Zur Küstenkunde des Bismarck-Archipels.
Tags über wurde an der Nordkante von Baluan entlang auf- und abgedampft
and dann au der Westkante von Lo entlang der Hafen bei der Bird-Insel (Rubin?)
auf der Ostseite der grofsen Admiralitäts-Insel angesteuert, wo um 6*10"p
geankert wurde auf 32 ın und gutem Ankergrunde, Die Bird-Insel peilte 0'/45,
die südliche Einfahrthuk S0z0%/40.
Die Einfahrt in den geschützt liegenden Südhafen ist nicht leicht und recht
eng. Die englische Karte giebt kein richtiges Bild der Umgebung, und die Segel-
anweisung ist nicht klar. Vom Osten kommend, halte man sich etwa 200 m
südlich frei von der Bird-Insel, vermeide das von Süden her an der Küste entlang
laufende Riff und steuere dann auf die Huk am südlichen Eingange zu, um ein
Flach westlich von der Bird-Insel zu vermeiden. Alsdann führt der Kurs in
200 bis 300 m Abstand vom Südufer des Hafens entlang. Der auf der Bird-Insel
errichtete Observationspfeiler wurde bei Dunkelheit nicht gesehen.
Am 21. Januar morgens wurde in den Hafen gedampft, der zwischen der
Nordostküste der Hauptinsel — von den Eingeborenen der Südküste Manus ge-
nannt -— und den zahlreichen vorgelagerten Inseln gebildet wird. Wie die bei-
gefügte Skizze!) (Tafel 3) erkennen läfst, ist der Hafen sehr geräumig mit
Tieten von 20 bis 40 m Wasser und gutem Ankergrund. Er ist durch die vor-
gelagerten, meist durch Riffe miteinander verbundenen Inseln gut geschützt
und hat mehrere gute Einfahrten. An einigen Riffen und Steinen fehlt es aber
auch nicht. Um 10 Uhr wurde zwischen der, von Osten gezählt, zweiten Insel
(Drillo) und der dritten (Hauwei) eingelaufen und dann unter der vierten Insel
“Pitilu) geankert, auf 26 m Wasser, 800 m von Land. Am 23. Januar wurde die
Südostecke des „Seeadler - Hafens“ aufgesucht und in die Einfahrt auf das Dorf
Papitalai zugedampft, das aber nicht selbst erreicht werden konnte, weil das Wasser
zu flach ist. Nach Angaben der Eingeborenen soll hier eine Durchfahrt nach
der Ostkante der Insel vorhanden sein, ebenso wie weiter westlich eine solche
nach der Bucht bei der Bird-Insel.
Abends wurde wieder nach Baluan und den Pom-Inseln in See gegangen,
während der Dunkelheit nördlich von Lo ab- und angestanden und vormittags am
24. Januar in der Nähe der Pom-Inseln gestoppt. Nachmittags wurde noch die
Insel Seppessa (Fedarb) und abends Kumuli (Broadmead) aufgesucht und vor
Kumuli geankert, wo guter Ankerplatz vorhanden ist. Die Einfahrt in die von
Palaiai (Bull), Ndreo (Berry) und Kumuli bestehende Inselgruppe geschieht am
besten mit Kurs Sz0'/20O auf Ndreo zu, die Ostkante von Lo achteraus haltend.
Am 25. Januar konnte die Rückfahrt nach Herbertshöhe angetreten werden, wo am
26. Januar 11° 10” p geankert wurde.
Namen einzelner Inseln der Admiralitäts-Gruppe.
Grofse Admiralitäts-Insel . .
Green Island . . . .
Sugar Loaf. .. . . . +
Jesu Maria. . . .
St. George . . .
St. Patrik . 0. 0.0.0.0. +...
Zwei Iuseln nördlich davon (grofse)
”kleine)
Manus.
Rubal.
Buke.
Lambutin.
Lo.
Baluan.
Mock mandrian,
Mock lin.
Puom mandrian.
Pom lin,
Sepprssa,
Palaiai.
Ndreo.
Ngawaui.
Pak.
Balletwi.
Alim.
Maitland-Inseln (grofse)
(kleine)
Fedarb . . ...
Bull +. 2. 0...
Berry. 0. 0.
Violet. .
St. Gabriel .
La Vandola .
St, Elisabeth
Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg und Neu-Hannover,
Am 3. Mai 1900 wurde um 6*a der Hafen von Matupi verlassen und nach
mehrstündigem Aufenthalt in Herbertshöhe zunächst die Station Warangoi der
Neu-Guinea-Gesellschaft angelaufen.
„- 1) Vgl „Ann. d. Hydr, etc.“ 1900, Bericht S. M. S. „Möwe“, Seite 104, und Skizze
dazu, Tafel 4.