Catico.
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entbehren, auslaufend dagegen sind sie von grofsem Nutzen, da es für schwer
beladene Schiffe schwierig ist, ohne Schlepperhülfe bei den herrschenden leichten
Südwestwinden und Windstille die in die Bucht hineinsetzende starke Dünung zu
überwinden und frei von Land zu kommen. Schlepplohn ein- oder auslaufend
8 Cents die Registertonne. Die Bark „Ennerdale“ wurde in zwei Stunden von
Cobija nach dem Ankerplatze geschleppt.
Lootsenwesen., Der Kapitän des Schleppers thut Lootsendienste,
Ankerplatz findet man auf 29 bis 33 m Wasser über Sand- und Muschel-
grund. Der Ankerplatz liegt völlig ungeschützt. Man thut gut, so zu ankern,
dafs man die Rocky- und die Cobija-Huk in Eins und die grofse Landungsbrücke
rw. 8 28°0 (mw. SO1!/4S), etwa 2 Kblg. entfernt, peilt. Näher nach der Brücke zu
und südlich von diesem Ankerplatze ist der Grund steinig und zum Ankern nicht
geeignet. Das Wrack der englischen Bark „Rossdhu“, deren Vorsteven bei sehr
niedrigem Wasserstande sichtbar ist; liegt zwischen diesem Ankerplatze und der
Landungsbrücke.. „Ennerdale“ vertäute hier vor zwei Bugankern mit dem Kopfe
nach SW und einem kleinen Warpanker achteraus. -
Hafenanlagen. Zwei Landungsbrücken, auf denen Dampfwinden aufgestellt
sind, sind vorhanden; jedoch sind sie zu kurz und Jängsseit dicht von Klippen
umgeben, so dafs zur Zeit nur je.ein Leichter quer vor jeder Brücke liegen
kann. Der: Bau einer neuen Landungsbrücke ist geplant.
Kohlen . werden ‚in Leichterfahrzeuge, von denen im August 1900 acht vor-
handen waren, lose und ungewogen gelöscht. Während der guten Jahreszeit
und wenn nur ein Schiff im Hafen liegt, geht das Löschen leidlich. Während
der schlechten Jahreszeit jedoch steht im Hafen starke Dünung; wenn dann noch
mehrere Schiffe im Hafen liegen, kann man auf hohes Ueberliegegeld und langen
Aufenthalt rechnen. «
„Ennerdale“ konnte im günstigsten Falle 90 t Kohlen in einem Tage
landen und löschte mit Handwinden die Kohlen, lose und in Säcken, schneller
als sie an Land mit den Dampfwinden abgenommen werden konnten. Um 1830 t
Kohlen zu löschen und 500 t Ballast überzunehmen, gebrauchte dies Schiff 36 Tage.
An 11. Tagen davon konnte wegen Seeganges nicht gearbeitet werden. Von
Seiten der Abnehmer geschah Alles, um das Schiff so schnell als möglich fertig
zu machen.
Das Landen mit den Schiffsbooten des „KEnnerdale“ war, wenn auch ge-
fährlich, :8o- doch immerhin möglich, zumal mit leichteren Booten und geübten
Ruderern, - . .
- Handelsverkehr. Die Einfuhr besteht fast nur aus New South Wales-
Kohlen und beläuft sich auf etwa 9000 t im Jahre. ;
Das in den Kupferminen und Schmelzwerken, die Eigenthum der Firma
Artoba Hermanos in Valparaiso sind, gewonnene, 50% o kupferhaltige Produkt
wird mit einem Dampfer alle sechs Wochen nach Lota verschiftt. Der Dampfer
gebraucht zum Laden etwa drei Tage. Kohlen werden dann nur an einer
Landungsbrücke gelöscht, was sehr langsam vor sich geht.
Die an der Küste verkehrenden Postdampfer laufen Gatico nicht an. Die
Bark „Ennerdale“ war das erste deutsche Schiff, das den Hafen besuchte.
“Schiffsausrüstung. Proviant kann man am. Orte beziehen. Frisches
Fleisch kostet 40 Cents das Pfund; anderer Proviant sowie Trinkwasser ist sehr
theuer. Als Ballast wird weilser Sand von Cobija herbeigeschafft und kostet
längsseit 2! $ die Tonne.
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Zollhaus, Post und Hafenamt sind
in Cobija, einem noch unbedeutenderen Orte als Gatico, der fast nur aus Ruinen
besteht... Das deutsche Konsulat befindet sich in Tocopilla. Der kleine
Schlepper läuft zuweilen dorthin, und man hat auf diese Weise Gelegenheit,
nach Tocopilla zu kommen. Ein englischer Arzt, der zugleich Dolmetscher ist,
ist am Orte.
Ueber die Wind- und Wetterverhältnisse während des Aufenthaltes der
Bark „Ennerdale“ in Gatico vom 10. Juli bis zum 24, August 1900 berichtet
Kapt. Buller Folgendes: .
„Das Wetter ‚war im Allgemeinen das an dieser Küste vorherrschende.
Die Landbriese war nachts gewöhnlich nur flau, meistens war es still; erst gegen
Mittag kam die Seebriese, die selten Stärke 4 erreichte, durch. Der Himmel