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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Hauptläfen Tasmaniens. 
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Eine Signalstation mit Telegraphenverbindung befindet sich am westlichen 
Flufsufer auf dem Gipfel des 340 m hohen Berges Mount Nelson, etwa 2 Sm 
südlich von der Stadt. Eine andere bei der Zeitballstation auf Fort Mulgrave. 
Die Hafenanlagen bestehen aus zwei geschlossenen Hafenbecken für 
kleinere Fahrzeuge‘ sowie aus einer Anzahl von Landungsbrücken, die recht- 
winklig vom Ufer in Sullivans Cove und in den Flufs hinausgebaut und zum 
Theile mit Schuppen und Krähnen versehen sind. Geleise für Eisenbahn haben 
die Landungsanlagen bislang nicht. Die Lagerschuppen sind staatlich, sie stehen 
den Ladungsempfängern uur drei Tage zur Empfangnahme der Güter zur Ver- 
fügung und müssen dann geräumt werden. | 
Die gröfsten Schiffe. liegen längsseit dieser Anlagen gut. Das Löschen 
der Ladung geschieht mit Hülfe von Stauern und geht schnell vor sich. Der zu 
nehmende Ballast besteht aus Bauabfall. Es kann davon täglich bis zu 200 t 
geliefert werden, und er kostet 1,25 A die Tonne, 
Reparaturen. Es giebt in Hobart eine Schiffswerft und Maschinenfabrik 
sowie drei Patenthellinge zum Bau und Reparatur von Schiffen, Kesseln und 
Maschinen. Es sind hier hölzerne Schiffe bis zu 700 t Gröfse und eiserne bis zu 
250 t Größe erbaut. Schiffe bis zu 1200 t Größe können aufs Trockene ge- 
nommen und Reparaturen aller Art an Schiffen, Kesseln und Maschinen aus- 
geführt werden. Für das Aufschleppen und Zuwasserlassen einschliefslich einer 
24stündigen Benutzung der Helling ist 9d die Registertonne zu zahlen und für 
jeden ferneren Tag 4! d mehr. 
Hafenkosten. Es sind an Leuchtfeuergebühren 3 d die Registertonne zu 
zahlen, höchstens jedoch 25 £ im Ganzen. Schiffe, die auf derselben Reise zwei 
Häfen Tasmaniens anlaufen, haben nur einmal, und zwar bei der Ankunft im 
ersten Hafen, diese Gebühr zu zahlen. Für das Löschen der Ladung an den 
Landungsanlagen zahlte die deutsche Bark „Carl“, Kapt. C. Schoemaker, 14d 
für jede Tonne Ladung. Die Hafenmeistergebühr beträgt */2 d die Registertonne 
für jeden Dienst, den derselbe dem Schiffe leistet, doch höchstens 7£ 10 sh für 
jeden derselben. Die gesammten Hafenkosten beliefen sich eingehend für die 
deutsche Bark „Carl“ auf 1 sh 8 d für jede Tonne Ladung. 
Die Stadt liegt am westlichen Ufer des Flusses Derwent, etwa 12 Sm 
oberhalb seiner Mündung. Sie ist die Hauptstadt Tasmaniens und hat mit den 
Vorstädten etwa 36 000 Einwohner. Sie ist schön gebaut auf einer leicht geneigten‘ 
Ebene am Fufse der Hügel, die sich vom Mount Wellington ostwärts ausdehnen, 
und besitzt mehrere öffentliche Gebäude und sonstige Sehenswürdigkeiten. Es 
sind hier fünf Dampfer, acht gröfsere und eine ganze Anzahl kleinerer See- und 
Küstenfahrzeuge beheimathet, insgesamnt 120 Schiffe mit 11092 Netto-Register- 
tonnen Raumgehalt. Sie ist der südliche Endpunkt der Main Line Railway, die 
Tasmanien in Nord—Südrichtung durchschneidet. 
Der Handelsverkehr ist nicht unbedeutend. Im Jahre 1899 betrug der 
Werth der Einfuhr rund 14000000 .%, der Werth der Ausfuhr rund 
17000 000.4. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus Fabrikaten aller Art, 
Werkzeugen, Thee, Zucker und Verbrauchsgegenständen, die Ausfuhr aus Wolle, 
Getreide, Hopfen, Holz, Gemüse und Früchten. In demselben Jahre liefen 
265 Schiffe von 383 354 t Raumgehalt ein und 247 Schiffe von 373 717 t aus, 
Die von London nach Neuseeland fahrenden Dampfer laufen auf der Ausreise 
zweimal im Monat Hobart an, und mit den Häfen Australiens besteht regel- 
mäfsige Dampferverbindung. Das gröfste den Hafen besuchende Schiff war der 
Dampfer „Persie“ von 174 m Länge, 7,6 m Tiefgang und 11973 t£ Brutto- 
Raumgehalt. 
Es besteht telegraphische Verbindung durch Kabel mit Australien. 
Seefischerei wird von ungefähr 60 Segelfahrzeugen mit 120 Mann Besatzung 
betrieben. 
Ausrüstung aller Art ist in beliebigen Mengen zu haben. Frischer Proviant 
ist durchgängig billig. Wasser wird in Wasserbooten zum Preise von 3 sh für 
die Tonne längsseit geliefert. Kohlen sind gewöhnlich 3000 bis 4000 t vorräthig. 
Sie stammen aus Neu-Südwales oder aus Tasmanien und werden in Hulks von 
300. bis 400 t Tragfähigkeit, die mit Dampfwinden versehen sind, läugsseit 
gebracht.
	        
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