278 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1901.
Temperatur von 30° C bis auf Zimmertemperatur nach und nach vermindert. — Es
ist während der vorliegenden Prüfung durchweg gelungen, die beabsichtigten
Mitteltemperaturen innerhalb einiger Zehntheile des Grades herzustellen; nur
während der 7. Dekade konnte wegen der milden Witterung die vorgeschriebene
Temperatur von 5° nicht vollständig erreicht werden, Die mittlere Tagestemperatur
bewegte sich während dieser Dekade zwischen den Grenzen 5,5° und 8,2° und
betrug im Mittel 7,0°,
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die beiden T’hermochronometer
(nicht kompensirte Chronometer) Tiede No. 108 und Eppner No. 20 verglichen,
und es sind die mittleren täglichen Gänge derselben am Fuße der Tabelle an-
gegeben. Unter den Rubriken, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werthe
enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen
Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der
betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten
Reihe sind schliefslich die Mittelwerthe der an den Koppe’schen Haarhygrometern
abgelesenen relativen Feuchtigkeiten im Innern des Prüfungsapparates angegeben.
Die Ableitung der für die Güte der Chronometer mafsgebenden Zahlen
sowie die Klassificirung der Instrumente wurde auf Grund der Bestimmungen aus-
geführt, welche in der von der Direktion erlassenen Aufforderung zur Betheiligung
an der 24. Konkurrenz-Prüfung enthalten sind. Diese Bestimmungen lauten:
„Nach beendigter Prüfung werden sämmtliche Chronometer, soweit sich
dieselben überhaupt als brauchbar für die nautische Praxis erweisen, in vier
Klassen eingeordnet, für welche die Maximalwerthe der später zu definirenden
charakteristischen Zahlen folgendermafsen festgesetzt worden sind:
Klasse I H I IV
A+2B+C 2,50° 5,00° 6,50° 10,00°
B 0,75° 1,20° 1,60% 2,50°
C 0,010° 0.015%° 0,025° 0,050°
Diese Gröfsen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Gängen, welche während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind. -—
Zur Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen
Gänge paarweise zu einem Mittelwerthe vereinigt; es wird dann die gröfste vor-
gekommene Differenz dieser Mittelwerthe gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner
B‘ die größte Differenz der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden
Dekaden, z die Differenz der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte
und T die Differenz der höchsten und niedrigsten während der Prüfung überhaupt
vorgekommenen Dekaden-Temperatur, so ist
4 T
B = B'— A.
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu berück-
sichtigen. — Endlich erhält man den Werth der täglichen Acceleration C des
täglichen Ganges, indem man die Differenz der Gänge bildet, welche während
zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener Dekaden beob-
achtet worden sind, und alsdann diese Differenz durch die Anzahl der zwischen
der Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividirt. Nachdem man in dieser Weise
die tägliche Acceleration aus den beiden äufßsersten Dekadenpaaren der Prüfung
berechnet hat, ist der Mittelwerth beider Bestimmungen gleich C zu setzen.
Innerhalb der einzelnen Klassen werden die Chronometer nach dem Werth
der Summe A +2B + C geordnet, wobei die Vorzeichen der Summanden nicht
zu berücksichtigen sind.“
Aus der umstehenden tabellarischen Uebersicht ergiebt sich, dafs sich die
konkurrirenden Chronometer procentisch in folgender Weise auf die einzelnen
Klassen vertheilen:
Klasse I II HI IV V))
249% 32% 22% 20% 2%
1) Der Kürze wegen sind, wie in früheren Fällen, diejenigen Chronometer als zur Klasse V
gehörig bezeichnet worden, welche die für die Klasse IV festgesetzten Maximalwerthe der charak-
teristischen Zahlen überschritten haben.