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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Lage der Gilbert-Inseln, 
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zeichnungen versehen, die von ihm als Verbesserungen bezeichnet werden. Diese 
Handzeichnungen beziehen sich auf verschiedene Theile einzelner sowie auch 
auf die Lage ganzer Inseln, doch sind sie nicht vollkommen genug, um karto- 
graphisch wiedergegeben werden zu können. 
Die inzwischen neu erschienene Ausgabe der genannten Karte mit 
Korrektionen. bis zum November 1898 enthält mehrere Aenderungen gegen die 
ältere Ausgabe, die zum Theil einigen der erwähnten Handzeichnungen ähnlich 
sind, darunter z. B. der neue Plan von Nonuti. 
Wie weit die Angaben übrigens zutreffend sind, kann von hier aus nicht 
beurtheilt werden, und der nachstehende Auszug, in dem nur kurz auf die ver- 
besserte Lage ganzer Inseln hingewiesen wird, erfolgt unter allem Vorbehalte 
von Seiten der Seewarte, 
1. Die Insel Maraki wird ohne Aenderung ihrer Form um etwa 7 Sm 
westwärts verlegt. . 
2. Von der Insel Tapeteua wird das Südende um etwa 5 Sm südlicher 
gelegt und dazu handschriftlich bemerkt: Die Insel dehnt sich bedeutend weiter 
nach S und W aus; die Lagune liegt voll von Steinen, doch steht tiefes Wasser 
um dieselben. An der Westseite wird eine 1'/a Sm breite und 10 Faden (18 m) 
tiefe Einfahrt, an der Südseite eine solche von 2 Faden (3,6 m) Tiefe angegehen, 
3. Die ‚Insel Peru wird in erheblich veränderter Form um etwa 6 Sm 
in nordöstlicher Richtung verlegt. 
4. Die Insel Onoatoa wird: ohne wesentliche Formänderung um etwa 
7 Sm nordnordostwärts verlegt. 
Bemerkungen über die Marianen.) 
Aus einem Bericht des Kapt. Krebs. Führer des deutschen Dampfers „München“. 
In der Gegend der Marianen weht vom November bis Juni der Nordost- 
passat, im Juli, August und September sind steife Südwest- und Westwinde, im 
Oktober veränderliche Winde und unbeständiges Wetter vorherrschend. Die 
Regenzeit soll sich über die Monate Mai bis Oktober erstrecken und der Regen 
zu dieser Zeit heftig sein, doch soll es auch während der übrigen Monate 
häufig regnen. 
Auf der Reise von Ponape nach Saipan trafen wir vorwiegend nördliche 
und Nordwestwinde mit hoher Nordwestdünung und vielem Regen, Am 
17. August um 3" pm ankerten auf der Westseite der Insel Saipan, vom Tanapag- 
Hafen SSW, 2 Sm, von dem Städtchen Garapan westlich, 1,5 Sm entfernt auf 
24 m (13 Faden) Wasser, anscheinend über Korallengrund. 
„München“ fuhr mit rw. NW-Kurs zwischen den Inseln 'l'inian und Saipan 
hindurch. Die Küste von Tinian schien rein zu sein, während sich an der Süd- 
küste von Saipan Riffe und schwere Brandung zeigten. Die Durchfahrt ist etwa 
4 Sm breit. Nachdem das Südwestende der Insel Saipan passirt war, steuerten 
wir in etwa 3 Sın Abstand vom Lande mit nördlichem Kurse längs der Insel, bis 
die Ortschaft Garapan rw. O peilte. Wir hielten dann auf dieselbe zu, bis die 
im Hafen von Tanapag liegende kleine Insel Managassa rw. NNO peilte, und 
ankerten dann, wie oben angegeben. 
Anf dem Ankerplatze stand hohe westliche Dünung; das Schiff rollte sehr 
stark. Während der drei Monate Juli, August und September wird die Rhede 
von Garapan immer ein ungemüthlicher Ankerplatz sein, doch zur Zeit der 
östlichen Winde wird man dort in Lee der Insel gut liegen. 
Den Hafen von Tanapag*) können Schiffe von mehr als 6 m (20 Fuß) Tiefgang 
unter keinen Umständen benutzen, sonstige auch nur bei östlichen Winden, weil 
dann kein Seegang in der Hafeneinfahrt steht. Leichterfahrzeuge giebt es hier 
nicht. Einige Kisten Ladung und Gepäck wie auch einige Passagiere wurden 
mit dem Schiffsboot an das Land und auch umgekehrt befördert. Vom Anker- 
platze bis zum Landungsplatz muisten wir 1!/a bis 2 Stunden rudern. 
1) Karten: B. 1101, Mariana or Ladrone Islands, Segelhandbuch: Pacific Islands, Bd, I. 
1900, Seite 440 ff, 
2). Siehe Plan auf der B.-Karte No. 1101, 
Ann. d, Hyär, ete., 1901, Heft I.
	        
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