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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Catico. 
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entbehren, auslaufend dagegen sind sie von grofsem Nutzen, da es für schwer 
beladene Schiffe schwierig ist, ohne Schlepperhülfe bei den herrschenden leichten 
Südwestwinden und Windstille die in die Bucht hineinsetzende starke Dünung zu 
überwinden und frei von Land zu kommen. Schlepplohn ein- oder auslaufend 
8 Cents die Registertonne. Die Bark „Ennerdale“ wurde in zwei Stunden von 
Cobija nach dem Ankerplatze geschleppt. 
Lootsenwesen., Der Kapitän des Schleppers thut Lootsendienste, 
Ankerplatz findet man auf 29 bis 33 m Wasser über Sand- und Muschel- 
grund. Der Ankerplatz liegt völlig ungeschützt. Man thut gut, so zu ankern, 
dafs man die Rocky- und die Cobija-Huk in Eins und die grofse Landungsbrücke 
rw. 8 28°0 (mw. SO1!/4S), etwa 2 Kblg. entfernt, peilt. Näher nach der Brücke zu 
und südlich von diesem Ankerplatze ist der Grund steinig und zum Ankern nicht 
geeignet. Das Wrack der englischen Bark „Rossdhu“, deren Vorsteven bei sehr 
niedrigem Wasserstande sichtbar ist; liegt zwischen diesem Ankerplatze und der 
Landungsbrücke.. „Ennerdale“ vertäute hier vor zwei Bugankern mit dem Kopfe 
nach SW und einem kleinen Warpanker achteraus. - 
Hafenanlagen. Zwei Landungsbrücken, auf denen Dampfwinden aufgestellt 
sind, sind vorhanden; jedoch sind sie zu kurz und Jängsseit dicht von Klippen 
umgeben, so dafs zur Zeit nur je.ein Leichter quer vor jeder Brücke liegen 
kann. Der: Bau einer neuen Landungsbrücke ist geplant. 
Kohlen . werden ‚in Leichterfahrzeuge, von denen im August 1900 acht vor- 
handen waren, lose und ungewogen gelöscht. Während der guten Jahreszeit 
und wenn nur ein Schiff im Hafen liegt, geht das Löschen leidlich. Während 
der schlechten Jahreszeit jedoch steht im Hafen starke Dünung; wenn dann noch 
mehrere Schiffe im Hafen liegen, kann man auf hohes Ueberliegegeld und langen 
Aufenthalt rechnen. « 
„Ennerdale“ konnte im günstigsten Falle 90 t Kohlen in einem Tage 
landen und löschte mit Handwinden die Kohlen, lose und in Säcken, schneller 
als sie an Land mit den Dampfwinden abgenommen werden konnten. Um 1830 t 
Kohlen zu löschen und 500 t Ballast überzunehmen, gebrauchte dies Schiff 36 Tage. 
An 11. Tagen davon konnte wegen Seeganges nicht gearbeitet werden. Von 
Seiten der Abnehmer geschah Alles, um das Schiff so schnell als möglich fertig 
zu machen. 
Das Landen mit den Schiffsbooten des „KEnnerdale“ war, wenn auch ge- 
fährlich, :8o- doch immerhin möglich, zumal mit leichteren Booten und geübten 
Ruderern, - . . 
- Handelsverkehr. Die Einfuhr besteht fast nur aus New South Wales- 
Kohlen und beläuft sich auf etwa 9000 t im Jahre. ; 
Das in den Kupferminen und Schmelzwerken, die Eigenthum der Firma 
Artoba Hermanos in Valparaiso sind, gewonnene, 50% o kupferhaltige Produkt 
wird mit einem Dampfer alle sechs Wochen nach Lota verschiftt. Der Dampfer 
gebraucht zum Laden etwa drei Tage. Kohlen werden dann nur an einer 
Landungsbrücke gelöscht, was sehr langsam vor sich geht. 
Die an der Küste verkehrenden Postdampfer laufen Gatico nicht an. Die 
Bark „Ennerdale“ war das erste deutsche Schiff, das den Hafen besuchte. 
“Schiffsausrüstung. Proviant kann man am. Orte beziehen. Frisches 
Fleisch kostet 40 Cents das Pfund; anderer Proviant sowie Trinkwasser ist sehr 
theuer. Als Ballast wird weilser Sand von Cobija herbeigeschafft und kostet 
längsseit 2! $ die Tonne. 
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Zollhaus, Post und Hafenamt sind 
in Cobija, einem noch unbedeutenderen Orte als Gatico, der fast nur aus Ruinen 
besteht... Das deutsche Konsulat befindet sich in Tocopilla. Der kleine 
Schlepper läuft zuweilen dorthin, und man hat auf diese Weise Gelegenheit, 
nach Tocopilla zu kommen. Ein englischer Arzt, der zugleich Dolmetscher ist, 
ist am Orte. 
Ueber die Wind- und Wetterverhältnisse während des Aufenthaltes der 
Bark „Ennerdale“ in Gatico vom 10. Juli bis zum 24, August 1900 berichtet 
Kapt. Buller Folgendes: . 
„Das Wetter ‚war im Allgemeinen das an dieser Küste vorherrschende. 
Die Landbriese war nachts gewöhnlich nur flau, meistens war es still; erst gegen 
Mittag kam die Seebriese, die selten Stärke 4 erreichte, durch. Der Himmel
	        
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