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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1901. 
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Ein Kaiserliches Konsulat ist nicht 
vorhanden, ebenso wenig Agenten für den Germanischen Lloyd oder für deutsche 
Dampferlinien und auch kein deutscher Schiffsmakler oder Schiffshändler. Ver- 
ireter deutscher Versicherungs-Gesellschaften sind ebenfalls nicht am Orte, doch 
sind englische Versicherungs - Gesellschaften vertreten. Banken giebt es vier 
am Orte. 
Die Hafenbehörde befindet sich am Hafen, wo auch die Lootsenbehörde 
ist. Das Zollamt ist ebenfalls in der Nähe des Hafens. Ein Krankenhaus ist 
vorhanden und daselbst auch ein deutsch-australischer Arzt. Entweichungen von 
Schifsmannschaften kommen hier öfter vor. 
Ein Zeitball befindet sich am Flaggenmaste auf Fort Mulgrave an der 
Südseite von Sullivans Cove in einer Höhe von 25,9 m über Hochwaser. Der- 
selbe fällt um 1*0” 0° mittlerer Austral-Zeit oder 15° 0” 0° mittlerer Greenwich- 
Zeit. Gleichzeitig fällt von der Queens-Batterie ein Kanonenschufs. 
Einrichtungen zur Bestimmung der Deviation sind nicht vorhanden, zur 
Prüfung von nautischen und meteorologischen Instrumenten nur in beschränktem 
Maße. Seekarten und Segelanweisungen sind ebenfalls nur in beschränktem 
Maße zu haben. 
Launceston*) liegt anf der Nordseite Tasmaniens am Zusammenflusse 
der Flüsse North Esk und South Esk, deren gemeinsamer Unterlauf von hier bis 
zur 35 Sm entfernten Mündung Tamar River genannt wird. 
Landmarken und Ansteuerung. Für die Ansteuerung vom Westen her 
kann man den Weg nördlich oder südlich von dem in der Mitte der Einfahrt 
zur Bass-Strafse liegenden King Island nehmen, um zunächst in diese Strafse 
einzulaufen, doch ist die südliche Durchfahrt nicht zu empfehlen, weil viele 
Klippen und Untiefen in ihr liegen. Man wählt in der Regel die nördliche 
Durchfahrt und steuert zu diesem Zwecke entweder Moonlight Head oder 
Kap Otway an der Küste des Festlandes an oder auch das Nordende von 
King Island. 
Moonlight Head ist eine rundliche steile und stark bewachsene Huk, 
hinter welcher sich in unmittelbarer Nähe 150 m hohe Hügel erheben, die den 
Ausläufer des Otway-Höhenzuges bilden. Letzterer ist 2 bis 3 Sm land- 
ainwärts bereits mehr als 300m hoch, und sein höchster Berg westlich vom Kap 
Otway ist ein rundlicher Gipfel von 550 m Höhe, der etwa 10 Sm nordöstlich 
von Moonlight Head liegt. Kap Otway ist ein steiler felsiger Vorsprung von 
16 m Höhe, dessen Abhänge dunkelbraun erscheinen. Hinter ibnen erheben sich 
nit Gras bewachsene Hügel bis zu 107 m Höhe. Auf der südwestlichen Huk des 
Kaps steht ein weifser runder Leuchtthurm von 19 m Höhe. King Island 
ist in nördlicher Richtung 36 Sm lang und steigt in der nördlichen Hälfte bis 
zu 103 m, in der südlichen bis zu 213 ın Höhe an. Kap Wickham, das Nord- 
ende der Insel, besteht aus grauem Granit, ist 90m hoch und trägt einen 
weiflsen 44m hohen runden Leuchtthurm. Längs der ganzen Westküste 
zieht sich ein 60 bis 100 m hoher Höhenzug. 
Bei der Ansteuerung sind die Wind-, Wetter- und Stromverhältnisse 
besonders zu berücksichtigen. Kann man unter gewöhnlichen Verhältnissen 
Moonlight Head und Kap Otway anch in 3 Sm Abstand passiren, so muß man 
lies bei stürmischen südwestlichen Winden in erheblich gröfserem Abstande 
ihun und bei Nebel unbedingt das Loth gebrauchen, um sich mindestens auf 
75 m Wassertiefe zu halten, wenn man seinen Schiffsort nicht genau kennt. Bei 
der Ansteuerung von King Island ist mindestens dieselbe Vorsicht nothwendig. 
Auf dieser Insel mit ihrer Umgebung sind schon viele Schiffe verloren gegangen, 
die nicht vorsichtig genug geführt wurden. 
Nach dem Passiren von King Island hat man ein ziemlich sicheres Besteck, 
and die fernere genaue Feststellung des Schiffsortes ist oftmals durch Landmarken 
möglich. Von den unmittelbar vor dem Nordwestende Tasmaniens liegenden 
Inseln bildet besonders die Three Hummock-Insel eine vorzügliche Land- 
marke. Von ihren drei Gipfeln ist der nördliche 180 m und der südliche 240 m 
hoch. Obwohl die Küste selbst ziemlich hoch ist (bei Rocky Head mehr als 
300 m). sieht man bei klarem Wetter gewöhnlich doch die etwa 20 Sm landein- 
Karte: B. 1080: River Tamar.
	        
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