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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde von Brasilien. 
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Schlucht des Boa Vista-Hügels erscheint. Hält man darauf die Baracke der 
„Companhia Industrial“ etwas frei von der inneren Huk des Inselchens Catharina, 
so bleibt die Lage-Tonne etwa 100m entfernt an St. B. und die Fundäozinho- 
Tonne etwa 60m entfernt an B. B., die Fundäo Grande-Tonne 100 m entfernt an 
St. B. und die Boizgo-Tonne 50m entfernt an B. B., die Fundo-Klippe 120 m ent- 
fernt an B. B. und die Lavra-Klippe etwa 100 m entfernt ebenfalls an B, B. Wenn 
die Fabrik (Engenho) querab ist, steuere man auf den Lessa-Hügel zu, indem 
man denselben in Berührung mit der Graciosa-Huk bringt, und laufe so zwischen 
den Klippen Aprigio an B.B. und Guarany an St. B. hindurch; die Recife-Bake 
bleibt etwa 100m entfernt an St. B. und die Colona-Tonne 50 m entfernt an B. B. 
Sobald die Baracke der „Companhia Industrial“ an der Seitenmauer des 
Marktes in Sicht kommt, ankere man mit etwa 30 Faden Kette auf 3,5 m Wasser, 
GrundfSchlick, 
Nachts oder bei Nebel ist die Fahrt von Paranagua nach Antonina und 
umgekehrt sehr gefährlich und sollte dann nicht unternommen werden, 
Paranagua- und Antonina-Bucht. 
Gezeiten. Der Fluthhub beträgt in Antonina und Paranagua 1,97 m. 
Beim Studium der Gezeiten stöfst man auf die merkwürdige Erscheinung, die 
fälschlich mit dem Namen Mittel- oder halbe Tide (meia-mar€) bezeichnet wird 
und aus einem . plötzlichen Stillstand der Wasserbewegung besteht. Zuweilen 
folgt die Wasserbewegung ihrer ursprünglichen Richtung, zuweilen ändert sie 
dieselbe auch Dieser Stillstand ist nicht von gleichmäfsiger Dauer, zeigt sich 
auch nicht periodisch und steht nicht unter dem Einflufs des Windes oder von 
zrofsen Wassermengen, die nach starkem Regen durch die Flüsse der Bucht zu- 
geführt werden. Es kommt vor, dal sich die Mitteltide bei vollständiger Wind- 
stille, bei Niptide oder auch bei Springtide zeigt. Man führt diese Erscheinung 
auf die Gestaltung der Bucht zurück, die eine der gröfsten Brasiliens ist und 
etwa 80 größere oder kleinere Flüsse nach einem Lauf durch unebenes Terrain 
aufouimmt. Die Hafenzeit in Paranagua und Antonina ist 3, 
Winde. Am häufigsten und periodisch treten die Nordost- und Südost- 
winde auf, erstere von September bis März, letztere von April bis August. 
Morgens weht Nordwestwind, der im Gegensatz zu den oben genannten gewöhn- 
lich Landwind heilst. Die Windstärke ist im Allgemeinen gering. Nur der 
Nordwestwind kann sowohl in Paranagua als auch in Antonina zuweilen gefähr- 
lich werden oder dem Laden und Löschen hinderlich sein. Daher wählt man in 
Paranagua mit Vorliebe den Ankerplatz innerhalb der Insel Cotinga, der durch 
die grofse Bank der Itebere-Mündung gegen den Einflufs des Nordwestwindes 
geschützt ist. 
Lothungen, Im Ganzen wurden 948 Lothungen ausgeführt, die Tiefen 
zwischen 0,1 und 10,3 m ergaben. 
Grundbeschaffenheit, Von der Insel Teixeira an bis zur Höhe der 
Taquanduba-Klippe besteht der Grund aus Schlick und Sand, von hier bis zur 
Fundäo Grande-Klippe aus Schlick, von der letzteren bis zur Boiäo-Klippe aus 
Schlick und weißem "Thon, von der Boiäo- bis zur Aprigio-Klippe aus Schlick 
und Sand und weiterhin auf dem Ankerplatze aus Schlick, der desto weicher 
wird, je mehr man sich dem Ufer nähert. Die Untiefen Baixio Grande, Pedras 
Brancas, Itaussü de Cima und Itaussü de Baixo bestehen ebenso wie die Untiefe 
zwischen Palmas und Teixeira ausschliefslich aus feinem Sande. Die Untiefe 
jedoch, die sich von dem Inselchen Guamiranga bis zur Insel Bigua erstreckt, 
besteht aus Schlick, ebenso wie alle Untiefen, die sich längs der Küste sowohl 
auf der Seite von Antonina als auch auf der entgegengesetzten Seite erstrecken. 
Richtung und Geschwindigkeit des Stromes. Der Fluthstrom läuft mit 
einer Geschwindigkeit von 22m in der Minute zwischen Baixio Grande und der 
Stadt und von 19 m zwischen Baixio Grande und der Rollin-Huk. Die Ge- 
schwindigkeit des Ebbstromes beträgt bei der Baixio Grande-Untiefe 27m und 
bei der Rollin-Huk 32 m in der Minute. 
Ann. d. Hyär, elc.. 1001. Heft VL
	        
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