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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1901, 
Stadt Georgetown bezahlt man !/s, und nach einem Ankerplatze zwischen 
Georgetown und Whirlpool %3 der obigen bis nach Launceston geltenden 
Taxe. Schiffe, die von einem Schlepper des Marine Board geschleppt werden, 
zahlen nur %s der obigen Taxe. Die 958t große Bark „Carl“ zahlte jedesmal 
300 MM Lootsengeld nach wie von Launceston. 
Schleppdampfer liegt stets bereit, um ansteuernde Schiffe flußaufwärts zu 
schleppen. Für gröfsere Segler ist die Annahme eines Schleppdampfers absolut 
nothwendig. Es besteht ein fester Tarif. Die 958 t grofse Bark „Carl“ zahlte 
[ür die Strecke von der Flufsmündung bis zur Stadt Launceston auf- wie abwärts- 
gebend jedesmal 650.4 Schlepplohn, 
Eine Quarantänestation befindet sich auf Middle-Eiland, etwa 7 Sm 
oberhalb der Flufsmündung. Schiffe, die in Quarantäne gelegt werden, müssen 
dort ankern. Die Quarantäne wird zur Zeit ziemlich strenge gehandhabt wegen 
der in vielen Gegenden, wenn auch vereinzelt, vorkommenden Pestfälle. Bevor 
man mit dem Lande in Verbindung tritt, mufs man erst die ärztliche Erlaubnifs 
Jazu haben. Ein Gesundheitspafs wird stets verlangt. 
Die zollamtliche Behandlung ist dieselbe wie in allen englischen Kolonien, 
Es wird eine genaue Proviantliste verlangt, in die mit grofser Sorgfalt die an 
Bord befindlichen zollpflichtigen Gegenstände einzutragen sind, Im Uebrigen 
wird sehr liheral verfahren. 
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Hafenzeit ist bei der Lootsen- 
station innerhalb der Flufsmündung 11" 10”, bei Georgetown 0" 5”, bei Launceston 
10”; die entsprechenden Fluthhöhen betragen bei Springtide 3,0 m, 3,0 m und 
3,8 m, bei Niptide an den zuerst genannten beiden Stellen 2,3 mn und 1,2m. Die 
Fluthhöhen sind sehr unregelmäfsig und werden sehr von den herrschenden 
Windverhältnissen beeinflufst. Der höchste beobachtete Wasserstand ereignete 
3ich bei stürmischem Nordwestwinde und Niptide, 
Der Fluthstrom setzt in 3 Sm Entfernung vom Lande mit 1 bis 2 Sın 
Geschwindigkeit nach WNW. In der Flufsmündung dauert der Fluthstrom 
5 Stunden 50 Minuten, der Ebbstrom 6 Stunden 25 Minuten, und ihre Geschwin- 
digkeit beträgt 2 bis 5 Sm, je nach dem Stande der Tide, Der Ebbstrom setzt 
ım Low Head nach Osten in die dortige Bucht hinein. Bei Launceston richten 
sich die Gezeitenströme vornehmlich nach dem jeweiligen Stande des Oberwassers, 
denn nach Regenwetter setzt der Strom oftmals mehrere Tage nacheinander un- 
anterbrochen abwärts. 
Die Hafenanlagen, Bei der Stadt sind die Flufsufer durch hölzerne 
Bollwerke eingefaßet und bilden so Kaianlagen, die zum Theil mit Eisenbahn- 
gleisen belegt und mit Krähnen ausgerüstet sind. An der der Stadt gegenüber- 
liegenden Seite waren dieselben im Mai 1900 noch im Bau. Es wird an den 
Anlagen und im Flusse selbst noch gebaggert, um gröfsere Wassertiefen herzu- 
stellen, Im Mai 1900 konnten Schiffe bis zu 5,1 m Tiefgang an den Landungs- 
anlagen auch bei Niedrigwasser flott liegen. 
Bei Townpoint müssen die ankommenden Schiffe ihre Pulverladung zuvor 
löschen und zu diesem Zwecke an dort stehende Pfahlgruppen vertäuen. 
Das Löschen an den Kaianlagen bei der Stadt geschieht mit Hülfe von 
Stauern und Dampfwinden oder Krähnen und kostet 14 d die gelöschte Tonne 
Güter. Für Stauer beim Löschen ist zu zahlen !/ad für die Tonne Maf- oder 
Schwergut. 
Ein Schwimmdock, das Schiffe bis zu 49m Länge, 11m Breite und 3,3 ın 
Tiefgang aufnehmen kann, befindet sich in Launceston. 
Hafenunkosten. Leuchtfeuergebühren 3 d, Hafengeld 1d die Register- 
bonne. Aufserdem, wie oben bereits angegeben, Lootsengeld, Schlepplohn und 
Löschkosten. Frachtsuchende oder wegen Havarie anlaufende Schiffe sind frei 
von Hafenkosten, falls sie keine Güter löschen. 
Die Stadt Launceston hat etwa 22 000 Einwohner, ist schön mit breiten 
Strafsen angelegt und hat viele öffentliche Gebäude und grofse öffentliche Garten- 
und Parkanlagen, elektrische Beleuchtung, Wasserleitung u. dergl. m. Sie ist 
Heimathhafen von etwa 80 Fahrzeugen mit 4287 Tonnen Raumgehalt und kann 
von Schiffen bis zu 5,5 m Tiefgang erreicht werden. 
Der Handelsverkehr umfafste im Jahre 1899 an Werth: Einfuhr 13500000.4, 
Ausfuhr 16 500 000 A. Die Einfuhr besteht vornehmlich aus Fabrikaten aller
	        
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