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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde von Portugal. 
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der Umgebung der Insel Berlenga Hummern gefangen, die von Peniche in grofsen 
Mengen verschickt werden. Die Bevölkerung von Berlenga besteht aus der 
Garnison des Forts und dem Leuchtthurmpersonal. Der Leuchtthurm steht auf 
dem höcheten Theile der Mitte der Insel. Der Carreiro bietet Torpedobooten, 
die dicht an der Küste vertäuen können, ausgezeichneten Schutz, ausgenommen 
im Winter oder bei südlichen bis südöstlichen Winden. Unter diesen Umständen 
dürfte der Ankerplatz in der Bucht von Ober-Peniche, besonders innerhalb von 
Ingueiro, vorzuziehen sein. 
Sines-Bucht. ° 
Ankerplatz, Der Aukerplatz, zu dem die in dem „Aviso aos navegantes“ 
No. 12 von 1899 bereits genannte Peilung: Thurm der Matriz- Kirche in Eins 
mit. dem kleinen Bogen der neuen Auffahrt führt, ist bei den letzten Ver- 
messungen noch genauer untersucht worden. In dieser Peilung findet man auch 
felsige Stellen; erst auf geringerer Tiefe als 14 m ist der Ankergrund gut. In 
dieser Tiefe und etwas westlich von der oben genaunten Peilung scheint der 
beste Ankerplatz für Dampfer mittleren und geringen Tiefganges zu sein; von 
hier aus sieht man den Thurm der Matriz - Kirche in Eins mit einem auffälligen 
Felsen unmittelbar am äußersten Westende des Sandstrandes, in der Peilung 
vw. N34°0. 
Wenn die Fischereivorrichtungen ausliegen, mufßs man den Ankerplatz 
möglichst in der zuerst genannten Peilung aufsuchen; diese Vorrichtungen er- 
strecken sich in der Nähe des Ankerplatzes in Nord—Südrichtung vom Wellen- 
brecher etwa 600 m seewärts und sind der Schiffahrt gefährlich. 
Landung. Die Landungsbrücke ist durch einen Wellenbrecher in der 
Westecke der Bucht geschützt, der einen kleinen Hafen bildet. Die. starke 
Brandung und der Strom versanden diesen Hafen stark. Man hat daher in der 
Einfahrt einen kleinen Hafendamm parallel zum Strande gebaut, Etwa 50m von 
diesem Damme entfernt und in seiner Verlängerung liegen einige Klippen, die 
bei Niedrigwasser in die Wasserlinie kommen; in der Hafeneinfahrt liegt ebenfalls 
eine solche Klippe. Man mufs sich daher bei Niedrigwasser näher an den Hafen- 
damm halten, um nicht auf diese kleinen Klippen zu gerathen, Der Sandstrand 
unterhalb der Stadt ist zum Landen ungeeignet, da die Wassertiefe plötzlich sehr 
stark abnimmt, so dafs auch unter gewöhnlichen Verhältnissen die Brandung sehr 
hinderlich werden kann, 
Klippe südöstlich von der Insel Perceveira. Trotz des Seeganges, der 
gewöhnlich im Westen der Bucht steht, ist die Lage dieser Klippe neuerdings 
bestimmt worden. Die Insel Perceveira ist bekanntlich nur wenig vom Lande 
entfernt und peilt rw. SW!/aS vom Leuchtthurme. Die Wassertiefe auf der 
Untiefe wurde bei Niedrigwasser zu 3 m gefunden; die grofse Klippe war 
deutlich sichtbar, Dieselbe liegt in der Peilung: Das weißse Haus Grande im 
Osten der Stadt über den Felsen des Riffes, das sich von dem Westfort nach 
Süden erstreckt. Vom Kap ist die Klippe etwa 300 m entfernt. Von Perceveira 
peilt sie etwa rw. S60°O und vom Leuchtthurme rw. S25°W. 
Einlaufen auf den Ankerplatz. Von Norden kommend, kann man, So- 
bald man den Leuchtthurm querab (rw. Ost) in nicht weniger als 2 Sm Entfernung 
hat (näher darf man besonders nachts nur im Nothfalle an den Leuchtthurm hinan- 
gehen), rw. S50°0 steuern, bis der Leuchtthurm rw. N.20°O0 peilt und man nur 
noch etwa 1!/a Sm von ihm entfernt ist. Nun kann man auf den Ankerplatz zu- 
halten, indem man zunächst etwa !/a Sm rw. Ost steuert und dann allmählich, 
beständig lothend, nach Norden dreht. Da in dieser Bucht kein Hafenfeuer 
brennt und das Leuchtfeuer vom Lande verdeckt wird, mufßs man sich nach dem 
Aussehen des Landes richten. Bei klarer Nacht wird man die Matriz- Kirche 
mitten. in der Stadt und den Hafendamm erblicken: man steuere darauf mit rw. 
N11°0- Kurs, der frei von den Fischereivorrichtungen führt, auf die Kirche zu 
und halte, sobald man 20 m. bei Niedrigwasser lothet, mehr nach Norden, bis 
man die Kirche in rw. N 34°O peilt und sich in 14 m Wasser bei Niedrigwasser 
befindet.‘ Hier kann man, wie bereits erwähnt, dicht unter Land ankern. Der 
Fluthhuh beträgt 2,4 m. 
Sines - Leuchtfeuer. Der Leuchtthurm steht mitten auf der Halbinsel, 
etwa 1/2 Sm innerhalb der äufsersten Felsen des Kaps. Wenn man sich südlich
	        
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