Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Jun: 1901.
von der Stadt befindet, wird das Feuer vom Lande verdeckt, und man kann nur
den Schein desselben wahrnehmen, wenn man dicht an der Küste ist. Die Lage
des Leuchtthurmes ist 37° 57’ 26“ N-Br, 9° 52‘ 40“ W-Lg von Greenwich.
Villa Nova de Milfontes.
Aenderung der Wassertiefen. Nach Berichten der Barrelootsen des
Mira - Flusses haben sich die Wassertiefen westlich von den Klippen im Süden
des Leuchtthurmes im Winter 1899/1900 sehr verändert. Der Carreiro do Norte
(Nordfahrwasser), das bisher Tiefen von 9m hatte, ist jetzt schon nur noch für
kleine Fahrzeuge befahrbar. Die Untiefe südlich von diesem Fahrwasser und
westlich von den Klippen, die in der Karte als Mittelgrund bezeichnet ist, ist
gleichfalls flacher geworden.
Der Carreiro de SO (Südwestfahrwasser) hat sich fast gar nicht geändert;
die gröfseren Tiefen haben sich um etwa 5m nach Süden verschoben.
Schutz. Der Hafen von Villa Nova de Milfontes ist ein ständiger Zu-
fluchtsort für Schiffe kleinen und mittleren Tiefganges, besonders für die Regierungs-
fahrzeuge der Provinz Algarve, deren Barren bei südlicher See unpassirbar sind.
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Insel Pecegueiro.
Klippen beim inneren Ankerplatze. Die auf dem inneren Ankerplatze
zwischen der Insel und dem Festlande als stets unter Wasser befindlich be-
zeichneten Klippen fallen bei Springtide-Niedrig wasser trocken. Man darf daher
nicht nördlich von der Verbindungslinie des Forts auf dem Festlande und der
Ruine des Forts auf der Insel passiren.
Lage der Klippe Mula, Die Klippe Mula liegt rw. S50°W von dem
Fort auf der Insel und etwa 400 m von letzterer entfernt. Ihre Entfernung von
den Klippen vor dem Südwestende der Insel beträgt etwa 200 m; die hierdurch
gebildete Durchfahrt ist schiffbar, sollte jedoch nur im Nothfalle benutzt werden,
Merkwürdige Vertiefungen befinden sich auf der Insel Pecegueiro. In
ibrem nördlichen Theile ist ein grofser freier runder Platz, der früher von einer
durch das Meer zerstörten Mauer umgeben gewesen sein soll. Diese Vertiefungen
scheinen schon vor der Gründung des Königreiches, gleichzeitig vielleicht mit
einem in den Felsen eingeschnittenen Schlupfhafen, einer Cisterne und dem Fort
bestanden zu haben, von dem jetzt nur noch Ruinen vorhanden sind.
Zur Küstenkunde von Brasilien.
Nach „Aviso hydrographico“ No. 107, 108. Rio de Janeiro 1901.
Einsteuerung in den Hafen von Antonina.
Um einen guten Ankerplatz bei Paranagua zu finden, darf man den Morro
da Fortaleza auf der Insel Mel nicht hinter der Cruz-Huk (Insel Cotinga) ver-
schwinden lassen, indem man sich gleichzeitig querab von den ersten Baken des
Furado-Kanals hält. Man kann auch den Morro da Fortaleza gut frei von
Cotinga bringen, darf jedoch den Hügel Bento Alvez (früher Miguel Grande ge-
nannt) auf der Mel-Insel nicht frei von Cotinga kommen lassen, um die Biguas-
Riffe zu vermeiden. Die letztere Leitmarke ist besonders wichtig beim Manödvriren
von Schiffen in dieser Gegend, Unter diesen Umständen dürfte die 5 m-Linie,
Schlickgrund, gleichzeitig als Grenze des Ankerplatzes zu betrachten sein; mehr
als 66 m Kette sind nicht erforderlich.
Nach dem Hafen von Antonina bestimmt, steuere man mit etwa rw. West-
Kurs auf das Nordende der Insel Teixeira zu, indem man dasselbe etwas an
B. B. hält; auf diesem Kurse bleiben die Inseln Guaras und Jereres an St. B.
und Guararema an B.B. Nach dem Passiren der Jereres-Inseln halte man die
äufsere derselben frei von der Cruz-Huk, bis man die Teixeira-Huk querab
erblickt. Darauf suche man mit rw. NW!/2W-Kurs die Lage-T'onne auf, die man
in wenigen Minuten erblicken wird. Auf dem letzteren Kurse hat man die
Taquanduba-Klippe etwa 500m querab, wenn die Insel Palmas genau unter der