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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1901
Rettungswesen. Eine Rettungsstation ist vorhanden. Es giebt eine
Tauchergesellschaft, die eine Anzahl geübter Taucher bat. Kräftige Dampf-
pumpen sind ebenfalls vorhanden, und es giebt Feuermelde- und Löschvor-
richtungen im Hafen.
Sturmsignale werden am Westende des Hafens beim Fort Santa Braz
ezeigt.
BOEOB Signalstationen giebt es drei auf der Insel; eine an ihrem Westende bei
Ponta de Ferraria, eine am Ostende bei Ponta de Arnel und eine am Westende
des Hafens von Ponta Delgada, wo gleichzeitig die Lootsenstation und die
Sturmwarnungsstation ist.
Für den Verkehr zwischen Schiffen und der letztgenannten Signalstation
sind aufser dem internationalen Signalsystem nachstehende Signale vebräuchlich:
Signal
Bedeutung
a. Auf den Schiffen:
Nationalflagge über einem Wimpel im Vortopp . . Gebrauche einen Lootsen.
Nationalflagge unter einem Wimpel im Vortopp . . Bin beschädigt.
Nationalflagge unter einem Wimpel im Grofstopp. . Habe keine Anker.
Nationalflagge über einem Wimpel im Grofstopp - Bin schwer leck.
b. Am La de:
Rothe Flagge mit einem Wimpel darunter . . Suche eine gute Stelle, um einen Lootsen
an Bord zu bekommen.
Rothe Flayge mit einem Wimpel darüber . . Es kann kein Lootse an Bord gesandt werden.
Nationalflagge mit einer rothen Flagge darunter Gehe sofort in See.
Rothe Flagge 20.000000 0 HL Sie können einlaufen,
Rothe Flagge mit schwarzem Ball darüber . Allgemeines Einsegelungsverbot für den
' Hafen.
Das Signal K. W.R. verbietet den Schiffen bei stürmischem Wetter eben-
falls das Einlaufen in den Hafen.
Quarantäne. Die Schiffe werden bei ihrer Ankunft vom Hafenarzt besucht
und, falls sie keinen reinen Gesundheitspafßs oder ansteckende Krankheiten an
Bord haben, mit Quarantäne belegt. Die Quarantänestation für Schiffe befindet
sich etwa 1 Sm östlich von der Huk Rosto do Cäo, wo sie entweder in 3 Kblg.
Entfernung vom Lande auf 22 m oder in !/a Sm Entfernung vom Lande auf 35 m
Wassertiefe und gutem Ankergrunde ankern. Im Uebrigen sind die Quarantäne-
Vorschriften ebenso wie in allen portugiesischen Häfen. Siehe oben unter Horta.
Die zollamtliche Behandlung ist strenge und ebenso wie in allen portu-
giesischen Häfen. Ein Exemplar der Vorschriften wird dem Schiffsführer bei der
lie überreicht, das auch allgemeine Hafenverordnungen enthält. Siehe unter
orta.
LA
Die Rhede von Ponta Delgada befindet sich recht vor der Stadt. Grofse
Schiffe ankern gewöhnlich in %4 bis 1 Sm Abstand vom Lande, wo 35 bis 55 m
Wasser über gutem Ankergrunde steht, während kleinere Fahrzeuge in der Regel
dem Lande näher liegen. Die Wassertiefe nimmt nach dem Lande zu allmählich
ab, die 9 m-Grenze verläuft hier durchschnittlich in 1 Kblg. Entfernung davon.
Die Rhede liegt gegen Winde von SOzO durch Süd und West bis NWzW gänz-
lich offen und ungeschützt und jst daher bei diesen Winden sehr unsicher.
Dampfer können indessen unter gewöhnlichen Verhältnissen auch bei südlichen
Winden hier liegen, wenn sie auf 22 m Wassertiefe so ankern, dafs Delgada-Huk
mit der Aufsenkante des Wellenbrechers in etwa WNW!AW in Eins peilt. Bei
Anzeichen südlicher Stürme ist es jedoch gerathen, die Rhede zu verlassen und
entweder in den Hafen oder nach See zu gehen. Für Segelschiffe, die in
solchen Fällen nach See gehen; empfiehlt es sich, nach Westen zu stehen und
sich westlich von der Insel zu halten, weil der Wind gewöhnlich später nach NW
dreht, mit dem man dann bequem wieder nach der Rhede segeln kann.
Gezeiten, Die Hafenzeit ist bei Ponta Delgada 0* 30”, die Fluth-
höhe beträgt bei Springtide 1,8 m.
Die Hafenanlagen werden im Wesentlichen gebildet durch eiuen grofsen
gteinernen Hafendamm oder Wellenbrecher, der westlich vom Fort San Braz an
der Küste beginnt und sich zunächst in südöstlicher Richtung etwa 800m weit,