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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Cotombo. 
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Leuchtfeuerabgaben. Nach dem Tarif vom. 18. Februar 1899 werden 
in den Häfen auf Ceylon erhoben für die Leuchtfeuer auf den Great and Little 
Basses und Minicoy zusammen %s d die Tonne, wobei amtlich 1 Rupee = 1’ sh 
gerechnet: wird. . 
Die Stadt Colombo besteht aus zwei Stadttheilen. Der von den Europäern 
bewohnte, gewöhnlich Fort bezeichnete Theil liegt auf der Huk südlich vom 
südlichen Wellenbrecher. Sie zählt etwa 130 000 Einwohner, darunter 30 Deutsche. 
An der Stelle des jetzigen Colombo wurde im Jahre 1518 durch Lopez Suarez 
Alvarenga eine befestigte Faktorei gegründet. Im Jahre 1756 wurden die 
Portugiesen nach siebenmonatflicher Belagerung Colombos, des letzten Stützpunktes, 
aus Ceylon vertrieben, und. die Insel ging in holländischen Besitz über, Im 
Frieden von Amiens 1802 wurde die Insel von Holland an England abgetreten, 
Nachdem auch der letzte König von Kandy im Jahre 1815 besiegt war, wurde 
die Insel zu einer unmittelbaren Kronkolonie Englands gemacht. 
Handelsverkehr.. Im Jahre 1898 liefen ein 3551 Schiffe mit 3 605 705 Netto- 
Registertonnen, davon führten 117 Dampfer mit 371841 Netto-Registertonnen 
die deutsche und 3265 Schiffe mit 2 876 145 Netto-Registertonnen die englische 
Flagge. 
Einfuhr: Reis, Zucker, Baumwollwaaren, Wein, Bier, Spirituosen, 
Maschinen, Metalle, Petroleum, im Werthe von 118 Millionen Mark (1897). 
Ausfuhr: Thee, Kokosnußöl, Zimmet, Graphit, Kokosfasern, Kakao, 
Kopra, im Werthe von 126 Millionen Mark (1897). 
Industrie von Colombo umfafst Anfertigung von Baumwollzeugen, Tauen, 
geschnittenen Steinen, Gold- und Silberwaaren und Kokosnufßsöl. . ; 
 Postdampferlinien laufen den Hafen regelmäfsig an, und zwar: Nord- 
deutscher Lloyd, Hamburg-—Amerika-Linie, Oriental Steam Nav. Co., Peninsular 
& Oriental Steam Nav. Co.,. Bibby S. S. Co., British India Steam Nav. Co., 
Messageries Maritimes, Oesterreichischer Lloyd und Nippon Yusen Kaisha. 
Aufserdem laufen den Hafen regelmälsig an die Dampfer der Deutschen Dampf- 
schiffahrtsgesellschaft „Hansa“, der Deutsch-Australischen Dampfschiffahrtsgesell- 
achaft und der Navigazione Generale Italiana. 
Eisenbahnverbindung besteht nach dem Innern mit Kandy und 
Banderawela und nach dem Süden mit Galle und Matara. Telegraphische Ver- 
bindung besteht mit Galle, Kandy, .Trincomale, Batticaloa u. A. auf Ceylon und 
mit Madras über Paumben. 
Seefischerei wird von Eingeborenen in Kanus betrieben. Die wichtigsten 
Fischarten sind Seebarbe und Seerfisch (eine indische Makrelenart). ; 
Schiffsausrüstung. Die Kohlenvorräthe belaufen sich auf 80 000 bis 
100.000 t. Mehrere Schiffahrtsgesellschaften haben eigene Kohlenlager. Die 
Kohlen sind meist englischen und indischen Ursprunges. Die Kohlen werden in 
Leichtern von 20 bis 30 t längsseit gebracht und von Eingeborenen in Matten- 
säcken, die etwa 50 kg fassen, übergemannt. Das Bekohlen geht schnell genug 
von Statten, wenn genügend frische Leute dabei beschäftigt werden. Etwa 100t 
können in einer Stunde übergenommen werden. Wegen schlechten Wetters 
braucht die Uebernahme nicht unterbrochen zu werden. .Im Jahre 1898 bezahlte 
„Barbarossa“ 24 sh die Tonne, Trimmen eingeschlossen. 
Frischer Proviant sowie lebendes Vieh und Geflügel sind genügend zu 
haben. Im Jahre 1898 wurde bezahlt für Hammelfleisch 1,00 M., Öchsenfleisch 
0,50 M., Seerfisch 1,40 M., Bananen 0,40 M. das Kilogramm; Hühner 1 M. das 
Stück, Eier 5,60 M. für 100 Stück. Trinkwasser und Kesselspeisewasser wird 
in Wasserbooten längsseit gebracht und kostet 3,85 M. das cbm. Maschinen- 
schmieröl, Ketten, Tauwerk, Farbe u, s. w. sind genügend zu haben; gröfsere 
Gegenstände, wie Anker, Boote, sind nicht vorräthig. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat befindet sich 
Chathamstreet No. 29/30. Agent des Germanischen Lloyd, des Norddeutschen 
Lloyd, der Deutsch-Australischen Dampfschiffs-Gesellschaft ist Freudenberg & Co. 
Agent der Deutschen Dampfschiffahrtsgesellschaft „Hansa“ ist Volkart Brothers. 
Fast alle Seeassekuranzgesellschaften sind am Örte vertreten. Ein deutscher 
Schiffshändler, John Hagenbeck, ist am Platze. Die Geschäftsräume des 
Hafen-, des Zoll- und des Lootsenamtes liegen am Hafen, die der Hafenpolizei 
auf einer: Hulk im Hafen. Das Allgemeine Krankenhaus hat eine Abtheilung
	        
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