Zur Küstenkunde des Bismarck-Archipels.
Fr 4
Die Eingeborenen dieser ziemlich unbekannten und bisher nur selten von
den Rekrutirungsschiffen der Neu-Guinea-Gesellschaft aufgesuchten Gegend waren
sehr scheu. ie leben auf den kleinen Inseln und auf der Ostseite der grofsen,
Am 8, Mai sprang der Südostmonsun auf Nordwestwind um. Dieser wehte
bald so stark, dafs es nicht mehr gerathen schien, die Plätze an der Nordseite
Neu-Mecklenburgs anzulaufen, weil ein Landen doch nicht möglich gewesen
sein würde, ; N
Nach beendeter flüchtiger Aufnahme der Insel St. Matthias,') wurde, daher
der Weg durch die Steffen-Strafse zurück gewählt. Am 11. Mai wurde ankernd
einige Stunden Aufenthalt bei der Handelsstation auf der Insel Lusaum: ge-
nommen, zu der eine breite freie Einfahrt zwischen den Inseln Lelemnmus und
Labadei hineinführt. Darauf wurde die Rückreise nach Matupi fortgesetzt, wo
am 12. Mai, nach kurzem Aufenthalte. vor Herbertshöhe, geankert wurde,
Während dieser Nacht setzte der Strom infolge des starken, in dieser
Jahreszeit ungewöhnlichen Nordwestwindes mit 1'/2 Sm Geschwindigkeit in der
Sıunde nach Osten.
2, Aus dem Reisebericht S. M. S. Möwe, Kommandant Kapt.-Lieut. Hering.
Nordküste von Neu-Pommern und French-Inseln.
Von Herbertshöhe über: Kambair nach Massawa-Bucht.
Für die Strecke von Kambair nach Massawa-Bucht ist das bisherige
Kartenmaterial zur Navigirung überhaupt nicht zu benutzen. Man mufs in etwa
1 bis 2 Sm Abstand von der Küste, mit Ausguck nach Riffen, an dieser entlang
steuern. Die Vermessung S. M. S. „Möwe“ wird bis Mitte August bis Massawa-
Bucht fortgeschritten sein.
Massawa-Bucht ;
ist ein kleiner Hafen, gebildet von einer flachen Einbuchtung der Küste mit vor-
gelagerter Insel und Korallenriff. Sie bietet guten Schutz in der Zeit des
SO-l’assates sowohl, wie bei NW-Monsun, und besitzt vor Allem guten, aus
zäühem Schlick bestehenden Aukergrund bei 20 bis 25 m Wassertiefe. Wegen
dieser Tiefe empfiehlt es sich, im äufseren Theil der Bucht zu ankern, da man
im inneren Theil wegen des beschräukten Raumes knapp so viel Kette stecken
kann, dafs die Kettenlänge die dreifache Wassertiefe erreicht.
Von der Massawa-Bucht über die Norton-Bänke nach der Hixon-Bucht.
Der Weg führte nördlich von den Scilly-Inseln und östlich vom Elisabeth-
Riffe entlang. .
Auf dem ersten Kurse mit 5 Sm Distanz, welcher von der Küste frei-
führte, und auf dem zweiten, der mit 13 Sm Distanz parallel zur Küste führte,
wurden keine über 4 Sm weit alıliegenden Riffe beobachtet, was also im Wider-
spruch mit der Karte Titel XIl No. 119 und No. 119a steht. Krst bei den
Scilly-Inseln zieht sich die weiter unter Land lautende Riff-Barriere nördlich und
westlich dieser Inselgruppe herum. Hier sind auch einzelne Riffe von unregel-
mäfsiger Gestalt noch weiter vorgelagert und wurden von S. M. S. „Möwe“ süd-
lich und östlich passirt. Die Seilly-Inseln liegen sowohl untereinander wie auch
zu Kap Lambert in der Karte ungenau und sind zur Peilung deshalb nur mit
Vorsicht zu benutzen. Solange hier nicht vermessen ist, wird es angebracht
sein, solange als möglich die bereits: festgelegten weit sichtbaren Objekte: Watom
(Man-Insel), Naumann - Berg, Tovannumbattir (Nordtochter) und Wunakukur
(Varzinberg) zu benutzen,
Die Norton-Bänke waren auf genügende Entfernung gut zu sehen.
Südlich von ihnen senkt sich das Korallenriff etwa 10 m unter Wasser; über
diese Senkung gewann S. M. S. „Möwe“ den Ausweg ins freie Fahrwasser, Auf
der Senkung wurden 93, 10, 13, 11, 30 m Wasser gelothet.
:) Es wird demnächst eine Deutsche Admiralitäts - Karte auf Grund jener Aufnahmen
zrsacheinen.