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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Ann. d. Hydr. 0tc., XXIX. Jahrg. (1901), Heft V. 
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| ar. 
Colombo. 
Nach Berichten des Kaiserlichen Konsuls, der Kapitäne A. v. Cöllen, Dampfer „Darmstadt“, 
H. Schmitt, Dampfer „Barbarossa“, C. v. Bardeleben, Dampfer „Crefeld“, E, Prehn, Dampfer 
„Bayern“, R.Heintze, Dampfer „Preufsen“, Köhlenbeck, Dampfer „Stuttgart“, und H, Lang- 
veuter, Dampfer „Köln“; ergänzt nach früheren Veröffentlichungen in den „Ann. d. Hydr.-etc.“ und 
anderen Quellen. 
(Hierzu Tafel 15.) 
Colombo, die Hauptstadt Ceylons, liegt an der Südwestküste dieser Insel 
an ‚einer nach Norden und NW offenen Bucht. Der Hafen von Colombo bietet 
Schiffen. jeder Gröfse Schutz gegen den Südwestmonsun. Seit der Eröffnung des 
Suez-Kanals hat der Hafen eine immer wachsende Bedeutung erlangt, da hier 
für die nach Ostasien und Australien bestimmten Schiffe Kohlenstationen errichtet 
wurden. Zeitweise liegen 15 bis 20 grofse Dampfer aller Flaggen im Hafen. 
Die geographische Lage des Glockenthurmes ist 6° 56,4‘ N-Br und 79° 50,6‘ O-Lg. 
Mifsweisung für 1900,0 = 0° 30’ 0. 
Landmarken. Die Küste in der Umgebung. von Colombo ist‘ niedrig und 
nur etwa 10 Sm weit sichtbar... Weiter landeinwärts liegen hohe Berge, von 
denen der 40 Sm von der Küste entfernte, 2240 m hohe Adams-Gipfel, der schon 
aus 90 Sm Entfernung gesichtet wurde, bei der Ansteuerung von Westen als 
gute Landmarke dienen kann. Dieser Gipfel ist zur Zeit des Südwestmonsuns 
in Nebel gehüllt. Mount Lavinia heifst eine felsige Huk, die 6 Sm südlich von 
Colombo liegt. Ein grofßses weißes Hotel auf dieser Huk dient bei der An- 
steuerung von Süden als gute Landmarke, um diesen Küstenstrich auszumachen. 
Ferner sind der Glockenthurm, der zugleich als Leuchtthurm dient, der "Thurm 
der Allerheiligen-Kirche (der einzige spitze Kirchthurm) und die schwarze Kuppel 
der holländischen Kirche gut sichtbare Landmarken, ; 
Ansteuerung. Von Süden kommend, mufßs man sich auf der Strecke von 
Point de Galle bis Colombo in mindestens 5 Sm Abstand von der Küste halten, 
da noch in 3 Sm Entfernung von ihr Untiefen liegen. Bei Nacht sollte man 
sich, falls der Schiffsort nicht genau bekannt, der Küste nicht nähern, ohne vor- 
her Lothungen vorgenommen zu haben. Unweit Colombo halte man sich in 
2 Sm Abstand vom Lande oder aufserhalb der 26 m-Grenze, bis der Leuchtthurm 
auf dem Kopfe des südlichen Wellenbrechers, oder bei Nacht dessen rothes 
Feuer östlicher als rw. N57°0 (mw. NOzO) peilt. Dann steuere man auf die 
Hafeneinfahrt zu, Auf diese Weise bleibt man frei vom Drunken Sailor- Riffe 
und der Tartar-Klippe. Drunken Sailor heifst ein felsiges Riff mit 2,1 m ge- 
ringster Wassertiefe, das westsüdwestlich vom Glockenthurme in etwa !/2 Sm 
Abstand vom Lande liegt. Während des Südwestmonsuns steht auf dem Riffe 
Brandung, jedoch nicht während des Nordostmonsuns oder bei ruhiger See. Eine 
schwarze Tonne wird vom 15. Oktober bis. zum 15. April etwa !/2 Kblg. westlich 
vom Riffe ausgelegt. Diese Tonne sollte man einlaufend immer an St.B. lassen. 
Eine rothe Tonne liegt etwa !/ Kblg. nordwestlich von der blinden Tartar- 
Klippe, auf der 6,4 m Wasser ist. Diese Tonne muß man einlaufend mindestens 
' Kblg. an St. B. lassen. 
Von Westen kommend, bringe man: das rothe Feuer auf dem südlichen 
Wellenbrecher in rw. S 79°O- (mw. OzS-) Peilung und steuere dann darauf zu. 
Das Lootsensignal sollte man bereits in 3 Sm Abstand vom Hafen zeigen. Nachts 
empfiehlt es sich, auf der Rhede zu ankern, wenn man. bis dahin keinen Lootsen 
bekommen hat. Beim Einlaufen in den Hafen halte man sich dicht am Kopfe 
dieses Wellenbrechers und. lasse sich nicht durch das dort vorkommende trübe 
Wasser beirren. 
Leuchtfeuer. 1. Ein weifses Gruppenblinkfeuer von 17 Sm Sicht- 
weite, das alle 30 Sekunden drei rasch aufeinanderfolgende Blinke von je 2 Se- 
kunden. Dauer zeigt und zwischen den Blinken je 3 Sekunden, nach den Blinken 
18 Sekunden lang verdunkelt wird, brennt 41,1 mn ‚über Hochwasser in. einem 
Ann. d. Hydr. etc... 1901. Heft Y.
	        
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