4
Annalen der Hydrographie‘ und’ Maritimen‘ Meteorologie; Januar 1901
- Willaumez-Halbinsel,. .
_ Mit‘ Ausnahme eines bei Kap Monts dicht unter Land liegenden Riffes ist
die Westseite : der Halbinsel riffrein bis in die Bucht südlich. von Kap Goltz;
Hier beginnen die Riffe unter Land sehr dicht zu liegen. Ein Ankerplatz für
Schiffe existirt -bis hierher und speziell in dieser Bucht nicht. Bei der An-
atenerung dieser Bucht wurde beobachtet, dals Kap Monts und Kap Knorr früher
hinter Kap Goltz verschwanden, als es nach. der Karte XIL No. 114b hätte der
Fall sein müssen. Hieraus wurde geschlossen, dafs die Küstenlinie nördlich . von
Kap Goltz östlicher verlaufen. mufs, - als in. der erwähnten Karte angegeben ist.
Die später gesteuerten Kurse bestätigten dies. Der. ganze Kopf dieser Halb-
insel liegt etwas mehr nach Osten übergeneigt und der nördlichste Punkt Kap
Hollınann in Breite etwa 2,0‘ südlicher, als in der Karte X1I No. 114b angegeben,
nämlich: auf 4° 58’ Süd.
; Hannam-Hafen.
Zwischen der Mende-Insel und der westlich von ihr liegenden kleinen Insel
führt eine gute Durchfahrt in den Hannam-Hafen. Man passire nahe ’an der
kleinen‘ Insel, da in der Mitte der Durchfahrt noch ein Riff liegt. Diese beiden
Inseln müssen nach allen Beobachtungen 2 Sm südlicher ‚liegen, als in Karte XII
No 114b angegeben ist. Des Weiteren steuere man die östliche Kante der
Hannam-Insel an, drehe, sobald die Observations- und Binnen-Insel in Eins sind,
in den Hafen und ankere südlich von der Observations-Insel. Der Ankergrund
ist schlecht und steinig, Wassertiefe 40 bis 45 m, Im Uebrigen liegt der Hafen
geschützt. -
van
went
Strom.
Ü Während der ganzen: Reise wurde südliche bis südsüdöstliche Strom-
versetzung beobachtet, welche. im Maximum 1,2 Sm pro Stunde betrug. Auch
nach Angabe: der in ‚diesen Gegenden. verkehrenden Küstenfahrer soll zwischen
den: French-Inseln und der Gazelle-Halbinsel nicht unerhebliche südöstliche Strom-
versetzung auch in der Zeit des SO-Passates vorkommen. : ;
Wind und Wetter.
Während der Reise wehten auf dem ganzen Gebiet nur sehr schwache
südöstliche Winde, oft bis zur. vollkommenen Stille. abflauend, In der Hixon-
Bucht frischte der Wind nachmittags bis Sonnenuntergang zu Stärke 6 auf, doch
war dies eine lokale Erscheinung, ;. Das Wetter war schön, aber sehr trocken.
Der Thermometerstand schwankte nachts zwischen 24° und 29° C, tagsüber
zwischen. + 28° und: 31,5° C.. . . ; :
Der Barometerstand schwankte zwischen: 760 bis 765 mm.
° Die Neu-Lauenhburg Gruppe.‘)
Allgemeines, . Diese. nach ihrer Hauptinsel Neu - Lauenburg benannte
Gruppe besteht aufser dieser aus einer Anzahl von Inseln, die sich südlich, nord-
westlich und nördlich um die Hauptinsel gruppiren, . Im Süden liegen die Inseln
Muarlin, Mioko, Utuan, Kerawara, Kaboxon, Ulu und Ruruan, im Nordwesten
Makäda, und im Norden Mait Unanga und Mait Iri. ;
Alle diese Inseln sind bis auf Makada niedrig und durchgängig. mit
dichtem‘ und hohem Wald. bestanden, Makada allein zeigt auf seiner nordwest-
lichen Hälfte zwei unbedeutende Erhebungen. ‘Ihre Küsten. bestehen theils aus
niedrigem Sandstrand, an welchen der Busch fast überall dicht herantritt, theils
aus mit_Gestrüpp. bewachsenem Fels, der steil ins Wasser abfällt. An wenigen
Stellen zwischen den Inseln sind dem festen Strand Mangroven vorgelagert,
Um die Küsten ziehen sich Korallenriffe herum. Dieselben ‚ziehen sich
theilweise. dicht am Strande entlang, parallel demselben, wie an der Ostküste,
theils‘ sind sie barriereartig vorgelagert, wie im Süden und Südosten. Endlich
treten. sie stellenweise‘ weit vorgeschoben als einzelne Untiefen und Blöcke auf,
wie an der ganzen Westküste und zwischen den einzelnen Inseln.
©” * 1) Karte D; No. 102 (Tit. XII No. 114), Nördöstlicher Theil der Gazelle-Halbinsel; Segel-
handbuch B, Pacific Islands, Bd. I, 1900, Seite 379.