Zur Küstenkunde des Bismarck-Archipels,
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Die Tiefen im Aufenhafen, welcher zum Manövriren Platz genug bietet,
wechseln zwischen 20 und 40 m; im Binnenhafen, in welchem ein Schiff schwojen
kann oder zwei bis drei vertäut liegen können, beträgt die Wassertiefe 25 bis
30 m. Schroffe Tiefenübergänge finden sich nur dicht am Strande_oder an den
Riffen. Der Grund ist grauer Sand mit Schlick, ;
Der Binnenhafen bildet einen ausgezeichneten, gegen alle Winde ge-
schützten Ankerplatz; auch im Aufsenhafen kann kein Seegang aufkommen, da
die dicht unter, theilweise auch grade über Wasser liegenden Riffe den Seegang
brechen.
Der Observationspfeiler, welcher von S. M. S. „Möwe“ als Koordinaten-
Nullpunkt der flüchtigen Vermessung angenommen wurde, steht nach einer am
2, Juli 1900 gemachten astronomischen Beobachtung auf 4° 39‘ 25“ S-Br und
149° 31‘ 18" O-Ly. Er steht auf dem südlichen Gipfel der den Binnenhafen nach
Osten begrenzenden Landzunge. In seiner Nähe steht eine Bake mit Dreiecks-
toppzeichen, welche, in Eins gehalten mit einer Bake mit Stundenglastoppzeichen
an der Westseite des Hafens, die Einsegelungslinie durch die Haupteinfahrt be-
zeichnet. Diese letztere ist außerdem einkommend an Steuerbord mit einer
flachen grünen, an Backbord mit einer ebensolchen rothen Tonne, welche beide
auf den Riffkanten liegen, bezeichnet. Beide Tonnen sollen in nächster Zeit
Spieren mit Fähnchen erhalten.
Um Peterhafen anzusteuern nähert man sich der Insel am besten vom
Osten her; falls man vom Norden kommt, bleibe man 3 Sm, vom Süden kommend
5 Sm vom Lande ab. Der Hafen ist am besten zu erkennen an den Häusern
der Handelsstation. Auf 5 Sm Abstand sind alsdann bereits deutlich die Ein-
fahrisbaken zu sehen, in deren Deckpeilung man einläuft. Vor dem Binnenhafen
halte man die Südseite der Einfahrt, um den Bogen zum Eindrehen sicher heraus-
zubekommen, und werfe den Anker in die Mitte der Verbindungslinie zwischen
dem Observationspfeiler und der W-Bake, wo 30m Wasser über schlickigem
Sandgrund steht. Je nach dem Winde kann man alsdann das Heck irgendwo
an Bäumen mit Trossen festlegen. Das terrestrische Azimut vom Peterhafen-
Observationspfeiler nach dem weit sichtbaren Willaumer-Berg wurde bestimmt zu
annähernd N 128° O0. Dies ist in Uebereinstimmung mit der Karte XII No. 119a,
wenn man in derselben die richtige Lage von Deslacs einträgt,
Die Gruppe der French-Inseln.
Auch die übrigen Inseln dieser Gruppe liegen in den Karten unrichtig.
Es ist beobachtet:
a) nach Observation: nördlichste Spitze der Insel Merite, etwa 1,5 Sm öst-
lich von der NW-Ecke gelegen, 4° 56‘ S-Br und 149° 8,7‘ O-Lg;
4° 38 Zn Peilung: Ostkante der Nord-Insel ungefähr 149° 7‘ O-Lg, Südkante
° 4q. T.
Die übrigen Inseln der Gruppe liegen südlicher und westlicher, als in der
Karte Titel XII No. 119a angegeben. Von dem in dieser Karte nördlich von
Manganba oder Tambamba angedeuteten flachen Wasser ist nichts gesehen worden,
Merite ist im Norden ziemlich riffrein und kann hier bei Tage in 2 bis
3 Sm Abstand auf rechtweisenden Ost- oder West-Kursen unbedenklich passirt
weıden. An der Ostseite befindet sich eine kleine, in der Karte nicht ver-
zeichnete Insel, nördlich deren eine halbkreisförmige Riffbarriere vorgelagert ist.
Durch dieselben führen zwei breite und tiefe Durchfahrten, und innerhalb ist
ziemlich rubiges Wasser und genügend Platz zum Manövriren. Bei nur einiger-
mafsen günstiger Beleuchtung sind die Riffe und die Durchfahrten sehr gut zu
sehen. Auf Merite gegenüber der erwähnten kleinen Insel befindet sich eine
Handelsstation.
Die Nord-Insel (Narraga) ist von Korallenriffen umgeben, und nur von
Osten her kann man an einer Stelle dicht an die Insel herankommen und mit
Booten landen. Hierzu steuere man die an dieser Seite befindliche heiße Quelle,
deren Umgebung als röthlicher Fels weit zu sehen ist, mit WzS- Kurs mifs-
weisend an, Man kann sich hier dem Ufer ohne Gefahr bis auf 1 Sm nähern, aber
nicht ankern.