordwestlicher Richtung 18 Sm
von Suva entfernt liegende Berg Koro Mbasa Mbasange über 1200 m Höhe
erreicht. Im westlichen Theile der Insel sind die Berge erheblich niedriger, und
im südwestlichen Theile liegen sie auch nur einzeln.
Da der Hafen von Suva der allgemeinen Verhältnisse halber in der Regel
von Süden her angesteuert wird, so kommen vornehmlich die südlich davon
liegenden Inseln als Landmarken in Betracht. Unter diesen ist die Insel Kandavu
mit ihrer Umgebung die wichtigste. Ihre Länge beträgt in ostnordöstlicher
Richtung etwa 32 Sm, und ihre Breite schwankt von */z bis zu 8 Sm, denn ihre
beiden Hälften hängen nur durch eine schmale Landenge miteinander zusammen.
Auch sie ist vulkanischen Ursprunges und hat in ihrem Höhenzuge mehrere
hohe Berge, von denen der im westlichen Theile liegende 838 m hohe Berg
Mbuke Levu oder Mount Washington der höchste ist. Bei der Laudenge senkt
sich der Höhenzug bis auf 60 m, erreicht im östlichen Theile aber wieder 665 m
Höhe, so daß die Insel aus gröfserer Entfernung wie zwei getrennt liegende