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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1901. 
Bis zum 16. lag die Küste mit Ausnahme des 2. und 5. fast beständig im 
Bereiche von Depressionen. Minima schritten in rascher Folge über den Ozean 
in nördlichen Richtungen fort und erstreckten ihren Eiuflufs durch Ausläufer und 
die Entwickelung von Theilminima, die theilweise Centraleuropa durchquerten, 
an der Mehrzahl der Tage über fast ganz Europa. Nachdem sich im Rücken 
einer Depression am 2. vorübergehend hoher Luftdruck von Südosten her über 
Kontinentaleuropa ausgebreitet und ostwärts bis Pommern heiteres Wetter herbei- 
geführt hatte, schritt am 3, bis 5. ein tiefer Ausläufer längs der Küste fort, der 
den angeführten andauernden und vielfach schweren Sturm aus SW bis NW an 
der ganzen Küste hervorrief; ein späterer Ausläufer verursachte am 9, an der 
westdeutschen Küste theilweise stürmische südwestliche Winde, und ein am 13. 
über den dänischen Inseln gelegenes Theilminimum rief an der Nordsee vielfach 
steife nordwestliche Winde hervor. Bei veränderlichen, vorwiegend südlichen 
bis westlichen und nur vereinzelt nach Nordwest drehenden Winden erfolgten 
während dieser Zeit, ausgenommen am 2. und 5., täglich fast an der ganzen 
Küste Regenfälle, die am 8. und 12. an Theilen der Ostsee, am 10. zwischen 
Elbe und Weichsel von Gewitiern begleitet waren; ausgebreiteter Nebel trat, wie 
angeführt, am 7., 8. und 12, bis 14. auf, und heiteres Wetter wurde aufser am 
2. nur noch am 12. bis 14. an der preußischen Küste beobachtet. 
Eine bleibende Aenderung der Wetterlage bereitete sich am 17. vor, indem 
ein Hochdruckgebiet vom Ozean über Europa vordrang. Dieses breitete sich 
schnell über ganz Europa aus und verlagerte seinen Kern langsam über Frank- 
reich und das südliche Ostseegebiet nach Nordeuropa; das Hochdruckgebiet ver- 
lor dabei an Ausdehnung über Südeuropa, blieb aber bis zum 25. von Norden 
her über Centraleuropa ausgedehnt. An der Küste wehten während dieser Zeit 
schwache, zunächst veränderliche und seit dem 22. vorwiegend südöstliche bis 
nordöstliche Winde. Die Regenfälle liefsen nach, traten am 19, nur noch ost- 
wärts der Elbe auf, und vom 20. bis 24. herrschte trockenes, am 20. vielfach 
nebliges, an den übrigen Tagen vorwiegend heiteres Wetter. 
In dem letzten Witterungsabschnitte des Monats breitete sich vom Mittel- 
meere her die Depression über Kontinentaleuropa und das Küstengebiet aus, so 
dafs das Hochdruckgebiet vom hohen Norden her nur noch Skandinavien um- 
faßte. Die Winde frischten am 25. bis 27. aus östlichen Richtungen auf, von 
den Friesischen Inseln bis Rügen hin theilweise bis Stärke 7 und 8, dann traten 
wieder schwache, an der Ostsee anhaltend südöstliche bis nordöstliche, an der 
Nordsee jedoch unter dem Einflusse eines nach dem Norden dringenden Theil- 
minimums späterhin veränderliche Winde ein. Während am 25. noch ostwärts 
bis Rügen hbeiteres Wetter herrschte, brachte dieser Tag bereits im Osten wieder 
Regenfälle, die in der Folge wieder, mit Ausnahme des 27., täglich über dem 
ganzen Gebiete bis zur Oder auftraten und am 28, an der Nordsee meist sowie 
am 29. an der Ostsee vereinzelt von Gewittern begleitet waren; der 28. war an 
der ganzen Ostsee-Küste heiter. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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