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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Von der Sunda-Strafse nach Hongkong und zurück, 
und: erreichte am 8. Oktober um 11"a seinen niedrigsten Stand von 748,5 mm. 
Der bis zum schweren Sturme zugenommene Wind ging rasch, ohne jedoch zu 
springen, durch NW auf West und schließlich auf SW; aus diesen Richtungen 
wehte der Taifun mit voller Stärke, bei wolkenbruchartigem Regen, der wenig 
Seegang aufkommen Hefs. Das Schiff lag vor Topp und Takel auf B. B.-Halsen 
unter dem Winde, Seit 11'/®" war das Barometer etwas im Steigen, und der 
Wind begann abzunehmen. Um 4"p wehte derselbe bei einem Barometerstande 
von. 751,8 mm nur noch mit der Stärke 9. Als das Glas aber nochmals wieder 
zu fallen anfıng, wurde das Schiff auf St. B.-Halsen gelegt, worauf eine Wieder- 
zunahme des Luftdruckes erfolgte. Der Regen hörte nun allmählich ganz auf, und 
das Barometer stieg sehr schnell, bis Mitternacht schon auf 758,2 mm. Nachdem 
schon früher Fock- und Untermarssegel beigesetzt worden waren, nahm der Wind, 
auf Süd bis SSO gehend, allmählich so weit ab, dafs alle Segel gesetzt werden 
konnten. 
Vom 9. Oktober — in 14,1° N-Br und 111,5° 0-Lg — bis zum 19. — in 
3,5° N-Br und 108,8° O-Lg —. hatten wir sehr leichte südöstliche Winde mit 
häußgen Stillen, einigen Böen von verschiedenen Richtungen, während der Nächte 
viele Gewitter mit starkem Regen, welche stets von SO kamen. Am 19. Oktober 
passirten wir im Osten von Grofs-Natuna. Bis zum 23., an welchem wir westlich 
von Direction - Insel standen, blieb das Wetter dasselbe mit Wind aus allen 
Vierteln, nur nicht aus dem nordöstlichen. Am 25. Oktober abends ankerten 
wir vor der Gaspar- Strafse, 5 Sm NW vom ‘Leuchtthurm auf Langkoeas- 
(Langwas-) Insel auf 14 Faden Wasser. - 
In der Nacht hatten wir Gewitter mit dem Winde SSO 5. Da es am 
nächsten Tage windstill‘ war und der Strom hier nur Ost oder West setzte, aber 
nicht in die Strafse hinein, so blieben wir vor Anker liegen. Auch in den 
nächsten Tagen konnten wir wenig Fortschritt machen und waren durch Gegen- 
strom und flauen Wind oft genöthigt, zu ankern. Am 27. Oktober gingen wir 
um 8a mit leichter Südsüdostbriese unter Segel und ankerten um 7"p auf 
20 Faden, Ajer Lantju SzW mw. und Langwas OzN. Der Strom setzte NO 
1'/z Knoten. Nachts wieder Gewitter mit SSO5 von einer Stunde Dauer, dann 
still. Am 28, mit Tagwerden gingen ankerauf, erreichten mit veränderlichen 
Winden und Südwest- bis Südsüdweststrom Ajer Lantju, wo in 3 Sm Entfernung 
von der Insel auf 25 Faden Wasser geankert wurde. Nachts bei SSO 5 wieder 
Gewitter. Am 29. Oktober gingen wir um 6* a unter Segel, mulsten jedoch schon 
um 9a auf 35 Faden den Anker wieder fallen lassen, da wir zu weit nach West 
versetzt wurden. Von dort peilte Ajer Lantju- Leuchtthurm 0'/4S und Gresik- 
Insel S*4W. Mit einer Gewitterböe aus NO, die um 1°p anfkam, lichteten wir 
schnell den‘ Anker, und obgleich der Wind nach Ost drehte, konnten wir doch 
einen Kurs gerade frei von Gresik-Insel gutmachen. Um 8 p hatten wir Shoal- 
water - Leuchtthurm SWzW*%/4W 9 Sm entfernt, und um 9"50”p verschwand das 
Feuer in der Kimm. 
Die Durchfahrt durch die Gaspar - Straße war damit vollendet. In der 
Folge hatten wir auch -noch meistens umlaufende, sehr leichte Winde, unter- 
brochen von schwachen Böen aus NO von ganz kurzer Dauer. Wegen Wind- 
stille und Ostnordoststrom von %4 Knoten Fahrt ankerten wir am 2. November 
um 2"a nordöstlich von Nord - Wächter - Feuer, das 8 Sm entfernt war, auf 
13 Faden. Mit einer Gewitterböe aus NO gingen wir um 8a wieder ankerauf, 
mufsten aber, nachdem umlaufende leichte Winde uns nur wenig weiter hatten 
kommen lassen, am 3. November um 2*a bei Windstille und Gegenstrom aber- 
mals den Anker fallen lassen. 
Um 7a am 3. November gingen wir bei umlaufenden Winden und böiger 
Witterung wieder unter Segel, nachmittags herrschte leichte Ostsüdostbriese bei 
schönem Wetter, abends sichteten Java, um 10*p peilte Anjer-Feuer SSW1/2W 
in der Kimm. Wir steuerten nun so, dafs das Feuer 3 bis 4 Striche an St. B. 
gehalten wurde; trotzdem setzte uns der starke Strom so weit nach WNW, dafs 
wir, um nicht zu weit zu treiben, am 4. um 4a nahe bei der Buttou - Insel 
(Toppers Hoedje) auf 52 Faden Wassertiefe ankern mufsten. Wir wollten in 
Anjer Trinkwasser und frischen Proviant nehmen, und ich wollte nicht gern zum 
zweiten Male die Rundfahrt um Dwars in den Weg machen. Eine amerikanische 
Bark, welche auf dem tiefen Wasser nicht ankern konnte, während wir durch 
Ann. d. Hydr. etc... 1901. Heft Y. 
211
	        
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