Knudsen, M.: Der baltische Strom und der Salzgehalt im Kattegat, 9929
3ind auf Grund der in „Meteorologisk Aarbog“ 1881, III. Theil, und folgende
Jahrgänge, befindlichen Strombeobachtungen vierteljährlich berechnet und in
nachstehender Tabelle aufgeführt.
Der Mittelwerth M, des bei „Drogden“ ausgehenden Stromes ist in der
Weise berechnet, daß Strom von S, SW und W als ausgehend oder positiv,
Strom von N, NO und O als eingehend und somit negativ angesehen ist. Wenn
wir die im Jahrbuch angeführte Procentzahl für einen Strom in einer gewissen
Richtung mit der angegebenen mittleren Geschwindigkeit für diesen Strom
multipliciren, die dadurch für ein Vierteljahr gefundenen, mit Vorzeichen ver-
sehenen Werthe addiren und darauf mit 300 dividiren, bekommen wir M,. Auf
ganz entsprechende Weise bestimmt man M, für „Gjedser Riff“, indem Strom
von N, NO und O positiv, Strom von WNW, W—S negativ gerechnet wird, und
für „Lappegrunden“ M,, wo Strom von O, SO und S positiv, Strom von NW,
N und NO negativ ist. Hierbei ist der Dezember eines bestimmten Jahres stets
mit Januar und Februar des nächsten Jahres zusammengefafst. Die so gefundenen
mittleren Geschwindigkeiten sind in Seemeilen für die Stunde ausgedrückt.
fahr |
Dez. |
Jan,
Febr.
1881
1882 0,03
1883 | 0,12
1884 | 0,31
1885 ° 011
1886 0,14
1887 -0,05
1888 | 0.16%
1889 | 0,06*
1890 | 0,06
1891 | 0,60
1892 0,27
1893 | 0,27%
1894 | 0,14%
1895 | 0,27
1896 | 0.11
1897 0,11%
M,
Drogden
März
April
Mai |
Juni
| Juli
Aug.
Sept.
Okt.
Nav.
l
),25*
7,26
0,32
0,15
0,19 !
0,19*
094 |
0,54
0,17
0,13
0,19
0,24
2,05
D,07
5,05
06
15
1,09
1,07
2.09
3905
).0
1?
7.06
0,14
0,29
0,17
0,03
0.12
0,04
0,08
0,01
0,15
0,13
2.16
0,12
0,09
2.16
2,07
1
2.12
0,35%
0,21
0,24
0,18
9,16*
0,41*
0,32
0,14
3,35
Das
Jahr
0,19
0,18
0,17
0,17
9,08
D.06
2.16
15
0,14
D,16
2.15
2.19
ir
Jr
D.16
Dez. !
Jan. !
Febr. |
J,14
0,10
0,16
0,01
0,12
7,08
),46*
0,07*
0,08
0,07
0,25 |
2,08%**
0,28%
2,17*
2.18
7.12%
M,
Gjedser-Riff
März
April
Mai
‚Juni
Juli
Aug,
Sept. |
Okt.
Nov.
0,15*
3,19
9,05
0,06
122 |
2.067
0.19
0,36
0,15
0,19
9,16€
116
1,0€
1,08
0,156
10€
D,10
7,05
12
09
0,04
17
a1
Yu
0,12
0,09
0,15
0,04
11
D,04
0,03
9,027
0,07
2.10
7,03
21
3,83
I,22
22
D.1&
415
1,25%
2,06 |
0,09
0,04
D,09*
28
1,40*
3,15
n.98
W2 den
egrun
P
Lap
Das
Dez,
Jan.
Febr,
März
April
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Okt.
Nov.
Jahr
0,14
0,12 10,88* 0,91
0.11 0,78 0,99
0.13 10,91 0,72
0,07 11,03 0,87*
0,10 '0,686 9,71
0,35* 0,53%
0,69* 0,88*
0,74 0,68
1,06*# 0,83
2,69 |061
0,30** 0,43%
2,39 1,06
0,93* 97,89*
0,14 9,82
092* 1.29
0,62
0,72
D,69
0,41
9,35
65
37
),56
61
56
1,44
J,28
d,41
0,66
3.61
0,02
0,61
0,84
0,59
0,56
0,51
2,68
0,58
0,70
D,C4
0,59
0,71
0,76
0,59
395
Das
Jahr
0,61
0,78
0,79
0,73
0,57
9,51
0,66
0,64
0,80
0,68
7,44
61
0,75
0,60
Nn.79
1881 .
bis ! 0,15 | 0.225 | 0.12] 0.26| 0.15 [015 [0.16 | 0.14 | 0.12] 0.15 jo Jo,sı | 0,58 | 0,62 | 0,67
1897 ; |
bezeichnet, dafs bei der Mittelzahlbildung für das betreffende Vierteljahr ein Monat fehlt, **, dafs zwei Monate fehlen.
In der „Jahr“-Kolonne sind die Mittelwerthe für die Stromstärke von
Dezember bis Dezember angeführt, und die Mittelzahlen dieser Mittelwerthe sind
dann ein Mafs für die Durchschnittsausströmung in der ganzen Jahresfolge, Diese
ist 0,15 Sm in der Stunde sowohl bei „Drogden“ als bei „Gjedser Riff“, dagegen
0,67:Sm in der Stunde, also viermal so stark, bei „Lappegrund“, Dafs der Strom
eine solche Stärke bei „Lappegrund“ hat, ist eine natürliche Folge davon, dafs
das Fahrwasser dort schmal ist. Zwar ist die Tiefe bedeutend, aber da die
süße Wasserschicht eine so geringe Dicke hat, wird der Querschnitt, durch
welchen . die Süfswasser-Ausströmung geschehen mul, nur von ganz geringer
Ausdehnung im nördlichen Theile des Sundes.
Man sieht, dafs die mittlere Geschwindigkeit von einem Jahr zum anderen
recht bedeutend schwanken kann, aber sie hält sich stets positiv, d. h. so, dafs
die der Ostsee durch Niederschläge zugeführte Wassermenge gröfser ist als die
durch die Verdunstung verloren gegangene Menge, was nicht nur für eine
längere Reihe von Jahren, sondern auch für das einzelne Jahr gilt, dagegen
aber, nach den angeführten Mittelzahlen zu urtheilen, nicht ohne Ausnahme für
die einzelnen Vierteljahre.