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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Krebs, W.: Luftwogen über Mitteleuropa am 7. Juli 1894, 265 
sächlich dann heraus, wenn der nördliche Ast des ersteren mit dem Barogramm 
vor 8% a, der südliche Ast mit dem nach 8*a verglichen wurde. In dieser Art 
ließen sich nicht weniger als drei Stellen des südlichen und zwei Stellen des 
nördlichen Astes mit entsprechenden Stellen des Barogrammes identificiren (Abb. 2). 
Auf dem Wogenschnitt von Hamburg (H) aus und auf dem Barogramm von 
8a aus sind die ersteren drei mit a, b und c, die letzteren beiden mit d und e 
übereinstimmend hezeichnet. 
Der genauen Messung wegen wurden die so bezeichneten fünf Strecken 
des Wogenschnittes auf der Isobarenkarte wieder aufgesucht und auf Atlaskarten 
gröfseren Mafsstabes (1: 2250 000 bezw. 1: 4500000) übertragen, 
In dieser Weise ergaben sich für die einzelnen Wogenabschnitte 
an räumlicher Strecke 
B) nach Hamburg und 8b a 
H—a 2 1608 
H—b 6 4805 
H—o 13 0008 
A) vor Hamburg und 8ha 
d—H 3 6008 180 000 m 
e—H + 9 3608 450 000 mn 
Die Geschwindigkeit der Wogenbewegung liefs sich daraus in folgender 
Weise berechnen: 
B) Aus d— a 
X—b 
an Zeit 
90000: 2160 =— 42 Sem 
315000: 6480 =—= 49 „ 
585 000 : 13000 = 45 „ 
180000: 3600 = 50 „ 
Li 450000: 9360 =— 48_ 
Aus Gruppe B ergaben sich demnach 45 Sem 
aus Gruppe A 2.0 ....... 9, 
im Gruppendurchschnitt also . . . 47 Sem +? 
als Geschwindigkeit der Wogenbewegung von NNW naclı 5SO. 
Die grofse Uebereinstimmung der fünf Relationen zwischen Zeit und 
räumlicher Strecke, die als gröfste Abweichung vom arithmetischen Durchschnitt 
(46 Sem) nur 10% erkennen läfst, genau unter den Bedingungen, die sich für den 
Vergleich von Barogramm und Wogenschnitt als unumgänglich ergeben, bürgt 
für das wirkliche Vorhandensein des behaupteten Zusammenhanges. 
Eine nicht so überraschend genaue, aber an sich ebenfalls schon grofse 
Uebereinstimmung ergiebt sich für die Wogenlängen von Maximum zu Maximum 
des Luftdruckes. Aufser den schon benutzten Stellen c und e kommen als solche 
Stellen höchsten Luftdruckes auf dem Wogenschnitt und der ihm zu Grunde 
liegenden Luftdruckkarte die Stellen g und f in Betracht, von denen die erstere 
nordöstlich Cuxhaven, die letztere südlich Magdeburg liegt. Sie finden sich un- 
schwer an den entsprechenden Stellen des Barogrammes wieder. 
Am Wogenschnitt, aus den schon gemessenen Strecken zusammengesetzt, 
und am Barogramm direkt ergeben sich folgende Werthe: 
für Woge an Zeit an räumlicher Strecke 
e—g 72008 380 000 m 
B—f 75508 310 000 m 
f—o 75508 345 000 m 
Durchschnittliche Wogenlänge 345 000 m 
Der Vergleich von Luftdruckkarte und Barogramm und ferner, einzeln 
unter sich, der Zeit- und der Raumwogen des Luftdruckes (Abb. 2) hat demnach 
eine Vielzahl auffallender Uebereinstimmungen ergeben, durch die gemeinsam das 
Vorhandensein einer Wogenbewegung der Luft nach der von dem Registrirballon 
eingeschlagenen Richtung hin bekräftigt wird. Der Vergleich hat aufserdem die 
Länge der Wogen zu durchschnittlich 345 km, ihre Geschwindigkeit zu etwa 
47 Sem ergeben. 
Von dieser Geschwindigkeit aus ist es möglich, die Annahme der Wogen- 
bewegung noch nach einer dritten Beziehung zu prüfen. Da diese Wogen- 
bewegung sich auf der Oberfläche einer selbst nach NW strömenden Luftschicht 
vollzog, braucht die nordnordwestliche Komponente ihrer Geschwindigkeit!) nur 
) „Wissenschaftliche Luftfahrten“, Bd. II, Seite 350; Bd. I, Abth, 1IZI, Seite 98.
	        
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