274
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1901.
Pilot-Charts die deutsche Karte, allerdings in der Form von Bemerkungen neben
der Karte.
Endlich weiß man, welche Gefahren das Treiben der Eisberge in den
Gewässern der neuen Welt bieten; das Gesetz dieser Trift ist uns jetzt bekannt,
and eine Folge davon ist die Festlegung der gebräuchlichen Routen zwischen
Europa und New York; aber die Ausnahmen sind zahlreich und die Ab-
weichungen häufig. Daher erwähnt auch die deutsche. Karte, welche im Gegen-
satz zu den amerikanischen nur die äußerste wahrscheinliche Grenze angiebt,
aufserdem die im vorhergehenden Monat gemachten Beobachtungen der Eisberge.
Dies sind die hauptsächlichsten Erscheinungen, mit denen die Schiffahrt
im Norden des Atlantischen Ozeans rechnen mufs.
Man sieht, ein wie grofses Interesse die Seefahrer daran haben, über die
Gesetze oder wenigstens über die Wahrscheinlichkeiten, welche diese Er-
scheinungen beherrschen, unterrichtet zu sein. Dadurch entgeht die Schiffahrt,
unterstützt von der Wissenschaft, so viel als menschenmöglich, den Zufälligkeiten
der Ereignisse und den Ueberraschungen, denen die bloße Routine aussetzt;
die Menschen gewinnen an Sicherheit, die Ueberfahrten an Schnelligkeit und die
Forschungen, die scheinbar von reiner Neugier entstammen, erweisen sich wieder
einmal reich an fruchtbaren Angriffspunkten, zım Nutzen und Ruhme der Völker,
welche sich denselben widmen. Wenn uns bei dieser Art Arbeiten leider schon
andere vorangegangen sind, so wollen wir wenigstens sie unseren Seeleuten
dienlich zu machen wissen, bis wir ihnen noch etwas hinzufügen können, Es
giebt weniges auf diesem Gebiet, was ihnen so nützlich sein könnte wie die neuen
monatlichen Karten der Seewarte. P, Camena D’Almeida,
N. B. Die Nordatlantische Wetterausschau wird nächstens in der Börse
in Bordeaux angeschlagen werden mit erklärenden Bemerkungen unter der Obhut
der Societe d’Oceanographie du Golfe de Gascogne.
In der „Rivista Marittima“ ist kürzlich ebenfalls eine längere Besprechung
der „Nordatlantischen Wetterausschau“ erschienen, deren Uebersetzung demnächst
reröffentlicht werden wird.
Bericht über die vierundzwanzigste auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern
(Winter 1900 — 1901).
Zu der 24. Chronometer- Konkurrenz-Prüfung waren von neun deutschen
Uhrmachern im Ganzen 41 Chronometer eingeliefert worden. und zwar
10 Chronometer,
von W. Bröcking-Hamburg .
H. Diedrich-Geestemünde
L. Jensen-Glashütte i./Sa.
A, Kittel-Altona. 20.000000
"h.KnoblichNehfigr. (Inhaber A. Meier)-Hamburg
A. Lange & Söhne-Glashütte 1./Sa. , .
F. Lidecke-Geestemünde , . . . .
U. F. P. Sackmann & Sohn- Altona
F. Schlesicky-Frankfurt a/M, . .
Außerdem wurden auf Wunsch der Fabrikanten die Chronometer deutschen
Ursprungea:
A. Kittel No. 146
F. Lidecke „, 259
gleichzeitig mit den Chronometern der Konkurrenz-Prüfung einer vollständigen
Temperaturuntersuchung unterzogen.
Bei sämmtlichen Chronometern war die Bedingung, dafs die Reinigung
innerhalb eines Jahres vor der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach Aussage
der Uhrmacher erfüllt; auch waren von Letzteren genaue Angaben bezüglich der
Konstruktion der Instrumente sowie in einzelnen Fällen erläuternde Zeichnungen
beigefügt worden.