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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Ann. d. Hydr. ete., XXIX. Jahrg. (1901), Heft VIL 
“ 1 
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Die Haupthäfen Tasmaniens.” 
Nach Berichten des Kommandos S, M, S. „Möwe“, Korv,-Kapt. Carl Schönfelder, und des Kapte, 
C. Schoemaker von der deutschen Bark „Carl“; ergänzt aus älteren deutschen sowie aus englischen 
und australischen Quellen. 
Allgemeines. Die südlich vom australischen Festlande liegende, davon 
durch die rund 150 Sm breite Bass - Strafse getrennte Insel Tasmanien wurde 
im Jahre 1642 von Tasman entdeckt und bis vor kurzer Zeit Van Diemens- 
Land genannt. Im Jahre 1803 wurde sie von den Engländern in Besitz ge- 
nommen und blieb bis zum Jahre 1825 ein Theil der Kolonie Neu-Südwales, doch 
in diesem Jahre wurde sie zur besonderen Provinz erhoben. Im Jahre 1856 
wurde das Parlament der selbständigen Kolonie eröffnet, zu der die in der Bass- 
Straße liegenden Inseln gehören, von denen King Island und Flinders Island 
die gröfsten sind. 
Die Grundfläche der Insel bildet ein unregelmäfsiges Dreieck. In ihren 
Höhenformen ist sie eine der gebirgigsten Inseln in der ganzen Welt, denn sie 
besteht fast nur aus Gebirgszügen mit Bergen, Thälern und Schluchten. Die 
höchsten Berge sind zum Theile etwas mehr, zum Theile etwas weniger als 1500 m 
hoch. Die südlichen und westlichen Theile der Insel sind besonders merkwürdig 
wegen ihres steilen schroffen Charakters. Die steile felsige Küste ist zerklüftet 
und wird vielfach durchbrochen, so dafs es mehrere gute natürliche Häfen 
giebt. Im Innern der Insel giebt es in der Nähe der Quellen der Hauptflüsse 
mehrere hochgelegene Landseen, von denen der Spiegel des gröfsten, des 
etwa 11 qkm Fläche umfassenden Great Lake 1165 m über dem Meeres- 
spiegel liegt. 
Das Klima der Insel ist im Allgemeinen sehr gesund, obwohl es an den 
verschiedenen Küsten sehr voneinander abweichend ist, Da die Insel im Bereiche 
der vorherrschenden frischen westlichen Winde liegt, ist ihre Westküste feucht 
und ihre Ostküste trocken. Auch die Nordküste ist verhältnifsmäfsig trocken. Der 
Sommer ist der geographischen Breite entsprechend warm, gelegentlich wird 
sogar der heiße nördliche Wind des australischen Festlandes auf der Insel 
fühlbar. Im Winter sinkt die Temperatur an den Küsten sehr selten unter den 
Gefrierpunkt, doch im Hochlande findet gewöhnlich starke Eisbildung statt. Der 
Wind ist meistens frisch und vielfach stürmisch, doch kommen selten Gewitter vor. 
Gröfse und Einwohner, Die mit den kleinen Inseln rund 68 000 akm 
Fläche umfassende Insel hatte am 31. Dezember 1899 nach möglichst genauer 
Schätzung 182508 Einwohner, unter denen sich nur wenig Deutsche befinden, 
denn es waren nur 918 in Deutschland geborene darunter. Die Ureinwohner 
der Insel sind ganz ausgestorben; der letzte starb im Mai 1876, 
Die Hauptprodukte der Insel sind Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Früchte 
und Wolle, auch giebt es mehrere Kohlenfelder auf der Insel, die zum Theil 
Kohlen von sehr guter Beschaffenheit enthalten. Von der Gesammtausfuhr der 
Insel, die im Jahre 1899 einen Werth von rund 52000 000 X erreichte, ent- 
fielen in demselben Jahre auf Gold rund 4000000 A, auf Silber 4 000 000 A, 
auf Kupfer 15500000 X, auf Zinn 5500000 A, auf Früchte 7000000 A 
und auf Wolle ebenfalls 7000000. Von der Gesammtausfuhr ging nur ein 
Bruchtheil, dem Werthe nach nicht ganz für 8 000 000 X, nach fremden, nicht 
der englischen Krone untergebenen Ländern, und von der Einfuhr, deren Werth 
in demselben Jahre rund 35000 000 X betrug, kam sogar nur weniger als für 
4 000 000 A aus fremden Ländern. 
Aufer einer Anzahl unbedeutender, hauptsächlich der Küstenfahrt dienender 
Häfen besitzt die Insel zwei Haupthäfen, Hobart im Süden und Launceston 
im Norden, wo besonders der: überseeische Verkehr stattfindet. Beide werden 
durch eine Eisenbahn verbunden, die die Insel in Nord — Südrichtung durch- 
1) Karten B. 1079: Tasmania; 2759b:; Australia (Southern Portion). 
Ann. d. Hydr. ete., 1901. Heft YIIL
	        
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