Annalen der Hydrographie und Maritimen
Meteorologie, Januar
1991
an die Brücke holen können. Zu diesem Zwecke sollen auf-dem’ Riffe noch
Duc Dalben zum Festmachen eingeschlagen werden, ; ;
Die Ladung mußte, weil nur ein 5 t tragender Leichter vorhanden war,
gröfstentheils mit den Schiffsbooten an das Land befördert werden. Kin kleiner,
für die Regierung bestimmter Leichter befand sich im Ban.
Der Regierungssitz ist auf der Insel Ponape, etwa 3300 m südsüdwestlich
von der Insel Langar und 3000 m von unserm Ankerplatze entfernt. Der vielen
Korallenriffe und Untiefen halber ist es nur möglich, mit Booten dorthin zu
gelangen. Obwohl die Riffe durch Baken gekennzeichnet sind, ist selbst beim
Rudern große Vorsicht zu empfehlen; wenn man nach dem Regierungssitz hin-
rudert, sind die rothen Baken an St. B., die schwarze an B. B. zu lassen.
Laut Bestimmung der Regierung hat jedes Schiff sowohl einkommend wie
ausgehend einen Lootsen zu nehmen. Das Lootsengeld beträgt jedes. Mal 2 Mk.
für den Fufs des Schiffstiefganges. Wir hatten bei 25 Fufs (7,6 m) Tiefgang für
Ein- und Auslootsen 100 Mk. zu zahlen.
Außerdem beansprucht die Regierung eine Abgabe von 10 Pf, für jede
Brutto-Registertonne Raumgehalt, was für „München“ 469 Mk. ergeben hätte.
Auf meine Anfrage wurde mir erklärt, dafs laut besonderem Gesetz für die
Carolinen und Marianen dort auch die Meldepflicht bestehe für alle Schiffe, die
weniger als 48 Stunden im Hafen liegen, und dafs mit dieser Meldepflicht auch
die Gebühren, die Konsulate bei Abfertigung von Schiffen berechnen, ver-
bunden seien. .
Zur Küstenkunde des Bismarck-Archipels.”
i. Aus dem Reisebericht S. M. S. „Seeadler“, Kommandant Korv.-Kapt. Schack. Januar und Mai 1900:
(Hierzu Tafel 3.)
Die Admiralitäts-Inseln.
Am 18. Januar wurde der Hafen von Matupi verlassen und zunächst nach
Herbertshöhe gedampft, um von hier aus eine Rundreise durch die Admiralitäts-
Inseln anzutreten. Bei frischem Nordwestwinde und regnerischem Wetter wurde
unter Neu - Mecklenburg entlang gesteuert und dann Kurs 20 Sm nördlich von
Sherbourne-Klippe abgesetzt.
Am 20, Januar wurde die auf der Karte, Titel X, No. 163, auf 2° 43' S-Br
und 147° 19’ O-Lg eingetragene Insel passirt. Sie ist in der Richtung Ost— West
etwa 300 m lang, gut bewaldet und nach Peilungen der anderen Inseln richtig
eingezeichnet. Etwa 1400 m weiter westlich liegt eine zweite etwa 70 m lange
unbewaldete Insel. Nachmittags wurde der Ankerplatz am Südende der Elisabeth-
Insel angesteuert, der durch zwei von der Insel auslaufende Riffe gebildet wird,
eine Einfahrt vom Süden, eine zweite vom Nordosten her hat und Tiefen zwischen
15 und 60 m aufweist. In der Peilung linke Huk WSW!/4AW, rechte Huk NzW1/,W
lag das Schiff auf 58 m Wasser, Sandgrund, gut geschützt gegen Nordwestwind
and Seegang. 200m weiter südlich waren schon einmal 20 m Wasser gelothet
worden. Die in der Karte eingezeichnete kleinere Insel westlich von der
größeren ist nicht vorhanden.
Um vor Tagesanbruch am nächsten Morgen bei den nördlich von Baluan
‘St. Patrik) gelegenen Inseln Mock mandrian und Mock lin sein zu können,
wurde abends um 10 Uhr der Ankerplatz wieder verlassen, während die Riff-
kanten mit dem Scheinwerfer beleuchtet wurden. Ein angeblich ortskundiger
Händler warnte vor den Riffen in der Strafse zwischen Baluan und Lo (St. Georg)
and schlug einen Kurs vor, der dicht auf Lo und auf Pomlin und Pom mandrian
(Maitland-Inseln) zuführte. Wie sich nachher aber herausstellte, laufen sowohl
an der Nordkante von Baluan wie an der Süd- und Ostkante von Lo und an
der Westseite der Pom-Inseln derartige Riffe aus, wie auch solche in der Strafse
selbst liegen. Ein Kurs ONO auf die Südkante von Pom mandrian (der südlichen
Maitland-Insel) zu führt frei von allen Riffen, bis die Mock-Inseln nördlich von
Baluan dwars sind.
. ;) Karten: D. No, 100 (XII, No. 119a), Kaiser Wilhelms-Land, Bismarck-Archipel u,8. w.
B. No. 769, Pacific Ocean, Admiralty and Hermit Islands.