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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1901. 
wähnungswerth ist das böige Wetter in der zweiten Hälfte des Monats und das 
starke Wetterleuchten am ganzen Horizont. Mehrfach passirten Gewitter, aus 
den verschiedensten Richtungen kommend. Unter den acht Regentagen des 
Monats waren vier Gewitterregen. Der mittlere Stand des Barometers fiel vom 
Anfang des Monats von 765 bis 750 mm, vom 13. ungefähr ab stieg es langsam 
unter Schwankungen, erreichte aber auch am Schlusse nicht mehr den Stand zu 
Anfang des Monats. Die Temperatur stieg gegen den Juni, trotzdem der Himmel 
an unverhältnifsmäfsig vielen Tagen ganz oder zum gröfsten Theile bedeckt war. 
August. 
Das Wetter war durchgängig schön. Die Winde aus südöstlicher Richtung 
überwogen die aus westlicher bei Weitem. Die durchschnittliche Windstärke 
war sehr gering. Es wurde nur in kurz andauernden Böen die Stärke 5 erreicht, 
und nur am 28, stieg die Stärke für vier Stunden auf Ost 6 bis 7. Der niedrigste 
Barometerstand war 754,2 mm am 3., der höchste 767,7 mm am 27. Das Tages- 
mittel liegt im Allgemeinen zwischen 758 und 762 mm. Eine merkliche Steigung 
des Durchschnittes ist gegen Ende des Monats zu bemerken, verbunden mit 
starken Schwankungen. Der niedrigste Temperaturstand betrug 21,6° am 30., 
der höchste 34,8° am 13. Im Allgemeinen war die Temperatur geringen 
Schwankungen unterworfen. Leichter Regen fiel !/a Stunde lang am 2%. bei 
Windstille. Am 11., 17., 28., 30. und 31. war der Regen jedesmal mit dem Auf- 
[rischen des Windes zu einer Böe von geringer Stärke verbunden. Die Regen- 
böen kamen mit dem Winde aus Nord, O0SO oder SW. Der Himmel war an 
sechs Tagen ganz klar, an den übrigen Tagen theilweise bedeckt, und zwar ge- 
wöhnlich über mehr als die Hälfte. 
September. 
Das Wetter war im Allgemeinen schön, der Himmel wenig bedeckt, im 
Durchschnitt nur bis zu vier Zehnteln. Der Wind wehte im Vergleich zum August 
mehr aus südlicher und südwestlicher Richtung. Er war andauernd sehr schwach, 
durchschnittlich 2 bis 3, nur am 25. nachmittags und 26, schwankte er zwischen 
Stärke 5 bis 7 aus NO und NNW. Die Temperatur war im Durchschnitt etwas 
niedriger als im August und fiel gegen Ende im Minimum unter 20°. Der 
höchste Stand betrug 32,8° am 5., der niedrigste 17,4° am 27. Das Barometer 
zeigte von Anfang bis Ende des Monats eine deutliche Neigung zum Steigen. 
Als am 25. und 26. der Wind auffrischte, stieg es nur wenig; am 27, bis 30: 
Jagegen stand es unverhältnilsmäfsig hoch. Der höchste Stand war am 27, mit 
773,3 mm, der niedrigste am 22. mit 762,2 mm. Regen fiel nur dreimal kurze 
Zeit und in geringer Menge, dagegen wurde Wetterleuchten häufig beobachtet, 
und zwar wieder in verschiedenen Richtungen. 
Oktober. 
Das Wetter war schön, wenig bedeckt; der Wind im Allgemeinen gleich- 
mäfsig, nicht zu stark, vorherrschend aus südöstlicher Richtung. Der Wind 
zeichnete sich durch seinen böigen Charakter aus. Im Journal findet sich der 
Wind mindestens jeden zweiten Tag mit q bezeichnet. Ende des Monats be- 
gannen die stärkeren Winde aufzutreten, welche von da ab, mit kurzen Pausen 
wiederkehrend, den Verkehr auf der Rhede aufs Aeufserste erschwerten, manchmal 
yefährlich machten und mehrfach ein Treiben verschiedener Schiffe herbeiführten. 
Der Barometerstand war starken Schwankungen unterworfen, zeigte aber wieder 
ein sichtliches Steigen nach dem Ende des Monats zu. Der höchste Stand war 
780,1 mm am 31., der niedrigste 760,6 mm am 8. Das Thermometer zeigte natur- 
gemäfs eine langsame Tendenz zum Fallen. Am 21. wurde es durch einen 
starken nördlichen Wind auf 5,5° heruntergedrückt. Sonst war der höchste 
Stand 23,3° am 2., der niedrigste 5,2° am 31. Regen fiel im ganzen Monat 
überhaupt nicht und auch das früher so häufige Wetterleuchten hatte ganz 
aufgehört. 
November. 
Das Wetter war klar; der Himmel war so häufig gänzlich ohne Wolken, 
wie in keinem Monat vorher. Dem über der Mongolei stehenden Maximum des
	        
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