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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Krebs, W.: Luftwogen über Mitteleuropa am 7. Juli 1894. 269 
Bei Ausdehnung dieses Vergleiches auf diejenigen Freifahrten unbemannter 
Registrirballons, die von Berlin aus gleichzeitig mit bemannten Ballons auf- 
stiegen, stellen sich folgende sehr ähnliche Ergebnisse heraus. 4 
Datum 
11. 5. 1894 
6. 9. 1894 
14.11.1896 
18.2.1897 
Ballan 
Zeit 
„Phönix“ (bem.). 
„Posen“ (bem.) . 
„‚Cirrus“ (unbem.) 
7h33m.7h 35a 
7h 33m_——7h 36a 
7h 33m__7h 35a 
„Phönix“ (bem.). 
„Majestic“ (bem,) 
„Cirrus“ (unbem.) 
„Bussard“ (bem.) 
„Cirrus“ (unbem.) 
Feldballon (bem.) 1ıh4m_.jl1b6ma 
„Condor“ (bem.) . L1hom—11h4mg 
Ersatz-Registrirballon (unbem.)! 11h 4m—11b6ma 
8h 49m —8h 530g 
8h 54m 8b 56a 
sh 45m_—_8h50ma 
zh51m—2h55ma 
ah 51m_—_9h56ma 
Temperaturabnahme 
auf 100m 
4,2° ı 11,17 m = 0,838° 
04°: 3,04m = 0,13° 
4,0° ; 4,65 m = 0,90° 
05°: 83,24 m = 0,15° 
1,0°; 2,64m = 0,42° 
13,1° : 15,65 m == 0,84° 
0,2° : 15,00m = 0,01° 
4,0° : 14,00m = 0,28° 
—6,6°: 9,12 m = — 0,72% 
—61°: 912m = — 0,67‘ 
—6,3° : 11,70 m = — 0,4‘ 
—5,8° :11,70m = — 0,50% 
—1,0°: 5,00m = — 0,20“ 
—1,0°: 500m = — 0,20‘ 
| Differenz 
a2 
zugunsten 
der 
Registrir- 
ballons 
+ 0,65° 
-+0,55° 
+ 0,27° 
+ 0.41°%3) 
i3. 5. 1897 
„Sperber“ (bem.) . 
„Cirrus II“ (unbem.) 
4h Om__4h 41/9ma 
4h 00— 4h 42 
6,4° : 12,55m = 0,52° 
5,4° : 12,55 m = 0,40° 
3,0° : 14,95 m = 0,20° 
80° ı 13.40m — 0,60° 
— 0,06° 
I 
Bis zu bedeutendem Ueberwiegen ergiebt sich demnach die aus den Selbst- 
registrirungen der Sonde-Ballons berechnete Temperaturabnahme als größer und 
deshalb zuverlässiger als die aus den Ablesungen berechnete. Man kann aus 
dieser kleinen Anzahl der Vergleichsfälle sogar schon den Schlufs ziehen, dafs 
in den Jahren 1894 bis 1897 die Ablesungen der Berliner Ballonbeobachter an 
Zuverlässigkeit gewonnen haben, aber daß sie erst im Jahre 1897 den Selbst- 
registrirungen der Sonde-Ballons innerhalb des stark aufsteigenden Astes ihrer 
Bahn gleichwerthig geworden sind. Dieser nach obenstehender Tabelle möglich 
erscheinende Schlufs erfährt nicht unerhebliche Verstärkung durch die früher er- 
wähnten Ungenauigkeiten der Beobachtung und Berichterstattung in den Berliner 
„Wissenschaftlichen Luftfahrten“, Ungenauigkeiten, auf welche allein schon diese 
Nachprüfung der einen Stichprobe vom 7. Juli 1894 geführt hat. 
Der Cyklon von Portorico im Jahre 1899. 
(Nach „Monthly Weather Review“. Oktober 1900.)3) 
Die tropischen Stürme des Nordatlantie entstehen gewöhnlich östlich von 
den Kleinen Antillen innerhalb des Stillengürtels, welcher den Ozean zwischen 
5° und 15° N-Br bedeckt. Da in diesem Theile des Ozeans nur spärliche Schiffs- 
beobachtungen vorhanden sind, und bei dem verhältnifsmälsig kleinen Gebiete, 
welches die Stürme hier erreichen, sind Berichte über dieselben östlich von dem 
1) Die Temperatur- und Höhendifferenzen der Tabelle sind aus den in Bd. I, Abth. LIT, der 
„Wissenschaftlichen Lufıfahrten“ zusammengestellten Werthen berechnet. Als gleichzeitige Tempe- 
ratur an der Erdoberfläche ist auch mit den auf den bemannten Ballons ausgeführten Temperatur- 
beobachtungen die Ausgangsbeobachtung am Registrirballon dann verglichen, wenn ihr Zeitpunkt 
jenen Ablesungen näher lag als derjenige anderer Beobachtungen. 
2) An diesem sehr sonnigen Vormittage mit ausgeprägter Temperaturumkehr wurden die 
Ablesungen der Temperatur auf den bemannten Ballons augenscheinlich beeinflufst durch die wärmende 
Wirkung der besonnten Ballonkörper. ; . 
3) Verfasser des Aufsatzes ist Herr C. 0. Paullin, Nautical Expert, United States Hydro- 
graphic Office, D. Red,
	        
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