Zur Küstenkunde der Marschall- und Carolinen-Inseln.
während eine sechste Lothung bei 55m (30 Faden) Wassertiefe keinen
Grund ergab,
Oestlich von der Enderby-Gruppe, die nach dieser Karte aus drei Inseln
anstatt der in den englischen Quellen angegebenen zwei Inseln besteht, fand
derselbe Kapitän bis zu etwa 10 Sm Abstand von der Grnppe 13- 13 m (7 bis
10 Faden) Wasser, während man südlich davon zunächst 31 ın (17 Faden), dann
46 m (25 Faden) fand, und darauf mit 73 m (40 Faden) keinen Grund erreichte,
Auf der Fahrt von Polusuk (Suk oder Pulusuk) nordnordostwärts bis zum
Susanne-Riff steuernd, fand Kapt. Domnick abwechselnd sichtharen Grund, so
dafs er glaubt, dafs sich von Polusuk in dieser Richtung ein Riff erstrecke.
Gelothet wurde, wie aus der Karte ersichtlich, 31 und 27 m (17 und 15 Fayen)
Wasser.
Auf dem Susanne-Riff stand Brandung, als man es NNO0’/A40 und in Eins
mit der Insel Poloard (Pozvat) peilte und sich vom Riffe in 3 Sın, von der Iusel
in 10—11 Sm Abstand befand.
Bei der Insel Ulul, die sich in nördlicher Richtung ausdehnt und zur
Namonnito-Gruppe gehört, findet man guten Ankergrund, wenn die Insel NNO
durch W bis SSO peilt. Kapt. Domnick ankerte bei Westwind an der Ostseite,
wo, wie überall in der Lagune, ebenfalls Ankergrund ist, doch fand er dort
ebenso starken Seegang wie im freien Fahrwasser.,
3. Nach Bericht des Kapt. Krebs, Führer des deutschen Dampfers „München“
Carolinen-Inseln.
Die Insel Ponape hat zwei Häfen, an der Südseite den Kiti-Hafen und
an der Nordseite den Langar-Hafen; in letzterem war die „München“, .
Nachdem die nördlichste der Andema-Inseln in 3 Sn Abstand passirt war,
steuerten rw. N60°O-Kurs etwa 20 Sm, bis die 300 m (1000 Fufs) hohe Jekoits-
Insel dwars war und rw. S30°0, 5 Sm entfernt, peilte. Der gesteuerte Kurs
führte überall in 1-2 Sm Abstand von den die Inselgruppe umgebenden deutlich
erkennbaren Riffen entlang.
Von der genannten Peilung aus konnte man deutlich östlich von der
Jekoits-Insel Häuser und die Regierungsflagge sehen, und ein rw. S63°O-Kurs,
auf dem die Poitik-Insel recht voraus war, zeigte uns nach Ablaufen von 2 Sın
Distanz eine Oeffnung zwischen den Riffen, die von uns aus an Steuerbord durch
eine rotlhe, an B. B. durch eine schwarze Bake gekennzeichnet war und 550 m
breit ist. An B. B. voraus auf Langar-Insel zeigte sich die Station der Jaluit-
Gesellschaft, an St. B. der Regierungssitz Messenien.
Da ich keine Karte von Ponape hatte, (dieselbe giebt es zur Zeit noch
nicht) stoppte ich !/a Sm aufserhalb der Einfahrt, um einen Lootsen zu erwarten.
Derselbe kamı mit einem Ruderboote heraus und brachte das Schiff südwestlich
von der Insel Langar zu Anker, dicht bei der Station der Jaluit-Gesellschaft,
zwischen der fertigen Ladebrücke und der im Bau begriffenen Kohlenbrücke, wo
die Wassertiefe 55 m (30 Faden) betrug. Dieser Ankerplatz ist von den im W,
SSW und SSO davon befindlichen Riffen, wie auch von dem die Insel Langar
umgebenden Riffe gleich weit, etwa 300 m, entfernt.
Es wäre wünschensweıth, dafs an dieser Stelle eine grofse Festmachetonne
ausgelegt würde, an der grofse Schiffe festzumachen hätten. Mit einem Schiffe
wie „München“, das genau auf der Mitte des Ankerplatzes ankern mufs, ist es
nicht leicht, gleich die richtige Stelle zum Ankern zu treffen.
Der Hafen liegt voller Untiefen, doch sind. die zwischen ihnen hindurch-
führenden Durchfahrten nicht gefährlich, weil sie breit genng und die Untiefen
durch Baken gekennzeichnet sind, . Die Station der Jaluit-Gesellschaft befindet
sich auf der Südwestecke der Insel Langar. Dort ist eine schöne Ladebrücke
erbaut, an der Leichter und Boote gut und sicher anlegen können, um Ladung
zu löschen. An der Südseite der Insel, etwa *50 m von der Ladebrücke entfernt,
befindet sich das Kohlenlager der Jaluit-Gesellschaft. Es lagern dort etwa 500
Westport-(Neuseeland)-Kohlen unter gedecktem Schuppen. Von dem Kohlen-
schuppen aus läfst die Jaluit-Gesellschaft in südlicher Richtung eine Kohlenbrücke
bauen, die etwa 200 m lang werden und über das Riff hinwegreichen soll, so
dafs Schiffe, die vor dem Brückenkopfe mit Bug- und Heckanker vertäut sind