5300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1901.
für Seeleute. Ein Seemannsheim liegt in der Pettah, wie das Eingeborenenviertel
genannt wird. Mannschaftsentweichungen kommen kaum vor; deutsche Seeleute
sind höchst selten zu haben. .
Zeitsignal wird mit dem roth und weifßs gestreiften Semaphorarm des
Flaggenmastes auf dem Hafenamte gegeben, und zwar: 5 Minuten vorher wird
der Arm unter einem Winkel von 45° gezeigt, 2 Minuten vorher wagerecht ge-
stellt und um 4" 15” 0* mittlerer Madras-Zeit fallen gelassen. Der Arm fällt
auch um 20" 15" 0° mittlerer Madras-Zeit. An Sonn- und Festiagen wird kein
Signal gegeben.
Seekarten und Segelanweisungen kann man vom Hafenmeister beziehen.
Nautische und meteorologische Instrumente können im Surveyor General’s Bureau
geprüft und verglichen werden,
Vertonungen von Jaffa und Famagusta.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Moltke“, Kommandant Freg.-Kapt. Franz. Dezember 1900,
Hierzu Tafel 16.)
Die auf der englischen Adm.-Karte No. 1847, „Hafenplan von Jaffa“, an-
gegebene Vertonung von Jaffa stammt aus dem Jahre 1862 und entspricht wegen
der vielen baulichen Veränderungen und der Ausdehnung der Stadt nach Norden
und Süden nicht mehr den jetzigen Verhältnissen, so dafs es schwierig ist, die
in der Segelanweisung angeführten Marken nach derselben aufzufinden. Aus
demselben Grunde ist das Zurechtfinden auf dem aus demselben Jahre stammen-
den Plane der Stadt sehr erschwert.
Zur Veranschaulichung der jetzigen Ausdehnung der Stadt mit ihrem durch
neue Bauten veränderten Aussehen dient die Vertonung auf Tafel 16, Abbildung I.
Eine sehr gute Landmarke von See aus bietet die im Norden der Stadt
liegende Kirche, deren Thurm bei der Ansteuerung zuerst erkannt wurde. Die-
selbe ist weder auf dem Stadtplane noch auf der Vertonung obengenannter Karte
enthalten und liegt ungefähr auf 32° 3‘ N-Br und 34° 46' O-Lg.
Auf der Vertonung Tafel 16, Abbildung I, welche vom Ankerplatze Jaffa-
Leuchtthurm $!/20 1 Sm Abstand aus aufgenommen ist, hebt sich die Kirche
weniger ab, als es bei der Ansteuerung aus nördlicher Richtung der Fall ist.
Die Vertonung von Famagusta, Tafel 16, Abbildung Il, ist von einem
Ankerplatze aufgenommen, von dem aus die Südbastei der Stadt SW*/4W, das
Minaret in der Kathedrale SWzW34AW und die Nordbastei der Stadt W%/4S peilten.
Zur Küstenkunde der Philippinen.
Nach „Notice ton Mariners“ No. 268, 269, 288, 289, 316, 371. Washington 1901.
(Hierzu Tafel 17 und 18)
Lagonoi-Golf an der Südostküste der Insel Luzon.
Die in der amerikanischen Karte No. 1729 verzeichneten beiden Riffe
in der Lagonoi-Bucht sollen nach dem Bericht eines in diesen Gewässern ver-
kehrenden spanischen Schiffsführers nicht vorhanden sein. Vom V.St.-Kriegs-
schiff „Quiros“ wurde nach beiden Riffen besonders gesucht, indem das Schiff über
deren Ort auf der Karte lief; Lothungen gaben auf 46 m keinen Grund.
Schiffe, die nach Sibang, der Zollstation von San Jose de Lagonoi, an
der nordwestlichen kleinen Bucht in dem Lagonoi-Golfe, bestimmt sind, müssen,
nachdem sie die nördliche Einfahrt in die Tobako-Bucht passirt haben, rw,
N 44,5° W (mw. NW) steuern, bis die Alulayan-Insel rw. N 70°W (mw. WN W’AW)
peilt, und dann rw. N 485° W (mw. NWzW!4W), auf welchem Kurse man die
Insel einen Strich an B.B. peilt. Auf diesem Kurse bleibe man, bis die Insel
rw. N 89,5° W (mw. West), 2 Sm entfernt peilt, dann steuere man rw, N 22° W
(mw. NNW) auf ein grofses, weißes Waarenhaus oder „Kamarin“ in Sibang zu
und ankere auf 9 bis 15 m Wasser über Sandgrund in etwa 4 Kblg. Abstand