Wind und Wetterverhältnisse auf der Rhede von Taku,
Luftdruckes entsprechend, waren die Winde vorherrschend südwestlich bis NW.
Am 2., 3., 5., 10., 11., 15., 20., 24., 29. wehten die Winde mit Stärke über 6.
Am 20. drehte der Wind in vier Stunden von SW auf OzN und stieg von Stärke 1
auf 8. Das Barometer stieg dabei von 2*a bis 10" p um 12 mm. ‚Dasselbe starke
Steigen zeigte sich bei dem starken Winde NNO—NW am 10. Die Differenz
betrug hier etwa 15 mm. Im Uebrigen war der Barometerstand bis zum 21. sehr
schwankend, wurde dann aber gleichmäfsiger. Der höchste Stand war 781,5 mm
am 11., der niedrigste 761,2 mm am 19. Das Thermometer fiel langsam weiter.
Heftige Winde aus westlicher Richtung brachten stets viel Kälte mit. Der höchste
Stand betrug 19,5° am 2., der niedrigste — 1,7° am 11. Vom 10.-ab war der
Durchschnitt unter 10°, an vier Tagen das Minimum unter 0°, Regen oder
Schnee wurden nicht beobachtet.
995
Gezeitenkonstanten für Tsingtau.
Nach einem Bericht an das Reichs-Marine-Amt von Admiralitätsrath Professor Dr. Börgen.
Aus den Beobachtungen von Hoch- und Niedrigwasser während der Zeit
von‘ April 1898 bis Dezember 1899 sind die folgenden Gezeitenkonstanten ab-
geleitet‘ worden:
Hafenzeit . .0. . +04.
Mittlere Dauer. des Steigens .
Mittlere Dauer des Fallens. .
Mittlerer Fluthwechsel bei Springzeit
Mittlerer Fluthwechsel bei Nippzeit .
Mittlerer Fluthwechsel .
4b 55m,
5h 40m,
Gh 45m,
3,21 m.
1,86 m.
253 m.
Bezogen auf das absolut niedrigste beobachtete Niedrigwasser, welches am
Pegel an der Hauptbrücke (der am 30. Dezember 1898 im Gebrauch war) auf
1,62 m liegt, ist der Wasserstand des Hochwassers:
bei Springzeit . . . 3,92 m,
bei Nippzeit . . . 3.18 m.
Das Steigen und Fallen des Wassers vollzieht sich im Mittel.in folgen-
der Weise
Steigen
Zeit nach Niedrigwasser
ll om
0
10
4 0
"x 0
5 40
m
0,21
0,52
0,66
0,59
0,40
0,15
Fallen
Zeit nach Hochwasser
h 0m
2 0
3 0
4 0
5 0
6 0
2 AR
nm
0,17
0,35
0,45
0,52
0,54
0,39
0.11
Das zur Verfügung stehende Material war leider insofern unvollständig,
als nur die während des Tages, im Sommer zwischen 6"a und 7"p, im Winter
zwischen 6!/s*a und 51/3" p, eintretenden Extremphasen beobachtet worden sind.
Hierdurch wird ein Ausschliefsen und eine Ableitung der täglichen Ungleichheit,
welche in Tsingtau eine ziemlich bedeutende Rolle spielt, mindestens sehr er-
schwert, zum Theil sogar unmöglich. Denn wenn auch im Winter die tägliche
Ungleichheit das entgegengesetzte Vorzeichen von dem hat, welches im Sommer
stattfindet (so dafs z. B. im Winter das der oberen Kulmination des Mondes an-
gehörige Hochwasser infolge der täglichen Ungleichheit beschleunigt, im Sommer
verzögert wird), so ist doch die Anzahl der für jede Kulminationsstunde zur. Ver-
fügung stehenden Kulminationen, wie die folgende Tabelle zeigt, in den beiden
Jahreshälften eine so verschiedene, dafs die. Erlangung eines von der täglichen
Ungleichheit freien Resultates nicht möglich ist.